Tipps für ergonomische Computerarbeitsplätze
Einige bekannte, aber doch immer wieder vernachlässigte Punkte zur ergonomischen Arbeitsplatzgestaltung für den Information Worker:
- Sichtabstand zum Monitor, je nach Größe, 50 bis 80 cm.
- Dabei sollte die oberste Bildschirmzeile leicht unterhalb der Augenhöhe liegen.
- Licht möglichst seitlich zum Monitor um Spiegelungen im Monitor bzw. zu starke Kontraste zwischen Monitor und Hintergrund zu vermeiden.
- Positive Darstellung auf dem Bildschirm, d.h. dunkte Schrift auf hellem, nicht zwingend weißem, Untergrund.
- Ausreichend große Zeichendarstellung. Eine 1400er Auflösung auf einem 14” Notebook-Bildschirm ist schlicht ungeeignet.
- 20 cm zwischen vorderer Tischkante und Tastatur, damit Sie Ihre Arme kraft- und gelenkschonend auflegen können.
- Reflexionsarme Oberflächen von Tischplatte, Tastatur und Maus.
Edit: In den Kommentaren kam die Frage nach der Bildschirmdiagonalen auf. Da das ein Punkt ist, der in der Praxis häufig zu Unsicherheit führt, ein paar Ergänzungen dazu:
Wenn der Fullscreen auf einen Blick erfasst werden soll, dann gibt es folgende Faustformeln bezüglich der Diagonale:
- Sehabstand 50 cm: 15” Röhre oder 15” TFT (Zeichenhöhe 3,2 bis 4,5 mm)
- Sehabstand 60 cm: 17” Röhre oder 15” TFT (Zeichenhöhe 3,9 bis 5,5 mm)
- Sehabstand 70 cm: 19” Röhre oder 17” TFT (Zeichenhöhe 4,5 bis 6,4 mm)
- Sehabstand 80 cm: 21” Röhre oder 19” TFT (Zeichenhöhe 5,2 bis 7,3 mm)
Wird mit mehreren Fenstern gearbeitet, dann sollten die Diagonalen entsprechend größer sein.
Neben dieser Faustformen ist die Auflösung wichtig. Eine höhere Auflösung bei gleicher Bildschirmdiagonale sorgt dafür, dass die Zeichen kleiner werden. Anders herum: Die gleiche Auflösung bei unterschiedlichen Diagonalen führt zu höheren Zeichen bei der größeren Diagonale. Hier hilft im Einzelfall nur der persönliche Test, ob die Darstellung angenehm und gut leserlich ist. Die in der obgien Auflistung angegebenen Zeichenhöhen sind die offiziellen Empfehlungen.
Gerade bei TFT ist es nicht zu empfehlen, den Monitor abweichend von seiner Standard-Auflösung zu betreiben, da dies zu einer unscharfen Zeichendarstellung führt. Also vorher testen. Natürlich kann man in den Darstellungseigenschaften von Windows auch die Schriftgröße verstellen, was vom Platzgefühl eine ähnliche Wirkung hat wie eine niedrigere Auflösung.
Weitere beachtenswerte Punkte gibt es auf den Seiten der VBG (Verwaltungs-Berufsgenossenschaft): Fehlerfreier und produktivitätsfördernder Einsatz der Arbeitsmittel im Büro.
Erfüllt Ihr Arbeitsplatz die ergonomischen Anforderungen? Auch im Home-Office?
Weiterlesen: Arbeitsplatz, Ergonomie
Geschrieben von Alexander Greisle am 18. Dezember 2006, Lizenz
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Antworten und Kommentare:
Erwähnung in anderen Blogs bzw. Beiträgen:
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Mit Notebooks ergonomischer arbeiten | work.innovation Blog am 20.12.2006 um 19:40 Uhr:
[...] Zweiter und (vorerst) letzter Teil zum Thema ergonomische Computerarbeitsplätze, heute mit Fokus auf dem Arbeiten mit Notebooks. Grundsätzlich gilt in Deutschland ja die so genannte Bildschirmarbeitsverordnung. Auslegungsbedürftig sind dabei Notebooks. Für diese gilt die Bildschirmarbeitsverordnung nämlich nur dann, wenn sie dauerhaft und fest am Arbeitsplatz eingesetzt werden. [...]
-
Tipps für ergonomischeres Arbeiten am PC und Notebook — Software Guide am 23.12.2006 um 14:15 Uhr:
[...] Tipps für ergonomische Computerarbeitsplätze [...]
-
Bandscheiben-Blog » Blog Archive » Ergonomie am Computerarbeitsplatz am 01.01.2007 um 19:23 Uhr:
[...] Alexander Greisle hat sich im work.innovation-Blog des Themas ‘Ergonomie an Computerarbeitsplätzen‘ bzw. ‘ergonomisches Arbeiten mit dem Notebook‘ angenommen. Gerade weil mittlerweile fast nur noch am Notebook gearbeitet wird, haben derartige Tipps eine hohe Relevanz für den Arbeitsalltag und die Arbeitsplatzgestaltung von Büro-Arbeitsplätzen. Lesezeichen hinzufügen bei: [...]
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Die Top-5-Beiträge der letzten vier Wochen - work.innovation Blog am 13.09.2007 um 17:28 Uhr:
[...] Tipps für ergonomische Computerarbeitsplätze [...]
Ihr Kommentar zu diesem Beitrag:
Hallo Christoph,
zwei umfassendere Fragen ;-)
Zu deiner Frage zur Bildschirmdiagonale habe ich den Artikel oben um einige Punkte ergänzt. Zur Ergonomie beim Arbeiten mit Notebooks werde ich in den nächsten Tagen noch einen Beitrag schreiben. Stay tuned.
Kann man häuftig beobachten, wenn man durch Büros läuft. Es gibt Anwendungen, da macht der Vollbildmodus viel Sinn, SAP beispielsweise oder wenn man wirklich fokussiert mit einer Anwendung arbeitet. Oder wenn man Dinge zurückgelehnt lesen möchte. Häufig sieht man riesige weiße Flächen ohne wirklichen Nutzen. Oder viel zu großen Text, der dann auch nicht mehr wirklich gut zu lesen ist.
Aber auch hier wieder so ein Punkt: Niemand erklärt den Leuten, wie man vernünftig arbeitet, was z.B. der Benefit des Fenstermodus ist. Tatsächlich hatte ich vor nicht allzulanger Zeit mal ein Gespräch bei dem sich herausstellte, dass es der Sekretärin gar nicht klar ist, dass man auch anders als im Vollbildmodus arbeiten kann… Und dass es sehr hilfreich und übersichtlich ist, am 21”-Monitor (!) mehrere Fenster nebeneinander anzuordnen, zum Beispiel für den Datenaustausch.
Noch ein allerdings: Bei manchen Programmen macht ein kleineres Fenster auch nicht richtig viel Sinn. Da finde ich es schade, dass die Programmierer keine unterschiedlichen, fenstergrößenbezogenen Modi zur Verfügung stellen: Im Fullscreen die Komplettdarstellung, im Fenstermodus je nach Größe reduizierte, auf das wichtigste beschränkte Darstellungen.
Hi,
danke für den guten Bericht. Jedoch sind die Bildschirmgrößen ein wenig veraltet. Ich arbeite seit 3 Jahren mit 24” TFTs, und leider finde ich keinerledi Angaben dazu wie der Abstand etc. am “ergonomisch’ten” ist.
Grüße,
Sebastian