Welche Rolle spielt die Qualität der Information für
erfolgreiche PR- und Medienarbeit?
Aus zig verschiedenen Medienkanälen berieseln uns jeden Tag unzählige Informationen. Der schiere Overflow. Richtig schwierig, da mit der eigenen Medienarbeit überhaupt erstmal durchzudringen. Darin besteht sicher die erste Herausforderung: Einen Weg zu finden, wie die eigene Information trotzdem wahrgenommen wird.
Das alleine reicht jedoch nicht aus. Taugt die Information nicht, dann ist spätestens der dritte Versuch erfolglos. Es ist also auch eine Qualitätsfrage. Der Gehalt und die Aufmachung von Information muss stimmen. Nur dann werden auch zukünftige Informationen noch aufgenommen werden.
Es ist sicher eine gute Idee, sich bei seiner eigenen PR- und Medienarbeit im Vorfeld darüber Gedanken zu machen, wie die jeweilige Zielgruppe die Qualität der Informationen – egal in welchem Medium – bewerten wird.
Der erste Blick eines aufmerksamen Lesers oder Hörers wird in jedem Fall der Quelle gelten.
- Wer ist der ursprüngliche Produzent diese Information?
- Wie steht es um die Qualifikation dieser Quelle?
- Wie ist die Reputation?
- Welche Ziele werden wohl verfolgt?
Aufgeklärte und kritische Leser stellen diese Fragen heute gerade auch bei traditionellen Presseprodukten. Nur allzu häufig werden Pressemeldungen von Unternehmen oder dpa- oder ap-Meldungen unverändert übernommen. By the way, diese häufig dem Zeitmangel der Redakteure geschuldete Unsitte trägt nicht gerade zur Reputation von Zeitschriften bei. Ein Schuss ins Knie, und der Authentizität der Information alles andere als zuträglich.
Worauf richtet sich der zweite Blick? Vielleicht auf die Sorgfalt, mit der die Information erstellt wurde. Denn Objektivität erwartet man sich von einer Werbeinformation eigentlich nicht. Wohl aber fundierte Hinweise und vielleicht den einen oder anderen nützlichen Aspekt.
- Stehe ich als Leser mit meinen Bedürfnissen und Problemen im Mittelpunkt oder ist das Ganze eine Selbstbeweihräucherungsshow des Unternehmens? Bin ich überhaupt angesprochen?
- Sind alle Informationen enthalten, die ich brauche, um ein Angebot bewerten zu können?
- Werden wichtige Hintergrundinformationen gegeben?
- Wird sorgfältig argumentiert?
- Ist der Stil und die Grammatik ordentlich?
- Wie schaut es mit der Verständlichkeit aus?
- Ist die Information vielleicht gar verifizierbar?
Fasst man diese Punkte zusammen, dann bedeutet das, dass man sich nicht nur über die Bedürfnisse und Probleme der Zielgruppe ein Bild machen sollte. Das i-Tüpfelchen ist zu wissen, welche Informationsziele der potenzielle Informationskunde hat.
Etwas gemein ist, dass sich diese für die einzelnen Medien unterschieden werden. Von einem Fachbeitrag in einem Weblog erwarte ich einen anderen Stil und andere Inhalte als von einem Artikel in einer wissenschaftlichen Zeitschrift oder in der Frankfurter Allgemeinen. Das ist nichts unanständiges, nur aufwändig für den Verfasser. Aber dieser will ja was von mir, dem Informationskonsumenten.
Solange ich noch ein Konsument bin. Denn langsam aber sicher habe ich mich – nicht zuletzt durch Weblogs – daran gewöhnt, dass ich weltöffentlich kommentieren und diskutieren kann. Umso wichtiger ist die Qualität von Informationen.
P.S.: Die Aufzählungen sind als Anregung gedacht, nicht als vollständige Checkliste.
Weiterlesen: Informationsqualität, Business Blog-Karneval, Marktauftritt
Geschrieben von Alexander Greisle am 17. Februar 2007, Lizenz
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