Mit Speicherkarten hat es angefangen, jeder Besitzer einer Digitalkamera kennt sie. Inzwischen stoßen die möglichen Speichergrößen in Regionen vor, die bisher Festplatten vorbehalten waren. Sandisk hat gerade ein 32 Gigabyte “Solid State”:http://de.wikipedia.org/wiki/Solid_State_Disk Laufwerk in 1,8″ Bauform vorgestellt (via “tecchannel”:http://www.tecchannel.de/news/themen/storage/458746/index.html). Der amerikanische Hersteller “Adtron”:http://www.adtron.com/products/I25fb-IDEFlashDisk.html bietet bis zu 56 GB in der für Notebooks typischen Bauform von 2,5 Zoll (im Bild).
Kurz: Bei Solid State Disks handelt es sich um Laufwerke, die wie eine traditionelle Festplatte angesprochen werden, aber im Gegensatz dazu aus schnellen Speicherbausteinen anstatt mechanischer Magnetplatten bestehen. Diese Technologie hat einige Vorteile:
* Extrem schnelle Zugriffe (0,12 ms gegen 12-15 ms)
* Sehr geringer Stromverbrauch (0,4 Watt gegen 1 Watt im aktiven Betrieb)
* Eine ungefähr drei- bis vervierfachte Zuverlässigkeit (“MTBF”:http://de.wikipedia.org/wiki/Mtbf) gegenüber heutigen Notebook-Festplatten
* Unempfindlich gegen Vibrationen und mechanische Belastungen
Gerade für den mobilen Menschen sind die drei letzten Punkte ein riesiger Fortschritt. *Höhere Akkulaufzeit* und eine viel *geringere Störanfälligkeit* sprechen für sich.
Noch sind allerdings die Preise sehr hoch. Das SanDisk-Laufwerk wird zunächst mit etwa 600 € zubuche schlagen. Eine 40 GB Notebook-Festplatte bekommt man heute schon für um die 50 Euro.
Auf der anderen Seite stehen die Innovationen auf dem Festplattensektor. Viele Hersteller setzen inzwischen auf das sog. “Perpendicular Recording”:http://de.wikipedia.org/wiki/Perpendicular_Recording zur Steigerung von Kapazität und Geschwindigkeit. Seagate forscht mit “Nanotechnologie an der Erhöhung der Speicherdichte”:http://www.golem.de/0607/46302.html und entwicktelt das “HAMR (Heat-Assisted Magnetic Recording)”:http://www.itwire.com.au/content/view/8350/52/ – damit sollen bis 2010 300 Terrabyte auf einer Festplatte Platz finden. “Hybrid-Festplatten”:http://www.computerpartner.de/knowledgecenter/assemblieren/laufwerke/grundlagen/236265/index.html integrieren Solid State um damit zum Beispiel den Startvorgang von Vista zu beschleunigen – die Hauptarbeit verrichten dabei aber weiterhin die traditionellen Platten, die wesentlichen Nachteile bleiben also bestehen.
Wie lange werden diese Weiterentwicklungen die neue Konkurrenztechnologie aufhalten können? Kommen sie überhaupt schnell genug? Man muß wohl kein Prophet sein um für die Festplattenhersteller stürmische Zeiten vorherzusagen. Die Vorteile von reinrassigen Solid State Disks sind enorm, gerade für die neuen Arbeitsformen. Der Preisverfall wird genauso einsetzen, wie bei jeder anderen Technologie.
Und mit der neuen Technologie tauchen neue Player auf. In fünf Jahren wird man wohl nicht mehr über Seagate, Maxtor, Hitachi oder Western Digital reden sondern über “SanDisk”:http://www.sandisk.de/Oem/Default.aspx?CatID=1477, “Transcend”:http://www.transcend.de/Products/CatList.asp?FldNo=18&LangNo=20&Func1No=1&Func2No=127, “Extrememory”:http://www.extrememory.com/index.cfm?lc=products&nc=pmenue&pageID=11 oder “Adtron”:http://www.adtron.com. Oder über “Toshiba”:http://www.toshiba.co.jp/index.htm und “Samsung”:http://www.samsung.com/PressCenter/PressRelease/PressRelease.asp?seq=20061017_0000294623, die heute bereits auf beiden Feldern aktiv sind.
