Virtuelle Gemeinschaften halten immer mehr Einzug. Sei es in Form von Online-Communities wie z.B. “openBC”:http://www.openbc.com/go/invite/358658.c9c676 oder in Form von flexiblen virtuellen Teams in Unternehmen und unternehmensübergreifend.
Eine Herausforderung ist, das Vertrauen der Mitglieder zueinander zu fördern. Czenko/Doumen/Etalle halten hierfür zwei Faktoren für entscheidend (Quelle: Czenko/Doumen/Etalle, Trust in Virtual Communities, ERCIM News No. 63, October 2005, S. 29):
* den sicheren Zugang und
* das Schaffen von vertrauensfördernden Merkmalen.
Der sichere Zugang sollte dabei sowohl in verteilten Umgebungen funktionierten als auch für den Nutzer transparent sein. Auch eine Überprüfung vor der Mitgliedschaft sei denkbar. Und ist ja keine neue Idee. Eigentlich interessanter scheint mir aber der zweite Punkt zu sein: Wie kann man das Vertrauen der, sich nicht, nicht gut oder nur virtuell kennenden Personen, unterstützen?
Als eine Maßnahme schlagen die Autoren sogenannte “Credentials” vor, die in unterschiedlichen Qualitäten von unterschiedlichen Mitgliedern vergeben werden können. Je mehr Credetials, je vertrauenswürdiger. Interessant ist auch der Ansatz, dass diese Community-übergreifend genutzt werden können. Ist man also im Rotary-Club als sehr vertrauenswürdig eingestuft, dann ist das eine sehr gute Referenz in anderen Netzwerken. Wohingegen die Credentials von Friendscout deutlich weniger Wert wären.
Nicht diskutiert werden leider die Möglichkeiten, solche Systeme zu manipulieren. Man denke nur an die Anstrengungen von Google, die Manipulation des Page Rank zu verhindern. Letztlich haben die Credentials in virtuellen Gemeinschaften ähnliche Bedeutung und damit höchstwahrscheinlich die gleichen Probleme.


Interessanter Ansatz von Advogato. Danke für den Hinweis! Habs auf die Schnelle gelesen, noch nicht in jedem Detail durchdrungen
. Kommt noch.
Im zitierten Artikel geht es übrigends um eine Shopping-Community.
Die Kontakte von openBC sehe ich eigentlich nicht in diesem Kontext. Dazu ist die Struktur zu wirr, es gibt zu viele Kontaktsammler und -hubs und keine qualitativen Bewertungen (z.B. der inhaltlichen oder selbstdarstellerischen Qualität der Forenbeiträge einer Person).
Der grosse Test einer solchen Lösung steht IMHO noch aus. openBC eignet sich aufgrund der fehlenden Mechanismen für Vertrauensprüfung eh nicht dafür.
Wie reagiert ein solches System z.B. auf “Credentials-Farmen”? Da gibts sicher noch einiges mehr an Möglichkeiten. Werden die Nachfolger der “Search-Engine-Optimizer” im weiter verbreiteten “social Internet” die “Trust-Rank-Optimizer”?
P.S.: Besser so?