sagt Siglinde Sonnenholzer. Die Münchnerin gibt bei FOCUS Online Tipps für eine effiziente Schreibtisch- und Arbeitsorganisation. Ein kleines Videoexperiment zeigt, dass eine solche tatsächlich hilft. Nämlich gerade bei den kleinen, ungeliebten Aufgaben des Alltags. Laufen diese effizient, dann bleibt schlicht mehr Zeit für das Genie in uns und für die wirklich interessanten Dinge.
Schön und vor allem zielführend finde ich, dass sie das Thema nicht so verkniffen sieht, wie man es aus vielen anderen Beiträgen zum Thema Selbstorganisation kennt:
Für Sonnenholzer ist Unordnung kein Zeichen von Charakterschwäche. “Kreativen Menschen ist ein aufgeräumter Schreibtisch einfach nicht wichtig.”
(Quelle: focus.de, Siglinde Sonnenholzer)
Der zentrale Tipp für den Erfolg aller Selbstorganisationbemühungen, sei es im kreativen Chaos oder auf dem Weg zum top-organisierten Schreibtisch, liegt sicher im letzten ihrer Ordnungstipps: “Neben aller Disziplin ist Geduld mit sich selbst wichtig.”
Hm, werde wohl doch schnellstmöglich meinen lange angekündigten Besuch im neuen Office von Frau Sonnenholzer in der Münchner Friendsfactory wahr machen müssen. Mal schaun, wie ihr Schreibtisch so aussieht. Ich überlege mir bis dahin vielleicht noch ein kleines Videoexperiment
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also geduld als schlüssel gegen das chaos halte ich ja – mit verlaub – für einen ziemlich dämlichen tipp. chaos entflechtet sich nicht von allein – da kann man lange warten. entscheidend ist doch a) welchen job man macht (bei kreativen ist chaos durchaus okay, bei controllern schlicht der tod) und b) welcher typ man selbst ist.
Die Geduld bezog sich auch weniger auf die chaotischen Zustände sondern mehr auf die Geduld bei Veränderung der eigenen Arbeitsweisen. Denn die Erfahrung zeigt, dass diese gerade bei Verhaltensänderungen angesagt ist um nicht beim ersten Rückfall aufzugeben.
Ich habs oben mal etwas genauer formuliert, danke für den Hinweis.
okay. da bin ich d’accord: lange gehegte verhaltensmuster abzulegen oder zu verändern, braucht zeit – noch mehr aber disziplin und eisernen willen (wie mit dem rauchen aufzuhören). es ist dazu aber auch nötig, den sinn dahinter zu erkennen, sonst gibt jeder mit der zeit auf. beim rauchen ist das klar die bedrohte gesundheit. aber ein chaotisch kreativer mensch erkennt nicht zwangsläufig den sinn hinter der ordnung. womöglich ist sie für seinen typ sogar kontraproduktiv.
ich sage das durchaus aus erfahrung. ich persönlich bin ein ordnungsliebhaber, mit leichtem tick zur pedanterie. kollegen von mir sind das genaue gegenteil. und die brauchen das auch. ich bin zwar auch immer geneigt, sie zur ordnung zu missionieren, weil das in meinen augen das bessere konzept ist – aber das ist es eben nur in meinen augen!
Disziplin und eiserner Wille – hier ist es vielleicht so, wie mit der Ordnung. Für einen ist es eine zielführenden, für den anderen nicht.
Ich finde die 4 As für Veränderungsprozesse – „typübergreifend – aus eigener, genauso bei unseren beruflichen Coachings hilfreich.
A=Aufmerksamkeit für das Problem (ah, hier sieht es echt chaotisch aus)
A=Akzeptieren (aah, ja ich bin echt ein Schreibtischchaot)
A=Abwarten, Aushalten (aaah, ich möchte es ändern, aber es braucht (noch) Zeit)
A=Aktiv verändern können (aaaah, jetzt packe ich es an, weil es nun (für mich) passt)
Ich erlebe immer wieder, dass gerade das 2. und 3. A gerne übersprungen wird. Gerade von „Machern”. Aber „Gemachtes” ist selten so dauerhaft integriert wie „Gewachsenes” und immer sich „Machen” zu müssen ist auf die Dauer ziemlich anstrengend – die Auswirkungen auch für die Mitmenschen.
@Jochen: Von Umerziehungsmaßnahmen halte ich ohnehin nichts. Warum auch? Gerade die unterschiedlichen Typen sind ja das Salz in der Suppe. Außerdem möchte ich auch nicht umerzogen werden…
Trotzdem können natürlich ein paar kleine Tipps und Tricks helfen, produktiver zu arbeiten. Egal ob als Ordnungsfanatiker oder als Chaot. Zugegeben, die Ordnungsfanatiker sind empfänglicher dafür. Ich halte das für sehr viel zielführender als wenn man allseits bekannte Zeitmanagement- oder Selbstorganisationstechniken versucht überzustreifen.
Ich habe da für mich nen Dreiklang: Arbeitsweisen und -prozesse => Die richtigen Methoden => Umsetzung in Tools und das tägliche Tun. Sehr häufig wird aber gerade der erste Punkt und der Übergang zum Zweiten ausgelassen.
@Sigi: Ich würde das G für Geduld auch eher als fünftes hinter die 4 As platzieren. Nach dem Anpacken, wenns nicht sofort klappt, bei den ersten Rückschlägen. Vielleicht ist das G(eduld) auch ein fünftes A für “Ausdauer bei der aktiven Veränderung”?
@ Alex. Danke für das A.