Für das menschliche Empfinden ist beides gleich positiv. Sowohl ein Gewinn oder eine Belohnung als auch das erfolgreiche Abwenden oder Vermeiden von Sanktionen wird als gut empfunden: Ein Ziel wurde erreicht. Das fanden die Forscher Hackjin Kim, Shinsuke Shimojo und John P. O’Doherty vom “California Institute of Technology in Pasadena”:http://de.wikipedia.org/wiki/California_Institute_of_Technology heraus.
bq. “One possible account for this is to propose that avoiding an aversive outcome is in itself a reward, and thus avoidance behavior is positively reinforced on each trial when the aversive outcome is successfully avoided. [...] Neural activity in a region previously implicated in encoding stimulus reward value, the medial orbitofrontal cortex, was found to increase, not only following receipt of reward, but also following successful avoidance of an aversive outcome. This neural signal may itself act as an intrinsic reward, thereby serving to reinforce actions during instrumental avoidance.”
Diese Erkenntnis ist für das Change Management nicht uninteressant. So könnte es sein, dass nicht nur positiv ausgerichtete Maßnahmen wirkungsvolle Instrumente im Change Management sind. Gelingt es, Sanktionsszenarien aufzubauen, die bei einer erfolgreichen Veränderung vermieden werden, dann – so könnte man die obigen Forschungsergebnisse interpretieren – erzeugen diese vermiedenen Sanktionen bei den Mitarbeitern eine positive Empfindung.
Kann das für einen nachhaltig erfolgreichen Veränderungprozess nützlich sein? Jein. Ein Maßnahmenkatalog der alleine darauf aufbaut, ist sicher kontraproduktiv. Es kann aber durchaus ein ergänzendes Werkzeug sein, je nach Unternehmenskultur.
Originalartikel und näheres zum Versuchsaufbau bei “PLoS Biology”:http://biology.plosjournals.org/perlserv/?request=get-document&doi=10.1371/journal.pbio.0040233 (kostenlos, englisch)
via “Sven Lehmann”:http://www.sven-lehmann.de/aktuell/gewinn-gleich-vermeidung.html

