Bedeutung von Massen-Online-Business-Netzwerken

Weniger als ein Viertel der geschäftlichen Anwender nutzen Online-Netzwerke. Das brachte eine Studie von “Knowledge Storm”:http://www.knowledgestorm.com/MainServlet?ksAction=aboutus&subpage=s_pressrel&pageName=/resources/content/c_press_rel_111306.jsp hervor, heute zitiert bei “ECIN”:http://www.ecin.de/news/2006/11/28/10177/.

Demnach…

bq. “…haben 77 Prozent Business-User wenig oder keine Kontakte zu sozialen Online-Netzwerken.” (“Ecin”:http://www.ecin.de/news/2006/11/28/10177/)

Ehrlich gesagt habe ich mir die Sinnfrage auch schon das eine oder andere Mal gestellt. Nicht erst seit der unglücklichen Umbenennung und dem Redesign von openBC, das jetzt Xing heißt und inzwischen eher wie eine Kontaktbörse anmutet.

In der Vergangenheit sind – zumindest bei mir – die intensiveren, belastbareren Kontakte überwiegend im persönlichen Treffen und kennen lernen entstanden. Nicht auf Massenveranstaltungen mit 100+ anderen openBC’lern, sondern in kleiner Runde, Auge in Auge, mit allgemeinen oder konkreten Themen. Treffen mit direktem, persönlichem Austausch (mit allen Kommunikationskanälen), beim Essen, Trinken und Live-Diskutieren.

Als Möglichkeit, alte Kontakte wieder zu finden und den Kontakt aufzufrischen leistet openBC/Xing hervorragende Dienste. Auch als Recherchetool ist es nützlich. Und ja, auch Aufträge kamen schon darüber. Denn irgendwie ist openBC/Xing halt doch ein großes Branchenverzeichnis – zumindest wenn man Dienstleister sucht…

Wie immer: Man kann das eine tun und das andere nicht lassen.

Was mich zur Frage bringt: Ist aus Sicht der geschäftlichen Anwender der Zenit der Massen-Online-Business-Netzwerke erreicht? Oder kommt die Zeit erst noch? Sind kleine, aber feine, Business Clubs und Netzwerke mit “Persönlichkeit” die bessere Alternative? Wie ist Ihre Meinung?


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16 Responses to Bedeutung von Massen-Online-Business-Netzwerken

  1. polylog.tv says:

    Kleiner Tipp am Rande: Mehr zum Thema Xing, dem geplanten Börsengang und dem Kopf Lars Hinrichs gibt es auch als Video:

  2. In diesem Zusammenhang kommt mir ein Paradoxon in den Sinn, von dem Tom Peters immer wieder spricht: “Die Zukunft gehört den Unternehmen, die auch groß klein sein können.”

    Und genau darin liegt für mich eine der Möglichkeiten von openBC öhm XING :-) Denn natürlich ist es ein Riesennetzwerk, doch es gibt eben auch z.B. regionale Kleingruppen. In diesen gibt es dann wiederum die Möglichkeit zu persönlichen Gesprächen, Präsentationen und Vorstellungen im kleinen und ausgesuchten Rahmen. Das ganze lässt sich dann verknüpfen mit lockerem Fädenknüpfen zwischen anderen regionale Gruppen von großen Netzwerken wie Lionsclub usw.

    Bei uns (XING Netzwerk Passau) funktioniert das immer besser und zielgerichteter.
    Wahrscheinlich ist es wie bei allen anderen Kommunikations- und Vernetzungsmöglichkeiten auch: Man sollte sich ein paar Ziele setzen, mit denen man an die ganze Sache herangeht. In unserem Regionalnetzwerk sind auch einige Mitglieder dabei, die eher keine geschäftlichen Treffen möchten sondern eher einen lockeren Austausch. Ist ja alles kein Problem. Vereinbart man halt dafür und dafür Termine.

    Aus manchen Netzwerken wächst man ja auch heraus und dafür wieder in andere hinein. Zuviele kann es meiner Meinung nach nicht geben, denn es ist jedes ein wenig anders und zieht dadurch auch andere Menschen an. So, und jetzt ist aber lang genug geworden… :-)

    Schöne Grüße,
    Alexandra

  3. Hans says:

    Wir wollen diese Tendenz, die sich am Markt klar abzeichnet, unterstützen und bieten unsere Software auch für kleine Netzwerke, Communitys usw. an. Wir glauben, dass sich viele in kleinen Gruppen wohler fühlen und sich mit den Zielen und Themen mehr identifizieren können.

    Das bedeutet ja nicht, dass man gleichzeitig in einer größeren Community nach anderen Themen und Lösungen (Profilen) sucht.

