Wie man mit einfachen Mitteln an Fingerabdrücke kommt, habe ich vor kurzem schon beschrieben. IBM entwickelt nun ein Verfahren, welches hier Abhilfe schaffen soll.
Kurz erklärt: Eine Software verändert mit Hilfe eines Algorithmus den Fingerabdruck durch eine Transformation des Musters. Dazu steht eine nahezu unendliche Auswahl an Transformationsmöglichkeiten zur Verfügung. So kann der Fingerabdruck oder ein Teil davon gestreckt, gestaucht oder verzerrt werden. Bei künftigen Identifikationen wird also der Fingerabdruck + die darauf angewendete Transformation benötigt.
Wird nun die Transformation ungültig, etwa weil sie gestohlen wurde oder der Verdacht besteht, dann kann auf den Fingerabdruck eine andere Transformation angewendet werden, der Fingerabdruck bleibt weiterhin “gültig”. Da Transformation und Daumen nicht zusammen “unterwegs” sind, hängt Sicherheit des Verfahrens an der Qualität des Algorithmus und an der Sicherheit der Infrastruktur.
Ein weiterer Vorteil: Der gleiche Fingerabdruck wird durch unterschiedliche Transformationen für unterschiedliche Kontexte verwendet, also z.B. Bank, Versicherung, Krankenhaus, Arbeitgeber usw., ohne dass die Daten untereinander abgeglichen werden können. Denn die Software soll sicherstellen, dass auf Basis einer Transformation nicht auf den ursprünglichen Fingerabdruck zurück geschlossen werden kann.
IBM will das Verfahren innerhalb von 3 Jahren auf den Markt bringen.
via Technology Review, Februar 2006