Auf dem Weg zum Personal Communicator: Mozilla Snowl
Wie es so ist mit Themen. Ein paar Beiträge früher hatte ich mir über den Personal Communicator als zentrale Instanz des Online-Lebens Gedanken gemacht. Nun bin ich über einen interssanten Prototypen gestoßen, der einen Schritt in diese Richtung geht: Snowl aus dem Mozilla Labs.
In der Pressemeldung wird Snowl wie folgt beschrieben:
“Die Idee hinter Snowl ist, eine Anwendung zu entwickeln, die alle Nachrichten unabhängig von der Quelle und dem genutzten Protokoll – ob E-Mail, Newsfeed, Social-Network-Seite oder andere – zusammen führt und somit die Verwaltung aller Kommunikationsmittel eines Nutzers erleichtert. Der Anwender soll dabei mit Suchfunktionen und verschiedenen Anzeigeformaten für Nachrichten unterschiedlicher Bedeutung unterstützt werden.”
Die Idee des “Personal Communicator” geht einen Schritt weiter. Nicht nur die Aggregation von eingehenden Nachrichten, auch die selbständige, den Kontext berücksichtigende Verarbeitung von ausgehenden Nachrichten soll er lösen. Egal ob many-to-many, one-to-many, some-to-some, one-to-some oder one-to-one.
Es ist dabei noch ein gutes Stück zu gehen. Beispielsweise adressiert auch Snowl nur die Aggregation der Nachrichten aus verschiedenen Quellen. Der intelligente Versand mit einer den Kontext von Sender und Empfänger berücksichtigenden Logik ist noch nicht.
Ein anderer Punkt sind die Schnittstellen von und zu den unterschiedlichen Systemen. Idealer Weise muß ich mich als Nutzer nicht um die technischen Details der Einbindung kümmern, das soll bitteschön das Tool für mich machen. Für die Aggregation dürfte hier im RSS-Standard ein enormes Potenzial liegen. Aber auch für den Rückkanal braucht es standardisierte Schnittstellen und APIs, genauso wie für die Kontext- und Statusinformationen. Mit einem simplen Befehl sollen neue Kommunikations- und Informationsbausteine zum Personal Communicator hinzugefügt werden können – so einfach wie ein Legostein.
Je mehr Kommunikationswerkzeuge integriert werden, desto höher ist die Vielfalt und das Grundrauschen. Nicht anders als heute. Heute ist es auf viele Werkzeuge verteilt, zukünftig wird es in einem gebündelt sein. Nicht jede Information ist dabei zu einem Zeitpunkt gleich wichtig. Als Nutzer benötigt man Werkzeuge, auch (teil-)automatisierte, um den Fokus zu behalten. Die Vielfalt muß auf die im aktuellen Kontext relevanten Inhalte reduziert werden.
Und viertens halte ich die Frage des User Interfaces für ein zentrales Thema. Ist wirklich die klassische Dreiteilung von Nachrichtenfenstern, wie sie sich auch bei Snowl wiederfindet, mit der letztlich periodischen Darstellung die Lösung?
In jedem Fall: Es dürfte sich lohnen, Snowl weiter zu beobachten.
Übrigends, auf Snowl bin ich über Twitter aufmerksam geworden. Auch so ein Dienst, der unbedingt integriert gehört.
Weiterlesen: Personal Communicator, Informationsinfrastruktur, PIM, Informationsflut
Geschrieben von Alexander Greisle am 12. August 2008, Lizenz
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