Elektronisch oder Papier, das ist (noch) die Frage. Marcel Widmer hat sich vom PDA getrennt, Kai-Jürgen Lietz und Peter Sennhauser sind ebenfalls rückfällig geworden. Die regen Kommentare dort zeigen, dass das Thema berührt. Es wird Zeit, dass ich mal aufschreibe, wie ich das mit der Koexistenz von Festplatte und Papier so handhabe.

Ich habe bzw. hatte im Arbeitsalltag zwei wesentliche Einsatzgebiete für Papier (neben Rechnungen und Büchern/Zeitschriften): Mindmaps und Notizen bzw. Skizzen.

Das Problem bei Papier: Ich möchte einen Ort haben, an dem alles zu einem Thema liegt. Heutzutage ist das die Festplatte des Notebooks. Und das möglichst bequem und ohne zusätzlichen Aufwand mit Scannen oder nochmaligem Übertragen. Ach ja, wie ich das mache. Zunächst zum Mindmapping:

Mindmapping

Wenn “richtige” Mindmaps gezeichnet werden, dann ging das bisher am besten auf Papier. Die PC-Programme, sei es der MindManager oder FreeMind, haben kaum richtiges Mindmapping-Feeling. Abhilfe naht: Ich nutze seit einigen Wochen die Software iMindMap vom Mindmapping-Erfinder Tony Buzan persönlich. Noch eine recht frühe Version 1.0 mit noch eingeschränktem Funktionumfang. Nichts desto trotz sehr schön, um Mindmaps mit dem PC zu zeichnen, die dann auch wie Mindmaps aussehen. Wichtig: Auch der Erstellungsprozess ist damit wieder sehr gestalterisch.

Leider kein Beispiel von mir, ich habe gerade keine Map zu Hand, die ich veröffentlichen kann bzw. möchte. Ich verwende zusätzlich noch einen Handschriften-Zeichensatz und gestalte die Kurven der Äste noch etwas mehr aus. Das macht das Feeling noch kompletter. Weitere Beispiele von iMindMaps gibt es hier und hier (jeweils etwas nach unten scrollen).

iMindMap nutze ich, wenn es um Mindmapping im ursprünglichen Sinn geht. Der MindManager hingegen kommt z.B. für Planungen und “nicht-kreative” Mindmaps zum Einsatz. Durch die sehr leistungsfähigen Filter- und Planungsfunktionalitäten ist er dafür ungeschlagen. Leider klappt der Austausch der Mindmaps zwischen den beiden Tools im Moment nur mit relativ viel Handarbeit über Word.

Handschriftliche Notizen

Handschriftliches auf Papier mag ich sehr. Zum einen ist es ein völlig anderes Schreib- und vor allem Skizziergefühl. Zum anderen hasse ich Besprechungen, bei denen sich die Menschen hinter Laptop-Monitoren verschanzen. Deshalb nutze ich einen digitalen Stift (Logitech io2-Pen) zusammen mit dem Oxford Easybook m3-System.

Man schreibt mit der Hand auf (fast) normales Papier. Über über den speziellen Kugelschreiber wird die Handschrift digitalisiert. Nach der Synchronisation hat man dann zunächst eine Grafik, die den Zettel Papier originalgetreu wiedergibt. Über die Grafik kann man dann eine Schrifterkennung laufen lassen. Diese funktioniert im Oxford-System ohne Training und recht gut – wenn man ordentlich schreibt.

Für die eine oder den anderen ein Nachteil: Leider nur einfarbig und nur mit Kugelschreiber. Man kann halt nicht alles haben… Ist man, wie ich, künstlerisch ohnehin nicht sonderlich begabt, dann reicht der Kugelschreiber gut aus.

Sehr praktisch (1): Es lassen sich gewisse Action-Tags definieren, die aus der Handschrift direkt Aktionen generieren. Zum Beispiel werden so automatisch Outlook-Aufgaben erstellt, Textpassagen in eine Word-Datei überführt (als Text oder als Grafik) oder eine geschriebene in eine Excel-Tabelle verwandelt.

Sehr praktisch (2): Genial ist – und deshalb bin ich von der Original Logitech-Software zu der von Oxford gewechselt – die Suchfunktion über die digitalisierten handschriftlichen (!) Notizen. Das funktioniert erstaunlich zuverlässig.

Nicht zu vernachlässigen: Die Oxford-Blöcke sind sehr hochwertig, fassen sich gut an und haben eine praktische Innentasche für allerlei Zettelkram. Es gibt auch ein kleines, sehr gut verarbeitetes digitales Papier-Notizbüchlein für die Sakkotasche und einen Papier-Kalender mit Outlook-Anschluß.

Fazit: Noch nicht perfekt, aber es verbindet beide Welten doch schon sehr gut und man hat alles sauber beisammen an einem Ort auf der Festplatte.

Nennt man das jetzt eigentlich auch Hybrid? Hybrid Working?

Edit: Auch Johannes Kleske macht sich so seine Gedanken.

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Geschrieben von Alexander Greisle am 4. Mai 2007, Lizenz
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