Ideenmanagement gestalten

Ideenmanagement ist kein neues Thema, die Gründe es zu tun, sprechen für sich. Dennoch begegnet einem in Diskussionen immer wieder ein eher negatives Schulterzucken: “Schönes Thema, aber es bringt ja eh nichts. Nur zusätzlicher Aufwand.”

Dieses Schulterzucken kommt nicht von ungefähr, sondern basiert in der Regel auf einschlägigen Erfahrungen. Was sind also wesentliche Erfolgsfaktoren, um diese zu vermeiden und dem Ideenmanagement zum erwarteten Nutzen zu verhelfen?

# *Einfachheit*. Das Weltmodell erklären zu müssen bevor überhaupt entschieden ist, ob die Welt gebaut werden soll, ist ein abschreckender Aufwand für den Ideengeber. Zudem hat nicht jede Idee bereits den Reifegrad für derartig ausführliche Erläuterungen. Besser baut man entsprechende Rückkoppelungsschleifen an den richtigen Stellen im weiteren Prozess ein. Meist reicht es, stichwortartig die folgenden vier Fragen beantworten zu lassen: Wie heißt die Idee? Was umfaßt die Idee? Wie hilft uns die Idee weiter? Gibt es jetzt schon bekannte (positive und erfolgswesentliche) Abhängigkeiten?
# *Jeden erreichen* im Unternehmen. Von der Putzfrau bis zum Management, sowohl zum Einbringen neuer Ideen als auch für die spätere Bewertung und Umsetzung. So wird erreicht, dass möglichst vielschichtige Ansätze und Meinungen gesammelt werden. Das erhöht die Gesamtqualität. Oder wissen Sie, welche konstruktiven Gedanken Ihr Putzpersonal hat wenn Sie es ermuntern?
# Eine *zeitnahe Weiterverfolgung* ist aus zwei Gründen wichtig. Zum einen zeigt es die Wertschätzung, ein nicht zu unterschätzender Motivationsfaktor im Ideenmanagement. Zum anderen stellt es sicher, dass keine Chancen aufgrund zeitlicher Restriktionen ausgelassen werden.
# *Transparenz und nachvollziehbare Bewertungen*. Niemand schüttet gerne seine Ideen in ein schwarzes Loch, in dem die eigenen Gedanken ohne Wiederhall verschwinden. Die direkte und für den Ideengeber einsehbare Rückmeldung hat verschiedene Effekte: Sie wird die Qualität der künftigen Ideen erhöhen, da eine bessere Einschätzung möglich wird (meint sowohl den Inhalt der Ideen als auch die Aufbereitung). Sie kann der Einstieg in eine produktive Diskussion über die Idee sein und helfen, Mißverständnisse zu vermeiden. Sie motiviert die Ideengeber für die Zukunft, da sie Wertschätzung zeigt.
# *Einbindung bei der Weiterverfolgung* wenn eine Idee umgesetzt wird. Der Ideengeber hat sich ja bereits als kluger Kopf geoutet, warum ihm nicht die Gelegenheit geben, diesen auch bei der Umsetzung einzubringen? Es gibt wenig, das mehr motiviert als die eigenen Ideen umgesetzt zu sehen und dabei mitzuhelfen.
# *Angemessene Vergütungen*, die nicht immer monetärer Natur sein müssen. Oft ist es zielführender, die “intrinsische Motivation”:http://de.wikipedia.org/wiki/Motivation#Intrinsische_und_extrinsische_Motivation_.28Zwei-Faktoren-Modell.29 der Ideengeber ansprechen, zum Beispiel ein höheres Zeitbudget für weitere Forschungen. Angemessen bedeutet in diesem Zusammenhang sowohl angemessen in der Höhe als auch für den Ideengeber angemessen. Der Putzmann hätte vielleicht tatsächlich lieber ein paar Euro im Geldbeutel als mehr Zeit für neue Ideen. ;-)

Ob der Prozess des Ideen- und Innovationsmanagement “schlank organisiert”:http://www.work-innovation.de/blog/2006/03/09/schlankes-innovationsmanagement/ wird oder ob formellere Prozesse angestoßen werden, ist eine Frage der Unternehmenskultur.

Ganz wesentlich ist jedoch, dass neue Ideen aufgrund *Eigeninitiative* entstehen und eingebracht werden. Was heißt das? Muß der Mitarbeiter den Vorschlag erst abstimmen oder damit rechnen, dass er sich im Nachgang für den Vorschlag zu rechtfertigen (im Unterschied zum inhaltlichen “begründen”) hat, dann wird das Ideenmanagement kaum gute Ideen bringen. Zu hoch ist diese Hürde für Ideen, die mehr als nur an der Oberfläche kratzen.


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