Gestern und heute fand der zweite Innovationskongress der Fraunhofer-Technologie-Entwicklungsgruppe in Stuttgart statt. Motto der Veranstaltung war “Innovation statt Stagnation”.
Während der gestrige Tag im Workshop zu SAPs Modul “New Product Development and Introduction (NPDI)”:http://www70.sap.com/germany/solutions/npdi/index.epx seinen Höhepunkt erst in der Abendveranstaltung, u.a. der Gründungsversammlung der pdma (more to come…) und dem anschliessenden Networking mit Besichtigung des “Wissensradio Wilantis”:http://www.work-innovation.de/blog/2005/11/09/wilantis-wissensradio/ erreichte, war der heutige Tag mit guten Vorträgen gespickt.
Den Start machte Cordula Gotthardt von der “FRAPORT AG”:http://www.fraport.de zum Thema Erfolgreiche Innovationen im Bereich Logistik und Dienstleistung. Das Motto der FRAPORT AG ist “Wir suchen keine Trends, wir machen sie.”. Beeindruckend ist, wie konsequent dieses Motto umgesetzt und in der Organisation verankert wurde. Das betrifft sowohl Produkt- als auch Dienstleistungs- und Prozessinnovationen. Es kam deutlich heraus, wie wertvoll diese Strategie für das Generieren neuer Geschäfte national, international und im Wettbewerb mit neuen Konkurrenten ist.
Wesentliche Erfolgsfaktoren sind, dass durch einen interaktiven Prozess das Vertrauen der Fachbereiche gewonnen werden konnte. Das und hochrangige Promotoren haben die konsequente organisatorische Verankerung zum Erfolg gemacht.
Rüdiger Reiber von “Gardena”:http://www.gardena.de schaffte es, alle Anwensenden vom Thema “Rasenmäher” so zu begeistern, dass ich jetzt am überlegen bin, ob ich “so einen”:http://www.gardena.com/INT/DE/de/content/erlebnis/a_03_14_11.jsp nicht für meinen Balkon brauche. Von der ersten Idee “einen Rasenmäher zu bauen” bis zu diesem Produkt vergingen nur knapp 2 Jahre. Basis für den Erfolg dieses Produktes war, dass die Mitarbeiter im Team Zeit und neuartige Methoden für die Ideenfindung anwenden konnten. Dabei wurden die Endkunden während der Ideenfindung und der Konzeptentwicklung ebenso intensiv eingebunden wie bei intensiven Tests schon früh in der Entwicklungsphase. Selten habe ich jemand so euphorisch über Rasenmäher reden hören
Hermann Bröker von “Dronco”:http://www.dronco.de berichtete, wie in wenigen Jahren der Turnaround vom Konkurs hin zum Innovationsführer gelungen ist. Unter anderem durch konsequentes in Frage stellen und durch das Involvieren und Begeistern der Mitarbeiter für Prozess- und Produktinnovationen ist ein beispielhafter Turnaround gelungen. Heute produziert die Firma innovative Lösungen zu international absolut konkurrenzfähigen Preisen. In Deutschland. Das Motto von Dronco sollte zur Nachahmung anregen:
“Konzentration auf die Erzeugung von Gutstücken, nicht auf die Reduktion von Fehlern.”
Dronco setzt heute konsequent darauf, alles was die Produktion betrifft selbst zu machen. Also auch die Entwicklung von Maschinen und Verfahren. Und darauf, alles zu visualisieren. Sowohl die Prozess- und Produktinnovationen als auch den Stand der Qualität. Da zeigt auch schon mal eine S-Klasse in der Produktionshalle, welcher Betrag durch schlechte Qualität verschenkt wurde. Bemerkenswerte Erfolgsstory.
Dr. Ferdinand Peer von der “Vodafone Pilotentwicklung”:http://www.vodafone-rnd.com/whoweare/de.htm arbeitete heraus, dass die intensive interne und externe Vernetzung für die Entwicklung technologischer Lösungen aus dem Mobilfunkumfeld zentrale Bedeutung hat. Und die Zeit und Freiheiten, die die Mitarbeiter der Vodafone Pilotentwicklung im täglichen Geschäft für Innovationen haben. Alles in allem ist die hohe Flexibilität für den Innovationsprozess sehr förderlich.
Interessanter Nebenaspekt: Das Thema Brennstoffzelle ist bei Vodafone ein wichtiges. Nicht als Akku für Handies, sondern als Stromversorgung für die Basisstationen, die bei Stromausfall trotzdem funktionieren müssen.
Durch alle Vorträge zieht sich wie ein roter Faden die Erkenntnis, dass der Schlüssel zu erfolgreichen Innovationen der Mensch ist. Was bedeutet das? Zum einen müssen die Mitarbeiter abgeholt und konsequent integriert werden. Zum anderen müssen für die Mitarbeiter die Rahmenbedingungen bestmöglich gestaltet werden. Das beginnt bei der Arbeitsumgebung und geht über die Innovationsprozesse und dem Faktor “Zeit für Innovation” bis hin zur Teambildung und zu Modellen zur Erfolgsbeteiligung.
Das eigentliche Highlight des Tages, die Verleihung des “Innovations- und Kreativitätsaward (InKA)” der Fraunhofer TEG hab ich leider verpasst – ein gutes Gespräch im Foyer.
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