    Deshalb bieten wir sowohl unsere Networking-Software für die eigene Community an, als auch die Möglichkeit, sich mit einem Klick als WEPS-Mitglied anzumelden und sein Profil “mitzunehmen”.

    Besten Gruss
    Hans

  4. Einen Offline-Kommentar zu diesem Beitrag möchte ich nicht vorenthalten. Ein Bekannter, GL in einem produzieren Kleinunternehmen, meinte:

    _”Sind solche Netzwerke wie openBC oder dieses linkedin nicht einfach nur eine Spielwiese für Berater und Dienstleister? Ich jedenfalls bekomme ein viel qualitätsvolleres Netzwerk über recht kleine, viel geschlossenere Netzwerke.”_

    Darin sind ja verschiedene Fragen versteckt:

    - Was will ich im Netzwerk (s. Alexandra), was sind meine Qualitätskriterien: Masse an Kontaktmöglichkeiten, Kooperationspotenzial, Zeit verbringen, einen Debattenclub, etc.?

    - Ist meine Zielgruppe überhaupt in diesem Netzwerk? (Ketzerischer Kommentar von eben jenem Bekannten: _”Wollen sich die ganzen Berater bei openBC eigentlich gegenseitig beraten?”_ )

    - Welchen Wert hat die Geschlossenheit, das Gefühl, einem “inner Circle” anzugehören?

  5. Carsten Hübscher says:

    Hallo zusammen,

    bin ein OpenBCler der ersten Stunde und teile die Einschätzung, dass große Netzwerke wenig konkreten Business-Nutzen bringen, auch wenn es regionale oder themenspezifische Möglichkeiten gibt. Vielmehr dient es als Pflegetool für bestehende und/oder wiedergefundene Kontakte. Doch da stellr sich mir folgende Frage: Wäre es nicht sinnvoller, sein eigene Kontaktenetzwerk über eine andere Plattform oder geschlossenes Netzwerk zu pflegen? Der Trend scheint ja in Richtung Vertikalisierung, also speziellere und gleichgesinntere Netzwerke zu gehen.

    Eine Verbindung von openBC und location based service (z.B. Plazes) wäre eine weitere Anwendung der Zukunft, die von großem Mutzen wäre…”Networking on the go” sozusagen…denn wer von uns ist nicht ständig unterwegs und verbringt die meiste Zeit “sinnlos” mit Warten, Kaffe trinken und Lesen…

    Wie denkt Ihr darüber?

  6. Hans says:

    Hallo Herr Hübscher,
    können Sie mir einmal bitte Ihre Vorstellung von location based service (z.B. Plazes) darstellen.
    Ich bin ein Verfechter von Innovationen für Networking-Plattformen und kann mir auch WEPS auf MDAs oder PDAs vorstellen – vlt. in abgespeckter Form.

    Deshalb interessiert mich Ihr Ansatz.

    Gruss
    Hans Bayartz

  7. Die Sinnfrage, lieber Alexander ist berechtigt. Tatsächlich habe ich mich auch schon oft gefragt, was mir Xing eigentlich bringt. Nur Arbeit? Unter dem Strich habe ich vielleicht zwei, drei (wirklich) interessante Kontakte gemacht, Aufträge, keinen einzigen, aber unzählige Anfragen. Viele davon ziemlich unkonkret: Wir sollten mal… wir könnten mal… vielleicht…” Bei Nachfrage. Oft Schweigen!

    Die realen openBC Treffen waren für mich immer eher enttäuschend. So hatte ich zwar anschließend unzählige Visitenkarten in der Hand, konnte mich aber oft nicht mehr an die Person erinnern, weil nichtssagend…
    Trotzdem macht Xing irgendwie auch Sinn, zumindest was das Branchenverzeichnis angeht. Auch die Terminverwaltung ist okay. Bei unseren Veranstaltungen waren auch häufig Gäste, die über die Xing Einladung gekommen sind…
    Auch wenn ich mich mit der Umstellung schwer tue, auf Xing werde ich vermutlich trotzdem nicht verzichten.

  8. Carsten says:

    Hallo Hans..;-)

    im Gegensatz zu Ihnen bin ich natürlich nur Nutzer von Networking-Platformen, Sie betreiben ja eine eigene. Aber ich kann nur meinen Grundgedanken formulieren: Wäre es nicht hilfreich, wenn man unterwegs ist, zu wissen, ob bzw. welche meiner Kontakte sich gerade auch in meiner Nähe aufhalten?
    Dann könnte man sozusagen “spontane” Offline-Treffen organisieren…oder ist das insbes. für uns deutsche dochb zu innnovativ oder spontan?

  9. Hans says:

    Hallo Carsten (OK!)…

    die Grundidee finde ich prima, wir prüfen auch schon, ob wir das im nächsten Step umsetzen können.
    Sicherlich sind auch rechtliche Fragen ein Thema, denn die User wären ja nur über ihr Handy zu orten – richtig? Und da bedarf es der Zustimmung der Ortung (?), sowiet ich informiert bin. Aber wir bleiben am Ball.

