Was dachten Sie eigentlich das letzte Mal, als Sie in ein chaotisches Büro eines Kollegen gingen? Oder als Sie durch eine Abteilung gelaufen sind, in der die meisten Schreibtische unaufgeräumt waren? Haben Sie sich spontan wohl gefühlt und gedacht “Wow, hier wird aber was weggeschafft”?
Bei der Einführung flexibler Arbeitskonzepte gibt es immer auch ein Thema: Clean Desk. Denn es ist schlicht eine Voraussetzung dafür, dass die Mitarbeiter aufgabenbezogen mehrere Arbeitsplätze nutzen können. Genauso umgekehrt: Damit ich einen bestimmten Arbeitsplatz nutzen kann muß er aufgeräumt sein. Wenn ich den Platz in der Kreativecke erst aufräumen oder wenn ich erst die Kaffeetassenränder im Think Tank wegmachen muß – keine Frage, ich werde es mir zweimal überlegen ob ich diese Angebote nutze.
Natürlich bleibt Clean Desk eine Glaubensfrage und ist damit in vielen New Work-Projekten eine der zu nehmenden Hürden. Drei Vorteile hat eine Clean Desk-Policy in der Praxis:
- Vertraulichkeit und Datenschutz. Klar, was nicht rumliegt, das kann von den Kollegen und vom eventuellen Publikumsverkehr nicht eingesehen werde. Theoretisch ist diese Anforderung in vielen Firmen definiert, praktisch scheitert sie an einer fehlenden Clean Desk-Policy…
- Erscheinungsbild. Nicht nur bei Publikumsverkehr wichtig. Es gibt Stimmen und Studien, die von besseren Karrierechancen für die Leertischler sprechen. Und mal ehrlich, im Einzelbüro ohne Besucher mag es einem ja noch egal sein – aber im Gruppen- oder Teambüro? G’schlampert. Von gelungener Inszenierung ganz zu schweigen.
- Selbstorganisation. Ob man durch Aufräumen wirklich schneller wird? Die chreativen Chaoten unter uns werden das wohl bestreiten. Zwei Aspekte lassen sich jedoch nicht wegdiskutieren: Durch das Abräumen am Abend lässt sich das Geschaffte quasi wie von selbst reflektieren. Durch das wohlüberlegte Herausräumen der Unterlagen strukturiert sich der Tag und die Aufgabe fast von selbst.
Mich würde in der folgenden kleinen Umfrage interessieren: Wie halten Sie es mit dem Clean Desk?
Weiterlesen: New Work, Arbeitsplatz, Bürogestaltung, Blogumfrage
Geschrieben von Alexander Greisle am 26. Mai 2008, Lizenz
Details/Permalink | Trackback URL | per E-Mail versenden | | Drucken | Diskussion (4)
 Hotelling im JobBlog
 Zeit wird knapp.
 Leben und Arbeiten in der Zukunft
 Erfolgreiche Gewohnheiten der Digital Natives verändern unsere Art zu arbeiten
 Zitat: Tim Berners-Lee über das Internet
Antworten und Kommentare:
Erwähnung in anderen Blogs bzw. Beiträgen:
-
Natur tut gut. Pflanzen im Büro steigern Performance. - work.innovation Blog am 28.05.2008 um 12:56 Uhr:
[...] Clean Desk war das Thema des vorherigen Artikels. Clean Desk bedeutet jedoch nicht, dass Büros steril und wenig ansprechend sein sollen. Im Gegenteil. Gerade haben amerikanische Forscher wieder herausgefunden, dass Pflanzen zum Wohlbefinden und zur Zufriedenheit der Mitarbeiter beitragen. In einem früheren Beitrag hatte ich schon auf die positiven Wirkungen von Pflanzen hingewiesen. [...]
-
stellenblog.ch » Blog Archive » Besser arbeiten mit Ordnung? am 16.06.2008 um 14:58 Uhr:
[...] Alexander Greisle von work.innovation ist dieser Meinung. Denn «Clean Desk» habe drei wichtige Vorteile: [...]
Ihr Kommentar zu diesem Beitrag:
“Bessere Karrierechancen für die Leertischler” – oha, ich hoffe ja, dass da auch die Rollcontainer und Aktenschränke in die Betrachtung einbezogen werden. Nicht dass der “Clean Desk” um den Preis eines vollgestopften (aber hoffentlich abschließbaren) Rollcontainers erkauft wird ;)
Was sich da manchmal am Schreibtisch türmt, das passt in keinen Caddy… Natürlich werde die mitbetrachtet, gehört ja zur Selbstorga dazu. Dabei gilt es selbstverständlich auch die Privatsphäre zu beachten. Ist im Prinzip ein bischen wie mit den Nachbarn: der Saustall im Garten ist öffentlich, der im Keller nicht ;-)