Mit mehreren Monitoren arbeiten
Vor einiger Zeit machte ein Bericht über die Arbeitsweise von Bill Gates die Runde (hier im Blog und Originalquelle). Er arbeitet mit mehreren Bildschirmen und verwendet dabei ein sehr E-Mail-lastiges Setup. Optimiert für seine Arbeitsweise.
Persönlich arbeite ich auch mit zwei Bildschirmen. Dem Display des Notebooks und einem 17” TFT, welcher über die Docking-Station mit dem Notebook verbunden ist. Meine Arbeitsweise ist nicht annähernd so E-Mail-lastig wie die von Bill Gates, entsprechend ist meine Bildschirmaufteilung anders. Outlook läuft als Mailprogramm übrigends still und leise im Tray vor sich hin, alle Benachrichtigungen sind abgestellt – das lenkt mich sonst viel zu sehr ab.
Letztlich nutze ich den zweiten Bildschirm wie ein zweites Blatt Papier. Am rechten Bildschirm (dem Notebook) läuft meist die Anwendung, mit der ich gerde arbeite. Sagen wir Word, um einen Text zu schreiben. Links, auf dem externen Display, liegt quasi das zweite bzw. die weiteren Blätter, die ich zum arbeiten brauche. Sagen wir eine Excel-Tabelle mit Zahlen und Auswertungen. Diese Aufstellung erleichtert mir im wesentlichen zwei Dinge:
- kann ich einfach mit den Informationen arbeiten, ohne ständig zwischen den Programmen wechseln zu müssen und
- ist der Datenaustausch zwischen den Programmen ebenfalls viel leichter und braucht weniger als die Hälfte der Mausklicks, die beim ständigen Wechsel zwischen Vollbild-Programmen über die Taskleiste notwenig wären.
Andere Szenarien:
- Rechts die Powerpoint-Präsentation, links der Browser mit dem Bilderdienst.
- Rechts ein pdf-Dokument, links der Mindmanager um die Infos daraus in ein Konzept einfliessen zu lassen.
- Rechts der Beitrag für das Blog, links Photoshop mit dem dafür zu bearbeitenden Bild.
- Rechts den FeedDemon zum Lesen der Nachrichten, links den Browser für die zugrundeliegenden Webseiten.
- Rechts das Projektplanungstool, links den Outlook-Kalender.
- Und so weiter.
Aus den Microsoft-Research-Labs gibt es von Suzanne Ross einen interessanten Aufsatz mit dem Titel Two Screens are better than One, in dem von deutlichen Performancesteigerungen durch das Arbeiten mit mehreren Monitoren berichtet wird. Eine Studie berichtet von einer 9 %-igen Gesamtsteigerung der Arbeitsperformance. Einzelne Tätigkeiten, wie zum Beispiel Copy-Paste, sind um 50 % schneller. Wer mit mehreren Monitoren arbeitet, kann diese Zahlen rein aus dem Gefühl heraus nachvollziehen.
Jetzt läuft man allerdings durch die Büros dieser Arbeitswelt und stellt zwei Dinge fest:
- Es gibt kaum Arbeitsplätze mit mehreren Bildschirmen.
- Es gibt viele Arbeitsplätze mit großen Bildschirmen (19” TFT aufwärts), darauf läuft dann allerdings Word im Vollbildmodus – obwohl grundsätzlich genug Bildschirmfläche für mehrere Anwendungen vorhanden ist.
Es gibt einige mögliche Interpretationen, warum das so ist:
- Ein Programm im Vollbildmodus erlaubt die Fokussierung darauf, ohne Ablenkung durch andere Oberflächen und/oder Inhalte. Sozusagen Komplexitätsreduktion. Das ist bei mir ähnlich, nur habe ich halt zwei Vollbilder (wobei ich auf einem Bildschirm auch mehrere Programme verwende).
- Programme, die nicht für den Mehr-Bildschirmbetrieb gemacht sind bzw. nicht intuitiv funktionieren. So kann zum Beispiel Excel nur mit einem Fenster offen sein. Das kann man zwar über beide Bildschirme ziehen (und so parallel mit zwei Spreadsheets arbeiten), jedoch ist man dann darauf festgelegt und kann es nur komplett verkleinern. Word im Gegensatz läuft in verschiedenen Fenstern, so dass ein Dokument offen sein kann, das zweite hingegen verkleinert in der Taskleiste.
- Die Nutzer kommen von selbst nicht auf diese Idee und haben nicht die entsprechende Arbeitstechnik.
Hier kommen wir an ein generelles Problem beim Arbeiten mit IT: Zwar hat man eine immer bessere Ausstattung mit immer mehr Möglichkeiten – doch niemand erklärt den Anwendern, wie sie produktiver und befriedigender damit umgehen können. Nachholbedarf!
