Alexandra Graßler hat in ihrem Blog sehr lesenswert beschrieben, wie sie ihre Projekte in einer Art chaotischer Ablage verwaltet. Dem möchte ich mal nicht nachstehen und “kurz” beschreiben, wie ich das handhabe. Es würde mich freuen, wenn für Sie einige Anregungen für Ihr persönliches Informationsmanagement dabei sind.
Grundsätzlich versuche ich, so viel wie möglich digital zu haben. Das hat für mich zwei ganz konkrete Vorteile:
- Egal, wo ich mit meinem Notebook arbeite: Ich kann auf alle Informationen zu Projekten, Kunden oder meiner digitalen Bibliothek zugreifen.
- Mein Wissensmanagement wird ideal unterstützt. Über die Desktop-Suchmaschine finde ich auf der Festplatte alles wieder. Derzeit verwende ich die Microsoft Windows Deskop Search, da diese alle von mir verwendeten Formate unterstützt, inklusive MindManager und Visio.
Digitale Daten machen dabei weit über 90 % des Volumens aus.
Ich unterscheide in meiner Ablage die folgenden 4 Typen:
- Digitale Daten
- Rechtsrelevante Daten
- Papierinformationen
- Großformatiges
Für die Digitale Daten habe ich eine Ordnerstruktur, die auf der Festplatte und in Outlook identisch ist. Die Struktur ist dabei recht einfach: Die wesentlichen Hauptordner sind: Akquise, Bibliothek, Business Development, Dozententum, Materialien (z.B. Bilder, Videos, etc.), Networking, Projekte, Verwaltung, Vorträge und Veröffentlichungen.
Die nächstniedrigere Hierarchie ist ein Projektkürzel bzw. ein Themenstichwort. Unterordner habe ich mir nicht mehr weiter standardisiert, ich halte sie einfach so schlank und sinnvoll wie möglich. Der Überblick geht dabei nicht verloren. Grundsätzlich versuche ich, die Struktur so flach wie möglich zu halten. Persönlich finde ich das Arbeiten so schneller und angenehmer, das mag bei Ihnen allerdings anders sein.
Wichtig dafür sind sprechende Namen, das erleichtert den Zugriff ungemein. Das halte ich bei Ordnern und insbesondere bei Dateinamen so, auch wenn diese dadurch länger werden. “notiz_SOZ_StrukturWorkshopsGenerell_v2_200305.pen” ist einfach intuitiver erfassbar als “notiz000230.pen”. Hier gilt der sehr gute Satz von Alexandra Graßler
“Für was werd ich mir später mehr dankbar sein? Für’s jetzt kurz Zeit nehmen und einordnen [benennen] oder später für’s suchen müssen?”
Gleiches gilt für den Ordner Bibliothek, in dem ich meiner Jäger und Sammler-Leidenschaft ungehemmt fröne. Dank Desktop-Search, einer ebenfalls flachen Ordnerstruktur und sprechenden Dateinamen finde ich dort schneller als bei Google und Co. Mit den Vorteil, Daten aus aktuellen und abgeschlossenen Projekten direkt mit zu finden.
Attachments aus E-Mails speichere ich in die entsprechenden Ordner und benenne sie entsprechend meiner Konvention um. Den originalen Dateinamen habe ich ja noch in der E-Mail und finde ihn über die Desktop-Search. Das reicht für meine Zwecke.
Rechtsrelevante Daten haben was mit Verträgen, Rechnungen, Belegen, Steuer, etc. zu tun. Das ist eine Papierdomäne. Alles wird ausgedruckt und in vier Ordner abgelegt: Kunden/Projekte, Belege, Steuer, Banken. Fertig.
Papierinformationen lassen sich nicht immer vermeiden. Für jedes Projekt gibt es daher eine Flügelmappe, in der diese chaotisch, sprich alles oben drauf, abgelegt werden. Diese liegen einfach gestapelt im Regal. Da ich nicht übermässig viele Projekte parallel habe, passt das gut und ist schnell im Zugriff. Visuell wird das dadurch unterstützt, dass ich die Farbe der Flügelmappe so wähle, dass sie der des CI des Kunden nahe kommt.
Notizen zählen für mich ebenfalls zu den digitalen Dokumenten. Inzwischen nutze ich dazu konsequent meinen Logitech io2 Pen. Dieser wird mit dem Notebook synchronisert, über eine mobile Dockingstation auch abends im Hotel. So kann ich meine Notizen und Skizzen sofort im Projektordner ablegen. Die Notizen in einer Datei mit dem Namen “notiz_PROJEKTKÜRZEL_InhaltStichworte_Datum.pen” im Ordner zum jeweiligen Workshop bzw. in den Notizordner. Die Skizzen in einer Datei mit dem Namen “skizze_PROJEKTKÜRZEL_InhaltStichworte_version_Datum.pen”. Aus den .pen-Dateien kann man auf Mausklick gif-Grafiken oder pdf-Dateien generieren und per Mail verschicken. Oft reicht das schon als Protokoll oder Gedächtnisstütze für den Gesprächspartner.
Großformatiges: Flipcharts, Whiteboard-Notizen und Metaplan-Wände werden abfotografiert. Meistens mit meinem Handy (einem Qtek 8310, entspricht weitestgehend dem Vodafone VDA II), dessen 1,3 Megapixel dafür ausreichen. Die Bilder werden, wie nicht anders zu erwarten, entsprechend benannt, z.B. flipchart_PROJEKTKÜRZEL_InhaltStichworte_Datum.jpg und in den Workshop-Unterordner des Projektes verschoben.
Großformatige Pläne versuche ich digital zu bekommen. Über kostenlose Viewer können so auch AutoCAD-Plände komfortabel verarbeitet werden. Ist das nicht möglich, werden sie zusammengerollt und mit einem Post-it sichtbar mit dem Projektkürzel und dem Datum beschriftet in einen zum Flipchart- und Plan-Kübel umfunktionierten Eimer gesteckt.
Die Flügelmappen mit den Papierinformationen und die Ordner mit den rechtsrelevanten Daten haben locker auf einer Regalebene Platz. Der Kübel für die großformatigen Dinge steht direkt daneben. Das Archiv befindet sich im Schrank direkt darunter. So habe ich eigentlich nur zwei Plätze, wo ich alles finde: Dieses Regal und die Festplatte am Notebook.
Somit sieht es bei mir glücklicherweise nicht so aus wie auf obigem Bild, ohne dass ich viel Zeit in das Verwalten und Suchen von Informationen investieren muß.
In diesem Zusammenhang: Vielleicht ist auch der Beitrag Was kann denn Ihre Aufgabenliste? hier im Blog interessant für Sie.
Danke fürs Durchhalten. Wenn Sie mögen, schreiben Sie doch ein paar Sätze zu Ihren Methoden.