Online-Brainstorming kommt in Mode. Spätestens seit brainR gestartet wurde, ist das Thema in aller (Blogger-)Munde. Ein paar Wochen länger besteht brainReactions, eine Site aus Amerika. Beiden ist gemeinsam, dass schnell und einfach neue Brainstormingthemen mit Titel und Kurzbeschreibung aufgesetzt werden können. Diese werden dann auf der Startseite präsentiert und jeder hat die Möglichkeit, in einer sehr einfachen Oberfläche seinen Input beizusteuern und dabei gleichzeitig zu sehen, was andere diesbezüglich für Ideen entwickeln.

Für beide Dienste gilt das Motto: Keep it simple. Reduziert auf das Wesentliche. Bei brainR im Moment vielleicht noch etwas zu reduziert, aber dazu weiter unten mehr. Beide kommen mit einer modernen, auf AJAX basierenden, sehr benutzerfreundlichen Oberfläche.

brainReactions bietet darüber hinaus noch die Möglichkeit, neue Einträge zu einem Brainstorming-Thema per RSS-Feed zu abonnieren. Ein sehr nützliches Feature, nicht nur für den oder die Ersteller bzw. Beobacher des Themas, bleibt man doch so zeitnah auf dem Laufenden. Zweiter wesentlicher Vorteil: Damit können Ideen schnell weiterentwickelt werden, just a click away, mit wenig Aufwand. Der RSS-Feed ist tatsächlich die Funktion, die ich bei brainR noch schmerzlich vermisse.

Ebenfalls praktisch bei brainreactions: Alle Ideen zu einem Brainstorming können per E-Mail verschickt werden. Dazu gibt man einfach die eigene und die Empfängeradresse und einen kurzen Text ein. Nicht nur als Backup sinnvoll.

Was beiden Plattformen fehlt, eine hervorragende Idee von Burkhard Scheider, ist eine Trackback-Funktion. Damit könnten sich Blogs direkt mit eigenen Beiträgen – die ja meist ausführlicher sind als die Einzeiler bei den Online-Brainstormings – einklinken. Potenzial: Ideen und Wissen noch intensiver verknüpfen.

Vergleicht man die Aktivität auf beiden Plattformen, dann ist brainR die erste Wahl, wenn es um deutschen Content geht. brainReactions liegt – es ist halt eine amerikanische Plattform – beim englischsprachigen Content vorne. Deutsch Brainstormings finden sich zwar auch, aber eher vereinzelt.

Die Benutzerführung empfinde ich bei beiden Services ähnlich einfach und intuitiv. brainR ist in meinen Tests bisher der performantere Service, bei brainReactions ist es schon mal etwas zäher. Ein- oder zweimal ist es mir schon passiert, das eine Eingabe nicht angenommen wurde. Nachvollziehen konnte ich den Fehler allerdings nicht, bei der nächsten Eingabe gings dann wieder.

Was bei brainReactions auch auffällt ist, dass mehr private Brainstormings eingestellt sind. Man wird sehen, wie sich das bei brainR entwickelt. Ob das positiv ist oder nicht, das hängt sicher vom Fokus des Besuchers ab.

Fazit: Rüstet brainR die RSS-Feeds und vielleicht auch die oben erwähnte E-Mail-Funktionalität nach, dann geht es aufgrund der aktiveren deutschen Community und der besseren Performance eindeutig als Sieger hervor. Soll oder darf das Brainstorming in Englisch sein, dürfte brainReactions der bessere Service sein. Bei beiden Diensten wird es nicht schaden, parallel noch etwas Werbung für das eigene Brainstorming auf anderen Plattformen zu machen. Auch ein Punkt, den eine Trackback-Funktionalität unterstützen kann.

Einen Gewinner gibt es derzeit für mich nicht, Gleichstand. Nicht vergessen werden darf, dass brainR noch sehr jung ist. So wie ich den Entwickler von brainR, Peter Grosskopf, kennen gelernt habe, dürfen wir da noch einiges erwarten.

P.S.: Bei brainR gibts ein Brainstorming zum Thema Wie wird brainR.de besser? – vielleicht haben Sie ja Ideen?

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Geschrieben von Alexander Greisle am 4. März 2007, Lizenz
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