Zunächst: Entschuldigung, wenn ich Sie bei der Arbeit unterbreche. Ich möchte Sie nur kurz auf einen Artikel von Jürgen von Rutenberg in der Zeit von 09.11. aufmerksam machen: Der Fluch der Unterbrechung
Er berichtet unter anderem von einer Studie des King’s College zur Unterbrechung durch E-Mails. Die dort enthaltenen Zahlen habe ich mal in eine Grafik gebracht. So siehts also auf Basis der Studie ganz schematisch und vereinfacht aus, wenn man konzentriert an einer Sache arbeiten möchte:

Grössere Darstellung (öffnet im neuen Fenster; png, 20 kb)
In 100 Minuten wurde also netto 25 Minuten an der wichtigen Aufgabe gearbeitet, davon lediglich 9 Minuten mit höchster Konzentration. Und dabei haben die Autoren der Studie in diesen Zahlen nur Unterbrechungen als solche bewertet, die nichts mit der akutellen Aufgabe zu tun hatten!
Zwei weitere bedenkenswerte Zitate aus dem Artikel in der Zeit:
Ein anderer beschrieb seine absolute Unfähigkeit, eine E-Mail oder einen Anruf nicht sofort entgegenzunehmen: »Es ist wie mit Schokolade oder Kartoffelchips. Ich weiß, ich sollte meine Hand nicht nach ihnen ausstrecken, aber mir fehlt die Willenskraft.« (Quelle: ebenda)
Der durchschnittliche Büroarbeiter unterbricht sich selbst genau so oft, wie er von außen unterbrochen wird. Es ist eine Art vorauseilende Unterbrechung, vielleicht auch schon eine Verfallserscheinung. (Quelle: ebenda)
Ein sehr lesenswerter Artikel: Der Fluch der Unterbrechung.
Weiterlesen: Arbeitstechnik, Zeitmanagement, PIM
Geschrieben von Alexander Greisle am 21. November 2006, Lizenz
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Antworten und Kommentare:
Erwähnung in anderen Blogs bzw. Beiträgen:
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Unterbrechungen während der Büroarbeit — Software Guide am 22.11.2006 um 00:12 Uhr:
[...] Alexander Greisle vom work.innovation Blog hat dabei einige Fakten des Artikels bzw. der dort verwiesenen Studie visualisiert: [...]
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Ruhe! Hier wird gearbeitet… | work.innovation Blog am 29.11.2006 um 10:34 Uhr:
[...] Gilt natürlich nicht für meine Leser ;-). Unterbrechungen im Arbeitsfluß führen zu Ineffizienz. Nachzulesen im Beitrag Vorauseilende Unterbrechung. Die dortige Skizze zeigt, wie wenig wir durch die permanenten Unterbrechungen konzentriert arbeiten können. [...]
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Basic Thinking Blog » die Slow-eMail-Bewegung am 29.11.2006 um 17:35 Uhr:
[...] die ZEIT geht im Artikel Der Fluch der Unterbrechung ein auf: “Vor lauter Anrufen, Emails und Internet kommen viele nicht mehr zum Arbeiten. Psychologen und Programmierer suchen verzweifelt nach Gegenmitteln.” Der Work-Innovation Blogger hat daraus dann eine eigene “Stromschlag-Grafik” erstellt, erinnert mich zumindestens an “arbeiten – aufwachen – arbeiten – aufwachen” (ok, just kidding) [...]
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E-Mail & Co: Der Fluch der Unterbrechung - JobBlog - Marcel Widmer am 29.11.2006 um 19:17 Uhr:
[...] Vorauseilende Unterbrechung (auch Alexander Greisle) [...]
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Silkester erzählt » Blog Archive » Kiffer sind bessere Mitarbeiter als … am 30.11.2006 um 16:18 Uhr:
[...] Vorauseilende Unterbrechung [...]
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Weitblick » Blog Archive » Slow Mail am 18.12.2006 um 07:18 Uhr:
[...] Nachtrag: Der besagte Artikel ist schon früher in der Zeit erschienen und dort im Volltext online verfügbar, inklusive einige zentrale Links. Sehr hübsch auch diese Grafik, welche den Arbeitsrhythmus des modernen Menschen sehr schön illustriert. Abgelegt unter Digital Moleskine Trackback-URL: http://www.workshop.ch/weitblick/wp-trackback.php?p=492 Kommentare als RSS-Feed [...]
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Slow Down, Multitaskers | work.innovation Blog am 25.03.2007 um 22:07 Uhr:
[...] Wie sich Unterbrechungen auf die Arbeitsperformance auswirken, das hatte ich vor einiger Zeit hier im Blog im Beitrag Vorauseilende Unterbrechung grafisch dargestellt. [...]
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Sieben Ursachen, warum man im Büro doch arbeiten kann - work.innovation Blog am 03.09.2008 um 08:06 Uhr:
[...] Ablenkung: Ein großes Problem, die Sägezahnkurve zeigt warum. Nur: Dem Hammer die Schuld dafür geben, wenn man sich auf den Finger haut? Aber es stimmt schon. Viele traditionelle Büros bieten keine Alternative für das konzentrierte Arbeiten. Noch haben viel zu wenige Firmen “Elemente wie”: frei nutzbare Think Tanks (oft auch Cockpits oder Denkerzellen genannt), Rückzugsmöglichkeiten oder stille Orte. Damit lässt es sich hervorragend im Büro arbeiten und man hat beides zusammen: Den direkten persönlichen Kontakt und das stille, unabgelenkte Arbeiten. Vorausgesetzt, man stellt E-Mail und Telefon auch mal aus… Wie sagte neulich ein Mitarbeiter eines Kunden: Seit dem ich mich hier ins Cockpit zurückziehen kann, seit dem brauche ich das Home Office noch weniger. Und es soll auch Menschen geben, die das Büroumfeld brauchen, um gut arbeiten zu können. [...]
Ihr Kommentar zu diesem Beitrag:
25 Minuten bis zur Wiederaufnahme der Arbeit erscheint mir recht lang. Werde wohl mal den Artikel lesen müssen, vielleicht wird es dort erklärt.
Das liegt daran, dass diese Studie auch ergeben hat, dass nach einer Unterbrechung erst mal 2 andere Jobs erledigt werden. Das führt nach den Zahlen dazu, dass die ursprüngliche Arbeit erst nach ca. 25 Minuten wieder aufgenommen wird.
Wie gesagt, etwas schematisch und vereinfacht, wie Studien halt nun mal sind.