“Leute, verzichtet auf Emails, sie halten euch nur vom Arbeiten ab”
So zitiert Julius Endert im ad hoc-Blog des Handelsblatt Luis Suarez Rodriguez von IBM aus einem Vortrag auf der gerade zu Ende gegangenen Internet-Konferenz next08.
“Genau!”, möchte man im ersten Impuls rufen. Man kann es sogar noch toppen: “Leute, verzichtet auf das ganze Kommunikationsgedöhns und ihr habt unendlich viel Zeit.”
Quatsch, natürlich. Es kommt wie immer darauf an, den Werkzeugkasten zu beherrschen. Wenn Sie daraus das im Kontext richtige Werkzeug auswählen und das dann gut einsetzen, dann ist das die Lösung. Und nicht, die Schuld auf den Hammer zu schieben.
Wenn Sie Ihre Informationsarbeit gut organisieren, dann werden Sie auch mit E-Mail glücklich. Wenn Sie das nicht tun, dann werden Sie auch ohne E-Mail nicht glücklich. Im Gegenteil, eher werden Sie aufgrund gleicher Verhaltensweisen und der Heterogenität der Kanäle noch mehr absaufen.
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Man muss halt heut zu Tage genau aufpassen, wo man überall seine eMailadresse angibt. Ich würde zb. nie bei einem Forum o.ä. meine Hauptmailadresse angeben. Denn wenn man mit seinen Daten schlampig umgeht, braucht man sich später auch nicht wundern, wie viele Leute die eMailadresse gefunden haben und diese mit Werbung zumüllen.
Naulich hat Tim Ferriss in einem Interview empfohlen, die 80/20-Regel konsequent anzuwenden:
“Machen Sie zuerst eine 80/20-Analyse, womit Sie Ihre Zeit verbringen. Welches sind die 20 Prozent an Aktivitäten und welches die 80 Prozent an Ablenkungen und Unterbrechungen, die den Großteil Ihrer Zeit verbrauchen? [snip] Dann schreiben Sie die zwei bis vier schlimmsten Zeitfresser auf eine „Not-to-do-Liste“, und schauen Sie jeden Morgen darauf. Versuchen Sie erstmal, diese Dinge einen bis zwei Tage lang nicht mehr zu tun.”
Das ist ein ähnlich dämlicher Tipp wie der oben von Julius Endert. Hören Sie auf zu leben, was meinen Sie, wieviel Zeit Sie dann haben werden.
Ja, die gute alte Zeit… früher ging das alles ohne Internet und eMail. Aber stellt man sich heute vor, dass diese Kommunikationswege nicht zur Verfügung stehen würden, dann würden sich die Leute über hohe Telefon- und Faxgebühren etc. aufregen. Aber wie bei allen Dingen gibt es auch ein “aber”: Leider wird natürlich aufgrund der schnellen Übertragung von Mails auch mit einer sofortigen Antwort gerechnet, was natürlich nicht immer machbar ist, weil ja am anderen Ende letztendlich Menschen sitzen, die manuell recherchieren müssen, um Antworten zu finden und diese dann wiederum per Mail zurücksenden. Aber im Großen und Ganzen ist das schon eine schöne Sache per Mail zu kommunizieren.