Thomson Scientific hat eine Studie zur weltweiten Verteilung der Budgets für Forschung und Entwicklung veröffentlicht:

  • China: 48,15%
  • Indien: 24,07%
  • USA: 21,69%
  • Europa: 20,99%

Für die zugrundeliegende Studie wurden von April bis Mai 2006 165 Führungskräfte aus dem Raum Asien-Pazifik befragt. 37% der Teilnehmer kamen aus China. Nun mag man aufgrund dieses Scopes der Studie etwas skeptisch sein. Jedoch ist die Studie damit auch nicht gefärbter als solche, die mit dem gleichen Thema in Europa/USA durchgeführt werden. Und: Die nackten Zahlenverteilung ist nicht die Kernaussage, die dahinter steht.

Wir sollten uns darauf einstellen, dass die Zeiten, in denen China hauptsächlich bereits bestehendes für kleinstes Geld reproduziert hat, vorbei sind. Chinas Selbstverständnis hat sich gewandelt. Und es steht wohl zu erwarten, dass diese Wandlung genauso rasant vorangetrieben wird wie die wirtschaftliche Entwicklung im letzten Jahrzehnt. Das zeigt auch die Einschätzung der teilnehmenden Unternehmen, dass die aktive Unterstützung von F+E-Aktivitäten durch die chinesischen Regierung den grössten Wert für China darstellt.

Das Statement von Vin Caraher, President und CEO von Thomson Scientific, trifft das neue Selbstverständnis ziemlich gut:

“Es ist klar, dass China sich schnell von einer preiswerten Fertigungsbasis zu einer preiswerten Innovationsbasis hin verschiebt, wo komplizierte F&E-Verfahren, Experimente und Explorationen durchgeführt werden. Im Rahmen dieser Verschiebung nimmt die Bedeutung von geistigem Eigentum für chinesische Unternehmen an Bedeutung zu, da die Unternehmen das geistige Eigentum nutzen, um den Wettbewerbsvorteil auszunutzen.”

Grund zur Schwarzmalerei besteht sicher nicht. Wir sollten aber nicht den Kopf in den Sand stecken sondern statt dessen entsprechend proaktiv handeln.

Quelle: prnewswire

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Geschrieben von Alexander Greisle am 18. Mai 2006, Lizenz
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