Positivliste für Verbraucher gefordert!
Die Zeiten ändern sich, Prioritäten verschieben sich. Damit wir auch in Zukunft und im Alter unseren Lebensstandard erhalten können, sind drastische Einschnitte notwendig.
Zwei Politiker weisen den Weg in die richtige Richtung: Dankenswerter Weise hat Innovationsminister Peer Steinbrück die Zeichen der Zeit erkannt. In einem ersten Schritt hat er Urlaubsreisen als sozial unvorteilhaft identifiziert und angeprangert. Nun weist Herr Riester, Ex-Minister, und damit qua moralischer Befugnis, darauf hin, dass der Kauf neuer Autos den neuen Prioritäten diametral entgegensteht. Ein nicht zielführender Verbrauch also.
Richtig! Daher fordere ich eine Positivliste für Verbraucher. Sie besteht aus: Bananen.
Natürlich deutschen Bananen. Der Plan scheint durchdacht. Mitarbeiter von Autokonzernen, Zulieferern und den Zulieferern der Zulieferer werden genauso zu Bananenpflanzern umgeschult wie die Angestellen der Reisebüros und der Reiseunternehmen, der Hotel- und Gaststättenbranche sowie deren Zulieferer und den Zulieferer der Zulieferer. Als geeignete Bananenanbaugebiete haben die Innovationsminister und -ministerinnen die bisherigen Touristengebiete im Norden, Süden und der Mitte Deutschlands identifiziert.
Deutschland möchte unbestätigten Gerüchten zufolge auch verstärkt in die Produktion von Bananensaft einsteigen.
Weiterlesen: Deutschland, Bürokratie
Geschrieben von Alexander Greisle am 24. August 2006, Lizenz
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Ihr Kommentar zu diesem Beitrag:
Genau die Assoziation mit deutschen Bananen hatte ich auch.
Ich hab so das Gefühl, dass man als Politiker einfach so plappern kann ohne Nachdenken zu müssen. Jedenfalls hat’s für die beiden ja wohl wenig Konsequenzen.
Einmal heißt es, wir sollen mehr konsumieren, dann heißt es, wir sollen mehr sparen. Die Herrschaften reden wirklich nur noch kurzsichtigen Stuss. Oder hat sich einfach Herr Steinbrück über ein paar Leute von der Tourismus-Industrie und Herr Riester über ein paar Autofritzen geärgert?
Schade, hatte mich schon auf den Bananensaft gefreut. Banane-Aronia könnte ich mir durchaus interessant vorstellen ;-)
Eine Diskussion über Alters- und Gesundheitsvorsorge ist wichtig, keine Frage – als zweiter Schritt. Ich glaube, wir brauchen hier im deutschen Land zunächst eine Diskussion über die gesellschaftlichen Prioritäten. Da gehört Altersvorsorge, aber auch der Umgang mit unseren Senioren dazu, Gesundheitsvorsorge und der Stellenwert der sozialen Berufe im Gesundheitssektor, der wirkliche Stellenwert von Kindern, Kindergärten, Integration und so weiter.
Aber ganz sicher nicht im Sinne einer geplanten Wirtschaft; Budetismus und Regulierung sind Dinge, die wir hier im Überfluß haben. Wir brauchen einen gesellschaftlichen Konsens als Basis für das weitere Handeln, ausserhalb der Politik. Die soll sich mal lieber wieder auf die Kernaufgaben beschränken und die dafür vernünftig tun. Auch wenns vielleicht etwas blauäugig klingt.
Wie kann es zum Beispiel sein, dass eine Erzieherin mit Verantwortung über die Entwicklung von 25 Kindern mit einem Netto-Monatsgehalt nach Hause geht, für das nicht wenige Berater noch nicht mal morgends das Haus verlassen? Gleiches in allen anderen sozialen Berufen. Da ist das Verhältnis wohl “etwas” aus dem Ruder gelaufen.