Lange war es langweilig auf dem Speichermarkt. Das ändert sich jetzt.
Edit: “golem berichtet”:http://www.golem.de/0702/50726.html, dass Adtron neue Solid State Disks in Notebook-Größe mit 160 GB Kapazität auf den Markt bringt. Damit sind die traditionellen Festplatten in Sachen Speicherkapazität eingeholt. Schneller sind Solid State Disks konzeptbedingt. Siehe dazu auch die Diskussion in den Kommentaren.
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Ich hab’ ja beruflich u.a. mit solchen Teilen zu tun und die haben allerdings auch einen bedeutenden Nachteil, ausser dem Preis:
Jede Zelle der Solid State Disk kann nur eine begrenzte Anzahl von Schreibzyklen durchstehen (je nach Hersteller 100.000 oder 300.000). Das führt dazu, dass in einem Betrieb, in dem ständig geschrieben wird (z.B. als Betriebssystemdisk mit WinXP) die Anzahl der Zellen immer kleiner wird und somit Daten verloren gehen, bzw. die Disk irgendwann komplett den Geist aufgibt.
Je nach Filesystem kann dies ziemlich schnell passieren, da z.B. die FAT systeme ständig in die File Allocation Table reinschreiben und somit immer den gleichen Bereich beschreiben, der dem System sagt, wo die Dateien sind. … und wenn der kaputt ist…
Mit dem Zugriff hast du übrigens schon recht, der ist bereits deutlich schneller als bei Festplatten. Die Schreib- und Lesezeiten sind allerdings noch etwas langsamer bis gleich schnell wie bei herkömmlichen Festplatten.
Ein bischen wirds leider schon noch dauern. Aber ich denke schon, dass den Hardwareherstellern noch einiges Schlaues einfallen wird. Auch auf Softwareseite, also Betriebssystem, Treiber und Firmware werden neue Algorithmen kommen müssen.
Mit Vista wird ja ein erster Schritt in Richtung Solid State gemacht, wenn auch “nur” in Form von Hybrid-Festplatten. Damit kommt die Technologie allerdings beim Consumer an, raus aus der Spezial-Ecke.
Habt ihr eigentlich Erfahrungen, wie lange sich eine solche Solid State Disk heute schon, zum Beispiel in einem Business-Notebook bei entsprechender Nutzung, hält?
Das hängt von sovielen Parametern ab, dass man das ziemlich schwierig sagen kann.
Zuletzt hatte ich einen Fall, da hat ein Kunde von uns in einem medizintechnischen Gerät eine Solid State Disk im Einsatz. Da war nach ca 2 Monaten Betrieb die Disk im Eimer… Da war das System falsch geplant.
Ich tippe bei XP in einem momentanen Notebook auf ca. 1/2 bis 1 Jahr, dann muß neu formatiert werden.
Es gibt natürlich schon Alternativen. Bei XP embedded läßt sich ein Treiber einbinden, der die grundsätzlichen Schreibvorgänge des Systems nicht auf die Festplatte, sondern in eine RAM-Disk packt und erst bei runterfahren speichert. Sowas erhöht dann die Lebenszeit beträchtlich.
… und ich geb’ dir Recht:
Wir werden noch viele neue und interessante Innovationen erleben!
Ram-Disk? Hoffentlich nur mit USV…
bq. Ich tippe bei XP in einem momentanen Notebook auf ca. 1/2 bis 1 Jahr, dann muß neu formatiert werden.
Und dann tut die Disk wieder? Dann könnte man das ja in einer Art permanenten Schleife automatisieren, wenn der Chip einen entsprechenden Status hat, ein Refresh quasi.
Laien entwickeln kritische Systeme
P.S.: Lese gerade in der aktuellen c’t auf Seite 168, warum das nicht klappen wird: Die gespeicherte Information wird physikalisch von einer Oxidschicht geschützt, die bei jedem Schreib-/Löschvorgang durchdrungen werden muß und damit nach und nach ihre Wirkung verliert. Verschleiß quasi. Man nennt das “Degradation”.
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