RSS im Unternehmenseinsatz

Interessanter Artikel bei Larry Connell: “Enteprise RSS Requirements”:http://larry.cannell.org/node/view/96

Was macht den Erfolg von RSS im Unternehmenseinsatz aus? Wie spielen die Dinge zusammen? Ich mische mal fleißig Übersetzung und persönliche Bewertung (Vorsicht: wird etwas mehr zu lesen ;-) :

Der Einsatz von RSS im Unternehmen unterscheidet sich nach Meinung von Larry Connell in einigen wesentlichen Punkten vom Einsatz im Internet. Technische Fragen spielen dabei eine Rolle. Viel mehr geht es aber um die Art und Weise, wie sich die Zusammenarbeit der Teams durch RSS verändern kann bzw. wird. Dabei sind andere Funktionalitäten relevant.

So können Feeds dafür sorgen, dass Teams praktisch per Automatismus über den gleichen Informationsstand verfügen. Was Larry Connell nicht schreibt: das geht auch über eMail, ebenfalls automatisch. Und ob die Gefahr des Overflows bzw. des Untergehens von Informationen bei RSS geringer ist, das wird sich erst herausstellen müssen. Reader mit mehr als 100 Feeds sind auch nicht mehr wirklich übersichtlich.

Man kann sich hier sicher auch ein Szenario vorstellen, dass der RSS-Reader als eine Art Management-Cockpit dient, in dem über personalisierte Feeds relevante Informationen aus allen möglichen Unternehmensapplikationen near-time zusammenlaufen.

Bei diesen Szenarien ist es sicher so, dass das Thema der Zugriffskontrolle eine wichtige Rolle spielt. Veschiedene Mitarbeiter und das Management werden unterschiedliche Dinge sehen dürfen. Systemgesteuert lässt sich hier tatsächlich ein Vorteil von automatisch generierten RSS-Feeds erkennen. Einfach durch ein besseres Handling im Vergleich zum doch recht aufwändigen Versenden von E-Mails oder dem “händischen” Nachgucken. Dazu müssen die Systeme Feeds anhand verschiedener Kriterien erstellen können. Das ist programmtechnisch ja machbar.

Was sind nun die Anforderungen an den unternehmensweiten Einsatz von RSS? Hier wirds nun doch eher technischer, allerdings kommen diese technischen Anforderungen überwiegend aus dem Nutzungsszenario.

* Authentifikation
* Sicherheit
* Integration
* Administration und Service-Management

Um die richtigen Informationen den richtigen Benutzern zur Verfügung zu stellen, müssen diese gegenüber dem System *authentifiziert* werden. Damit kann das System die Feeds entsprechend den Rechten bereit stellen, sozusagen personalisieren. Das ist nun tatsächlich eine komplett andere Herangehensweise an das Thema, die im Internet nicht statt findet.

Was bedeutet das für die RSS-Reader? Für Clients erst mal nichts, wenn die Feeds nach einer Authentifizierung an der Applikation ausgewählt und abonniert werden können und z.B. über die Feed-URL eindeutig sind. Dann liegt das Handling auf der Serverseite. Spannend wird dieses Szenario, wenn eine zusätzliche Authentifizierung zum Zeitpunkt des Abrufes gewünscht wird. Sicherer sind daher Lösungen, bei denen der Client die Authentifikation am Server vornimmt und dann die personalisierten Feeds herunterlädt. Schön, wenn sich das in ein Single-Sign-On integrieren lässt.

Im Punkt *Sicherheit* geht Larry Connell noch einen Schritt weiter, nämlich zur Frage, wie die Feeds selbst, also die Inhalte, vor fremdem Zugriff geschützt werden können. Die Informationen liegen jetzt ja nicht mehr nur im geschützen (Server-)System, sondern zusätzlich noch im viel unsicheren Wirkungsbereich des Users (sei es auf der lokalen Platte oder auf irgendeinem Server). Kein typisches RSS-Problem, sondern Thema von Client-Security und Sicherheitspolicies. Mit Sicherheit aber beachtenswert in diesem Kontext.

Natürlich funktioniert dieses Szenario nur wenn das RSS-System mit den Applikationen des Unternehmens *integriert* ist. Dazu braucht man APIs, XML- und/oder SOAP-Lösungen. Larry Connell schlägt sogar vor, dazu RSS zu nutzen. Leider führt er das nicht näher aus. Vielleicht über eine Art Verkettung bzw. Splittung von Feeds, die von einem zentralen RSS-Provider/-Server recht flexibel, vielleicht auch in mehreren Teilschritten, in einzelnen RSS-Glieder oder -Sets aufgeteilt werden, je nach Authentifizierung, Anwendungskontext oder anderen Kriterien.

Und schließlich gilt es bei der *Administration und dem Service Management* sicher zu stellen, dass der Quality-of-Service stimmt, die Rechteverwaltung funktioniert, ein Reporting über Art und Umfang der Nutzung der einzelnen Feeds statt findet, die Kapazitäten überwacht werden, und so weiter.

Spannende Ideen für eine neue Software-Kategorie. Frei for commercial use. Stehe gerne als Pilotanwender zur Verfügung ;-)

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