Edit: Duplizität der Ereignisse. Auch Martin Röll hat sich Gedanken zu Multi-Monitor-Setups gemacht und verweist auf interessante Artikel von Steve Richards.
Edit: Sven Lennartz verschiedene Tools für die komfortable Steuerung eines Multi-Monitor-Setups gefunden und stellt diese im Dr. Web Weblog vor.
Weiterlesen: Displays, Arbeitstechnik, Performance
Geschrieben von Alexander Greisle am 20. Mai 2006, Lizenz
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 Wann ist die E-Mail-Flut eine Flut?
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 Qualitätszeit
Antworten und Kommentare:
Erwähnung in anderen Blogs bzw. Beiträgen:
-
Mit Notebooks ergonomischer arbeiten | work.innovation Blog am 21.12.2006 um 00:26 Uhr:
[...] Die Qualität der Zeichendarstellung ist evtl. mangelhaft, etwa wenn zu hohe Auflösungen mit niedrigen Bildschirmdiagonalen gefahren werden (1400×1050 auf 14”-Display) Das führt dazu, dass gerade Notebook-Nutzer häufiger über Beschwerden im Schulter- und Nackenbereich klagen. Abhilfe schafft beim Arbeiten am Schreibtisch ein externer Monitor – mit dem Vorteil, dass Sie damit quasi automatisch mit mehreren Monitoren arbeiten können – und eine externe Tastatur/Maus. Damit dieses Setup komfortabel wird, sollte das Notebook an einer nicht zu sperrigen Docking-Station angeschlossen sein. Anschlüsse dafür haben in der Regel Notebooks der Business-Klasse. Nachteil: Rechnet man das preislich alles zusammen, dann entstehen schnell einige hundert Euro an Zusatzkosten. [...]
-
Arbeiten mit zwei Bildschirmen, eine neue Studie - work.innovation Blog am 05.04.2008 um 14:31 Uhr:
[...] Links den Editor (der geniale Q10), rechts den Browser mit der Vorlage für diesen Blog-Beitrag. Kein ständiges hin-und-her switchen zwischen den Anwendungen um etwas nachzulesen, kein ständiges Wechseln der Browser-Tabs, einfaches Copy-Paste zwischen zwei sichtbaren Anwendungen. Was für das Schreiben von Artikeln einfach wunderbar ist, ist in der täglichen Büroarbeit eine enorme Arbeitserleichterung, ich hatte unter anderem im Beitrag ‘Mit mehreren Monitoren arbeiten’ vor bald zwei Jahren schon ausführlich dazu geschrieben. [...]
Ihr Kommentar zu diesem Beitrag:
Das ist auch mein Ansatz. Multi-Monitor alleine ist mir persönlich als Thema zu techniklastig. Interessanter finde ich die Möglichkeiten, damit Methoden weiter zu entwickeln und Performance zu steigern. Deshalb kommt es bei mir immer auf die Agenda wenn es um persönliches Informationsmanagement/Arbeitstechnik und um die Gestaltung von Arbeitsplätzen/-konzepten geht.
Interessant fände ich auch noch den Ansatz, eine Art kleines “side display” zu haben, neben oder über der Tastatur, in der Meldungen zu sehen sind. Etwa die Anzahl der eingegangenen Mails (für den, der das braucht ;-) oder die Vielzahl von Widgets, die inzwischen mit allen möglichen Programmen daher kommen (und mache davon machen ja auch Sinn).
Da das automatische Trackback nicht funktioniert, eben als Kommentar. Ich kann die guten Erfahrungen mit zwei Monitoren gerade bei Webkonferenzen bestätigen.
Mir Hilfe von Notebookständern lassen sich Notebook und extra Monitor prima vereinen.
Doppelt gemoppelt hält besser
Der Productivitäsprung mit Multi monitors ist immens besonderes wenn es geht
um Copy Paste Funktionnen. British Telekom hat zwei Monitors für ihre Mitarbeiten eingesetzt, da es bietet mehr Arbeits-Komfort und Klient-Service wurde dadurch verbessert. Mit dem XEO monitor plus kann man heute bis zu 6
zusätzliche Bildschirme unter XP anschliessen. Under Vista bis zu 9.
Ich benutze selbst 3 Monitors mit dem XEO monitor plus. Es funktionniert perfekt.
Für die die es interressiert www.xeo.eu
...sagt der Hersteller selbst. Habe den Hinweis auf XEO trotzdem mal dringelassen, da er für die Leser evtl. interessant ist. Ich selbst habe keine Erfahrung damit.