Hürdenlauf: Clean Desk

Was dachten Sie eigentlich das letzte Mal, als Sie in ein chaotisches Büro eines Kollegen gingen? Oder als Sie durch eine Abteilung gelaufen sind, in der die meisten Schreibtische unaufgeräumt waren? Haben Sie sich spontan wohl gefühlt und gedacht “Wow, hier wird aber was weggeschafft”?

Bei der Einführung flexibler Arbeitskonzepte gibt es immer auch ein Thema: Clean Desk. Denn es ist schlicht eine Voraussetzung dafür, dass die Mitarbeiter aufgabenbezogen mehrere Arbeitsplätze nutzen können. Genauso umgekehrt: Damit ich einen bestimmten Arbeitsplatz nutzen kann muß er aufgeräumt sein. Wenn ich den Platz in der Kreativecke erst aufräumen oder wenn ich erst die Kaffeetassenränder im Think Tank wegmachen muß – keine Frage, ich werde es mir zweimal überlegen ob ich diese Angebote nutze.

Natürlich bleibt Clean Desk eine Glaubensfrage und ist damit in vielen New Work-Projekten eine der zu nehmenden Hürden. Drei Vorteile hat eine Clean Desk-Policy in der Praxis:

  • Vertraulichkeit und Datenschutz. Klar, was nicht rumliegt, das kann von den Kollegen und vom eventuellen Publikumsverkehr nicht eingesehen werde. Theoretisch ist diese Anforderung in vielen Firmen definiert, praktisch scheitert sie an einer fehlenden Clean Desk-Policy…
  • Erscheinungsbild. Nicht nur bei Publikumsverkehr wichtig. Es gibt Stimmen und Studien, die von besseren Karrierechancen für die Leertischler sprechen. Und mal ehrlich, im Einzelbüro ohne Besucher mag es einem ja noch egal sein – aber im Gruppen- oder Teambüro? G’schlampert. Von gelungener Inszenierung ganz zu schweigen.
  • Selbstorganisation. Ob man durch Aufräumen wirklich schneller wird? Die chreativen Chaoten unter uns werden das wohl bestreiten. Zwei Aspekte lassen sich jedoch nicht wegdiskutieren: Durch das Abräumen am Abend lässt sich das Geschaffte quasi wie von selbst reflektieren. Durch das wohlüberlegte Herausräumen der Unterlagen strukturiert sich der Tag und die Aufgabe fast von selbst.


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4 Responses to Hürdenlauf: Clean Desk

  1. Martin Koser says:

    “Bessere Karrierechancen für die Leertischler” – oha, ich hoffe ja, dass da auch die Rollcontainer und Aktenschränke in die Betrachtung einbezogen werden. Nicht dass der “Clean Desk” um den Preis eines vollgestopften (aber hoffentlich abschließbaren) Rollcontainers erkauft wird ;)

  2. Alexander says:

    Was sich da manchmal am Schreibtisch türmt, das passt in keinen Caddy… Natürlich werde die mitbetrachtet, gehört ja zur Selbstorga dazu. Dabei gilt es selbstverständlich auch die Privatsphäre zu beachten. Ist im Prinzip ein bischen wie mit den Nachbarn: der Saustall im Garten ist öffentlich, der im Keller nicht ;-)

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