Handelsblatt-Serie zur Zukunft der Arbeit

Ein Linktipp für die interessierten Leser: Das Handelsblatt hat eine neue Serie zum Thema “Zukunft der Arbeit”:http://www.handelsblatt.com/news/Default.aspx?_p=200050&_t=cngr&grid_id=1284277 online gestartet. Die ersten beiden Beiträge sind dieser Tage erschienen:

Die “Belastung des Arbeitsmarktes durch Demographie”:http://www.handelsblatt.com/news/Default.aspx?_p=200050&_t=ft&_b=1115197 beleuchtet Dietrich Creutzburg im ersten Beitrag. Er stellt dabei die These auf, dass sich das Arbeitslosenproblem eben *nicht* durch die zunehmende Alterung der Bevölkerung lösen wird.

Ab 2010 soll nach Prognosen die Zahl der potenziellen Erwerbskräft sinken. Das führt, so häufige Aussagen, ja quasi automatisch dazu, dass die Arbeitslosigkeit abnimmt. Experten sagen jedoch voraus, dass das ohne tiefgreifende Veränderungen der Struktur des Arbeitsmarktes eine Milchmädchenrechnung bleiben wird.

Erfolgsentscheidend wird sein, dass Nachfrage und Angebot zusammen passen. Diese eigentlich triviale Weisheit auf Märkten gilt natürlich auch für den Arbeitsmarkt. Das, heute schon existierende, Ungleichgewicht sieht man daran, dass es – je nach Untersuchung – bis zu 1,5 Millionen offene Stellen gibt, die mangels geeignetem Arbeitskräfteangebot nicht besetzt werden können. Stellt man diesen Fakt nicht ab, dann hilft uns auch die demografische Tendenz zu weniger Erwerbstätigen nicht weiter.

Entsprechend muss sowohl die Ausbildung der jungen Menschen besser entsprechend optimiert als auch das Potenzial der älteren Menschen stärker genutzt werden. Stefanie Wahl, Geschäftsführerin des Bonner Instituts für Wirtschaft und Gesellschaft (IWG): “Über lange Zeit waren stets die Jungen jeweils besser als die Älteren. Das ist heute anders.”

Barbara Gillmann beschäftigt sich im zweiten Artikel mit dem “Mythos vom flexiblen Arbeitnehmer”:http://www.handelsblatt.com/news/Default.aspx?_p=200050&_t=ft&_b=1116531 und stellt fest, dass die Bereitschaft dazu, trotz steigender Notwendigkeit eher rückläufig ist. Wissenschaftler vermuten, dass dieser Effekt unter anderem an der – im Gegensatz zur industriellen Revolution – sehr sanften, für viele kaum spürbaren Entwicklung hin zur flexiblen Dienstleistungsgesellschaft liegt. So sind beispielsweise Akademiker sowie Männer und Freiberufler überdurchschnittlich wechselfreudig, Facharbeiter hingegen deutlich weniger.

Ein schlechtes Zeichen ist auch, dass die Deutschen beim Thema Weiterbildung deutlich zurückhaltender geworden sind. Gerade das wäre aber in Zeiten des schnellen Wandels überlebensnotwendig. Verweigerung vor der Realität? Die Antwort bleibt der Artikel leider schuldig. Es kommen ja noch weitere…


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