Der Return-on-Investment misst die Rendite des eingesetzten Kapitals. Nur Investitionen, die eine Rendite auf das eingesetzte Kapital abwerfen sind sinnvolle Investitionen. Häufig wird der ROI in Euro gemessen. Das geht sinnvoll für die harten, quantifizierbaren Zahlen wie zum Beispiel die Summe der Aufträge, die über das Blog gewonnen werden konnten. Schwieriger wirds, wenn qualitative und weichere Faktoren ins Spiel kommen. Dann versagen die harten Formeln erst mal.
Die Diskussion um Sinn und Unsinn von Business-Blogs dreht sich um diesen ROI. Neben gewonnenen Aufträgen berichtet Tom Vander Well in seinem QAQNA-Blog von weiteren positiven Effekten und Erfahrungen:
- Erhöhen der Reichweite durch eine deutliche Steigerung der so genannten “Unique Visitors” der Internet-Seiten. Die dann idealer Weise zu regelmässigen Besuchern werden.
- Hohe Sichtbarkeit in den Suchmaschinen. Denn Google mag Blogs, aus verschiedenen Gründen. Blogs stehen häufig, gerade bei spezielleren Suchen, unter den Top-10 der Suchergebnisse.
- Networking. Blogs bzw. deren Autoren sind hochgradig vernetzt untereinander. So entsteht eine Vielzahl geschäftlicher und persönlicher Beziehungen, die ohne Blog nie zustande gekommen wären.
Alle diese Aspekte kann ich aus eigener Erfahrung bestätigen. Ein weiterer Punkt fehlt mir persönlich in der Liste von Tom Vander Well: Ein Blog vermittelt die Persönlichkeit des Unternehmens bzw. des schreibenden Unternehmers.
Stellen Sie sich vor, Sie bekommen einen Anruf von einem (noch) unbekannten Interessenten, der mit den Worten beginnt: “Ich kenne Sie und ich finde gut, was ich in von Ihnen kenne. Ich würde Sie gerne für einen Auftrag buchen.” Passiert nicht? Passiert.
Ok, so weit also das, was man als “Theorie” abtun könnte. Das, was man als “Praxis” bezeichnen könnte, erlebt gerade Elita Wiegand. Sie versucht, Unternehmer zum Gastbloggen für das Weblog des Business-Clubs innovativ.in zu gewinnen. Die Ablehnungsgründe, die Sie zu hören bekomt, sind vielfältig. Alle haben eines gemeinsam: Sie basieren nicht auf praktischen Erfahrung mit dem Thema.
Es stimmt: Nicht jedes Unternehmen bzw. nicht jede Themenaufbereitung ist für Blogs geeignet. Ob das beim eigenen Unternehmen so ist oder auch nicht? Das wird man nur durch Ausprobieren herausfinden. Warum lassen sich Unternehmen die Chance auf die oben beschriebenen positiven Effekte entgehen?
Und stimmt, ja, was in obigem Link in Amerika funktioniert, das muss bei uns ja noch lange nicht funktionierten. Muß nicht, kann aber. Wie das Internet. Zum Beispiel. Ausprobieren.
Und dabei geht es noch gar nicht mal um das Thema Blogs. Es geht um den Umgang mit Neuem.
Motto der nächsten 365 Tage: “Zulassen.”