Hannes Treichl berichtet in seinem ANDERS|denken blog ausführlich über eine erfolgreiche Aktion von Shell. Es gibt den Tankwart wieder! Zumindest in einigen Teststationen. Und dieser Test ist nach Aussage von Tankstellenpächtern und Shell durchaus positiv. Bis zum Jahresende soll dieser Service weiter ausgebaut werden, so dass dann rund 700 Shell-Stationen diesen klasse Service anbieten werden.

Offensichtlich sind viele Kunden der Zielgruppe (Frauen, Best Agers, Geschäftsreisende) bereit, einen kleinen Obolus für diesen Service zu bezahlen. Die anderen müssen nicht und tanken zu den gleichen Konditionen wie bisher.

Warum das funktioniert: Macht Ihnen Tanken Spaß? Haben Sie Lust darauf, in den Motorraum zu kriechen und Öl und Kühlflüssigkeit nachzusehen? Geht der Deckel Ihres Tanks für die Scheibenwaschanlage auch so schwer auf wie meiner? Das übernimmt in Zukunft der Tankwart.

Wesentliche Vorteile für Shell und die Tankstellenpächter:

  1. Die emotionale Bindung der Kunden an die Tankstelle vor Ort wird gestärkt. Bei der Tankstellendichte in Deutschland ein wichtiger Faktor.
  2. Differenzierung. Denn eigentlich ähnelt heute eine Tankstelle der anderen. Deshalb kann man ja gleich bei der kaufen, die das Benzin am billigsten verkauft. Durch aktive Differenzierung, das zeigt die Shell-Erfahrung, koppelt man sich davon ab. Gerade im lohnenden Segment der weniger preissensiblen Kunden.
  3. Durch die Serviceaktivitäten werden weitere Umsätze getätigt. Zum Beispiel bei Frostschutzmitteln und Reinigungsflüssigkeit. Bedenkt man, dass diese Produkte bei Tankstellen in der Regel deutlich teurer sind, ein gutes Geschäft.
“Laut Kapitany ist der Absatz von Schmierstoffen an den Tankwart-Stationen im Schnitt um 22 Prozent gestiegen, der Verkauf von Zusätzen für Scheibenwasser um 24 Prozent und der Kraftstoffabsatz um 0,8 Prozent.” (Quelle: Shell)

Ein gutes Beispiel dafür, was Service bringt. Schön für Shell: Die Konkurrenz ist noch nicht so weit, sieht keinen Handlungsbedarf und möchte erst mal abwarten.

Das nächste Mal in München werde ich wohl nach einer Shell-Station Ausschau halten. Das Wischwasser gehört ohnehin mal wieder nachgefüllt…

Fragen Sie doch einfach mal nach dem Tankwart, wenn Sie an der nächsten Shell-Tanke keinen zu Gesicht bekommen.

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Geschrieben von Alexander Greisle am 27. September 2006, Lizenz
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