Marcel Widmer hat in seinem Jobblog 15 Praxistipps für produktives Arbeiten zu Hause parat. Stephan List hat sie aus seiner Sicht kommentiert. Da will ich mal nicht nachstehen ;-).
1. Beginnen Sie Ihren Arbeitstag mit einer Aufgabe, die einfach ist, Spass macht oder Sie besonders interessiert. Das hilft Ihnen, Schwung für den ganzen Tag zu holen.
Alles, nur keine Routinearbeiten. Den zweiten Kaffee und dann sofort rein ins Getümmel. Ansonsten ist die Gefahr viel zu gross, den Vormittag zu vertrödeln. Also: Spass muss es machen am Morgen und interessant sein. Kommt ja meist zusammen. Alles andere direkt nach der Mittagspause.
2. Halten Sie sich wann immer möglich an einen geregelten Tagesablauf. Gestalten Sie Ihren Arbeitstag so, wie Sie einen “normalen” Job in einem Unternehmen hätten.
Ich geniesse es sehr, gerade das nicht mehr zu haben. Alles zu seiner Zeit. Gearbeitet wird dann, wenns läuft. Zugegeben: nichts für jeden. Aber meine intrinsische Motivation ist sehr ausgeprägt.
3. Setzen Sie sich Termine und halten Sie sich daran. Auch dann, wenn diese gar nicht nötig wären. Planen Sie Ihre Woche und setzen Sie sich Wochenziele.
Geplant werden Kunden- und externe Termine, mehr nicht. Würde sonst auch gar nicht so recht zur vorherigen Arbeitsweise passen.
4. Irgendwann geht auch Ihr Arbeitstag zu Ende – machen Sie Feierabend. Versuchen Sie, sich dabei an fixe Zeiten zu halten. Achten Sie auf eine ausgewogene Balance zwischen Arbeits- und Freizeit.
In der Tat das grösste Problem. In Zeiten von Notebook, 8 Stunden Laufzeit ohne Strom und Wireless-LAN ist die Gefahr sehr gross, auch Abends im Wohnzimmer weiter zu arbeiten. Oder wie jetzt am Balkon…
Das ist der Punkt, der am meisten Selbstdisziplin erfordert. Gut, wenn man eine Familie hat, die einen ab und an runter holt.
5. Sorgen Sie dafür, dass Sie auch unter der Woche Zeit mit Ihrer Familie und Ihren Freunden verbringen. Gönnen Sie sich das Wochenende.
Wichtiger und richtiger Tipp. Vor allem wenn man einen Partner mit geregelter Arbeitszeit hat. Der Konflikt zum zweiten und dritten Punkt ist offensichtlich und gelebtes Problem…
6. Beseitigen bzw. vermeiden Sie Ablenkungen. Sorgen Sie dafür, dass auf Ihrem Pult nur das liegt, was Sie für die aktuelle Aufgabe benötigen.
Unglaublich, aber das hilft tatsächlich. Ein freier Schreibtisch, alles was man zum Arbeiten braucht in Griffweite, den Rest nahe am Arbeitsplatz verstaut. Es ist tatsächlich so, dass ich mit meiner gepackten Notebooktasche an (fast) jedem Platz arbeiten kann. Übrigends: Arbeiten in den Weinbergen mit UMTS ist klasse ;-)
7. Trennen Sie Arbeits- und Wohnbereich. Das gilt auch für das Telefon und wenn möglich den Computer.
Jain. Wenn mans nicht macht, dann braucht man eine Menge Standfestigkeit. Und Tipp 8. Allerdings: Trennt man nicht nach Arbeit und Freizeit sondern sieht das ganze als 1 Leben, dann bringts eine Menge Flexibilität.
8. Vereinbaren Sie Spielregeln mit Ihrer Familie – so kann z.B. eine geschlossene Bürotür bedeuten: “Jetzt bitte nicht stören.”
Ja.
9. Kleiden Sie sich business-mässig, um business-mässig denken zu können. Im Pyjama werden Sie kaum erfolgreich geschäftliche Dinge erledigen können ;-)
Na ja, Pyjama nicht gerade. Aber auch nicht Anzug und Krawatte. Locker und leger. Gerade im Sommer ist es doch toll, in der kurzen Hose arbeiten zu können. Das gehört zu den neu gewonnenen Freiheiten.
10. Pflegen Sie Ihr Netzwerk. Vor allem dann, wenn Sie keine Mitarbeiter haben, ist der Austausch mit anderen Menschen wichtig.
Und nicht nur das berufliche, auch das private. OpenBC ist gut dazu (aber auch gut, um nichts arbeiten zu müssen…), noch besser sind reale Treffen. Ich versuche, mindestens eines pro Woche hin zu bekommen – neben den Kundenterminen.
11. Bitten Sie Ihre Kunden um Feedback. Das hilft Ihnen, Fehler zu erkennen und hilft Ihnen, Ihr Angebot fortlaufend weiter zu entwickeln.
In jedem Fall, irgendwoher muss man sich sein Lob ja holen.
12. Machen Sie ab und zu einen Spaziergang, setzen Sie sich ans Seeufer, treffen Sie Leute zum Mittagessen. Egal was – Hauptsache, Sie gehen regelmässig raus.
Gerne betont, gerne “vergessen”. Gelegenheiten gibt es viele, man muss sie nur nutzen. Z.B. den Gang zum (über)nächstgelegenen Briefkasten, den Espresso beim Italiener um die Ecke, Sport tagsüber, usw.
13. Machen Sie Pausen. Stehen Sie zwischendurch auf, am besten jede Stunde für 5 Minuten. Gönnen Sie sich auch eine grössere Mittagspause – essen Sie z.B. zusammen mit Ihrer Familie.
Letzteres unbedingt, darf auch die Kaffepause am Nachmittag oder das gemeinsame Abendessen sein. Nicht nur für sich selbst. Auch für die Familie und den Zusammenhalt wichtig. Die stündliche Pause: hört man immer wieder, ja ;-)
14. Wenn Sie einen schlechten Tag haben und es Ihnen nicht läuft, dann seien Sie nicht zu streng mit sich selbst. Machen Sie einfach einen halben Tag frei.
Uneingeschränkte Zustimmung. Der Vorteil ist, dass man in einem solchen Fall seine Zeit nicht in der Firma absitzen muss. Oft läufts nach einem ausgedehnten Spaziergang oder einem guten Buch wie von selbst wieder an.
Belohnen Sie sich, wenn Sie etwas Bedeutendes geschafft oder ein Projekt erfolgreich beendet haben.
Hat bei mir als Motivation noch nie funktioniert. Toll ist aber, wenn man gemeinsam mit dem Partner solche Anlässe feiert. Eine erfolgreiche Akquise, das Geld am Konto, ein besonders positives Feedback, usw. Das schweisst zusammen, die Familie fühlt sich ist eingebunden.
Was ich aus meiner Sicht noch hinzufügen möchte:
Jeder Handwerker weiss, wie wichtig gutes Werkzeug ist. Sparen Sie auch und gerade im Homeoffice nicht daran. Es macht einfach mehr Spass mit einer guten Ausstattung zu arbeiten, die alle Bedürfnisse abdeckt.
Und dem Tipp von Stephan List, die Balance zwischen Selbstdisziplin und Freiheit zu halten, kann ich mich nur anschliessen. Wo diese liegt, muss jeder für sich selbst herausfinden.