Aktuell läuft – mal wieder – eine heisse Diskussion darüber, welche Geschäftsmodelle für neue Dienste des Internet tragfähig sind, ob es solche überhaupt gibt und: Ob es darum überhaupt geht (z.B. bei Martin Roell oder bei Martin Koser). Manchmal erscheint diese Diskussion noch etwas geschädigt von der Dot-Com-Blase abzulaufen. Das ist gut, denn es verhindert vielleicht ähnliche Luftnummern.

Kurz: Es geht nicht um neue Geschäftsmodelle für neue Internet-Tools. Es geht darum, wie man als Unternehmen von den neuen Entwicklungen des Internet profitieren kann, wie man “Web 2.0” gewinnbringend nutzen kann. Für das eigene Kerngeschäft, unterstützend für die eigenen Aktivitäten. Das Potenzial geht dabei viel weiter als mit “traditionellen” Internet-Werkzeugen wie Visitenkarten-Homepages oder Online-Shops.

Laut der aktuellen AGOF-Studie sind täglich 31 Millionen Deutsche aktiv im Internet, die unter 29-jährigen fast komplett. Für die Onliner ist das Recherchieren im Netz mit knapp 85 % Nutzungsanteil fast genauso wichtig wie E-Mailen. Mehr Zahlen und Fakten gibts in den Dokumenten hinter dem obigen Link.

Jetzt kommen die interaktiven Dienste, von Blogs über Wikis bis hin zu Social-Networking-Tools, die aus der Informations-Einbahnstrasse ausbrechen. Plötzlich steht der Dialog mit und die aktive Einbindung des (potenziellen) Kunden im Mittelpunkt. Mit Kunden und Interessenten reden, Meinungen und Erfahrungen abholen und in die eigenen Produkte und Aktivitäten integrieren. Traumhaft für jeden Unternehmer. Der das Nachdenken beginnt, wie man die neuen Möglichkeiten nutzen kann um den Erfolg und die Wertschöpfung im eigenen Kerngeschäft zu steigern.

So wird deutlich, dass wir über eine wachsende Qualität des Mediums Internet reden. Es geht nicht darum, alle 31 Millionen deutschen Internet-Nutzer zu erreichen um denen was zu verkaufen (“Wenn wir nur 1 % des chinesischen Marktes erreichen, dann sind wir in 2 Jahren … eine geplatzte Dot-Com-Blase”). Es geht darum, in Kontakt mit den Richtigen zu kommen und diesen Kontakt aktiv zu nutzen. Das Internet kann das. Es hat einen klaren Reichweitenvorteil und vielversprechende neue Möglichkeiten.

Und jetzt gehe ich auf den Wochenmarkt und mache genau das.

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Geschrieben von Alexander Greisle am 5. August 2006, Lizenz
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