    Was wir jedenfalls auch vor haben, ist die mobile Benachrichtigung (sms), sofern es Neuigkeiten auf dem Profil gibt (Zugriffe, Nachrichten).

    Wie ist denn die allgemeine Meinung zu IPTV auf einer Networking-Plattform? (Vorstellung von Angeboten der User, Infos zu Themen rund um Selbständigkeit, Web, Marketing usw. – also keine Infos, die man täglich im Öffentlich-Rechtlichen sieht)

    Gruss an alle
    Hans
    (übrigens auch Nutzer von Networking-Plattformen – nicht nur Anbieter)

  10. cinoman says:

    Hmm, die Frage ist, ob man heute noch fuer diese art von Persoenlichen Meetings Zeit hat (Informationstechnologie verlangt von jedem heutzutage auch eine effektivere Zeitnutzung und Multitasking mit einer konstant bleibenden Zeit), kleine Netzwerke sind sicher effektiver, wenn man die richtigen kontakte in diesem Netzwerk hat…

    Bis man soweit ist, weiterhin Xing, weil man muss…

    Gruesse an alle, Cino

  11. Hans says:

    …oder schaut sich eben doch mal Alternativen (www.the weps.com) an – lade alle gerne ein.

    Würde es eigentlich die Networking-Gemeinde stören, wenn man alle Features und Tools kostenlos nutzen könnte und dort Werbung zur Finanzierung einbaut oder wenn man seine 5 Euro für die Plattform-Nutzung bezahlt, dann allerdings ohne Werbung. Wie ist die allgemeine Meinung??

    Schönen Abend noch
    Hans

  12. …oder “Capup”:http://www.capup.de oder “linkedin”:http://www.linkedin.com oder “SocialBC”:http://www.socialbc.com/de/home oder, oder, oder man schaut mal beim “Networking Wiki”:http://www.gruendungszuschuss.de/wiki/Die_besten_Netzwerke_Deutschlands oder beim “Networking Scout”:http://www.networkingscout.de/ vorbei, nicht wahr, Herr Bayartz ;-)

    Aber diese Werbung geht dann doch etwas am ursprünglichen Thema vorbei. Denn die angebotenen Alternativen vom Weps (ähnlich seltsamer Name übrigends) über Capup bis hin zu Linkedin und den diveren oBC-Clones versuchen das gleiche wie openBC/Xing mit etwas anderen Nuancen in den Funktionalitäten und nicht so erfolgreich.

    Meine These ist weiterhin, dass dieses Modell vielleicht schon ausgedient hat und die kleinen, feinen, lokalen oder themenbezogenen Business Clubs letztlich die bessere Alternative sind. Und den Zeitaufwand wert (letztlich ist der kumuliert auch nicht höher als die Zeit, die man Online bei openBC/Xing verbringt).

    Der Vorteil von Online-Netzwerken ist sicherlich, die Internationalität. Ist halt doch recht schwierig aus Brasilien mal eben zum lokalen Treffen in Stuttgart zu kommen….

    Und ob Werbung oder Cash, so what. Ändert ja nichts an der Sinnfrage.

  13. Edit aufgrund einer offline-Diskussion: Natürlich ist die Argumentation ein gutes Stück weit abhängig von der Zielgruppe, die man dort antrifft. Außer natürlich man betreibt Networking als Beschäftigung und Hobby.

  14. Anonymous says:

    Die Kunst gewinnbringende Netzwerke zu bilden scheint sogar vielen selbst ernannten Netzwerksprofis unbekannt. Meine Erkenntnis aus einem Jahr openbc ist, dass Werbung und Dienstleistungsverkauf optimiert werden. Wie auch im richtigen Leben haben so einige Moderatoren und deren Unterstützer Schlüsselpositionen besetzt und steuern ohne Kontrolle von openbc ihre Tanker (Angebote) auf dem weiten Meer der Unwissenheit.

    Kritik wird durch Gruppenausschlüsse unterdrückt.

    Openbc (XING) ist eine Datenbank und sollte nicht den Namen Netzwerk erhalten. Es ist kein Netzwerk, sondern eine Kontaktplattform.

    Inzwischen hat openbc sehr viel Cash aus dem Börsengang. Warum erinnert mich die Geschichte von openbc so sehr an Lycos Europe?

  15. Pingback: Linkschwung mit Nutzwert, 04-2007 | work.innovation Blog

  16. Micha says:

    Finde die Idee auch ganz gut. Bin ja gespannt ob man die Dinge, die man vor hat auch alle umsetzen kann. Im großen und ganzen eine tolle Plattform.

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