Kommen Sie morgen auch später rein? Wohl schon, wenn Sie dieses Buch lesen.
Wahrscheinlich haben es die interessierten Leser bereits gemerkt: Es gibt ein neues Buch. Diesmal von Markus Albers mit dem motivierenden Titel: Morgen komm ich später rein. Für mehr Freiheit in der Festanstellung. (zur Homepage des Buches)
Vorab: Das Buch ist eine klare Leseempfehlung für alle Angestellten und deren Chefs. Vielleicht ist das freie, flexible Arbeiten ja doch nicht nur für Selbständige machbar? Keine Anwesenheitspflicht, kein Schreibtischzwang, das Ergebnis zählt. Markus Albers zeigt Ansätze und Lösungswege auf – es geht!
Albers spricht dabei vom Freiangestellten:
“Das Vorbild des Freiangestellten könnte vielleicht eher der reisende Filmemacher sein, der abends im Hotel am MacBook das gedrehte Material studiert. Der Professor, der im Zug seine Vorlesung vorbereitet, wenn ihn gerade die Inspiration überkommt. Der Ingenieur, den die Naturbetrachtung im tropischen Regenwald zu einer bahnbrechenden Erfindung inspiriert. Kurz: Menschen, die Mobilität nicht erleiden, sondern genießen.” (Quelle: Karrierebibel)
Gut, ob man dafür nun wieder einen neuen Begriff gebraucht hätte? Sei’s drum, dem Marketing geschuldet, zurück zum Buch. Nach einer kurzen, pointierten Analyse des Büroalltags geht es flott über in die Folgen der Bürotristesse. Und die wünscht sich eigentlich kein Unternehmen. Natürlich versäumt es Albers auch nicht, mit den vordergründigen Goodies der New Economy aufzuräumen.
Einzel- genauso wie Teamarbeit, Netzwerke, verteilt arbeitende Kollegen, Home Offices, Informations- und Kommunikationsfluten, technische Werkzeuge und neue Arbeitsmethoden: Herausforderung und Alltag für den “Freiangestellten”. Etwa in der zweiten Hälfte des Buches beginnt es, praktisch zu werden. Es beginnt mit den bekannten, aber nichts desto trotz wichtigen und guten Tipps zur Selbstorganisation – sicher die neue Kernkompetenz in flexiblen Arbeitswelten:
- Nicht alle Arbeit ist gleich wichtig.
- Arbeit braucht so viel Zeit, wie für sie vorgesehen ist.
- Abschalten, um produktiver zu sein.
- Ausbrechen aus dem Teufelskreis Büro.
- Informationsdiät und Kommunikationspausen.
Zunächst sieht es so aus, als wäre das Buch ein Plädoyer für Telearbeit. Jenes Arbeiten im Home Office, das vor einigen Jahren gehyped wurde und nach dem Absturz inzwischen durch die Weiterentwicklung von Technologien und Methoden durch die Hintertür wieder hereinkommt. Es wird schlicht gefordert von der nachrückenden Generation. Auch Markus Albers beschreibt in seinem Buch, dass Zeit genauso ein wichtiger Wert ist wie das Gehalt.
Alles nur für die Mitarbeiter? Nein, im Gegenteil. Unternehmen profitieren beispielsweise von einer gestiegenen Kreativität, mehr Innovation und leistungsbereiten Mitarbeitern – Albers “Easy Economy” will ein Motor dafür sein. Mit vielen Beispielen, erfolgreichen und gescheiterten, zeigt er, daß es sich lohnt und weshalb.
Das Buch dreht sich eben nicht nur um das mobile Arbeiten und das Home Office. Es handelt auch von der Frage, warum neue Büro- und Organsationsformen überhaupt notwenig sind. Es geht auch darum, welche kulturellen Hürden zu nehmen sind – davon haben wir in Deutschland ein paar.
Nicht zuletzt darauf geht Markus Albers in den beiden letzten Kapiteln des Buches ein. Dort stellt er die Fragen, auch die kritischen, die wichtig sind um moderne Arbeitskonzepte in der Praxis erfolgreich zu nutzen.
“Ein Mann im gut geschnittenen Anzug sitzt in einem Meeting, hört den Ausführungen seines Vorgesetzten scheinbar aufmerksam zu. Eine Frau in lässiger Freizeitkleidung geht mit dem Hund im Park spazieren und telefoniert dabei auf dem Mobiltelefon. Wer von beiden arbeitet?”
Morgen komm ich später rein ist eine runde, flott geschriebene Bestandsaufnahme der aktuellen Lage: Neue Arbeitsinhalte und neues Denken treffen auf traditionelle Büro- und Arbeitsstrukturen. Das war schon immer so, im heutigen Internet-Zeitalter ist das einfach viel rasanter. Markus Albers liefert mit seinem Buch die passende, motivierende Lösungsskizze dieser neuen Arbeitwelt.
Weiterlesen: New Work, Buchbesprechung
Geschrieben von Alexander Greisle am 15. August 2008, Lizenz
Details/Permalink | Trackback URL | per E-Mail versenden | | Drucken | Diskussion (6)
 Publikation zum Arbeiten im Büro der Zukunft. Fragen?
 Bürogestaltung für Innovation
 Office-Excellence-Check, die 2. Runde
 Im Büro Zuhause - Überblicksartikel zum Home Office
 Warum sollte man heute eigentlich noch ins Büro gehen?
Antworten und Kommentare:
Erwähnung in anderen Blogs bzw. Beiträgen:
-
Die neue Freiheit zu arbeiten … am 22.08.2008 um 14:31 Uhr:
[...] beschreibt Markus Albers in seinem gerade im Campus Verlag erschienen Buch “Morgen komm ich später rein“. Das Buch ist zwar erst vor gut einer Woche erschienen, kann sich aber schon verschiedener positiver Rezensionen erfreuen, wie z.B. bei den befreundeten Bloggern Alexander Greisle, Wolfgang Horbach, und Jochen Mai. [...]
-
innovativ.in - Business Blog » Blog Archiv » Gastblogger: Markus Albers. Autor von “Morgen komm ich später rein” am 29.08.2008 um 13:14 Uhr:
[...] Alexander Greisle von work-innovation ist anerkannter Spezialist und Berater für neue Arbeitsformen und -konzepte. Er hat “Morgen komm ich später rein” in seinem Blog rezensiert. [...]
-
Sieben Ursachen, warum man im Büro doch arbeiten kann - work.innovation Blog am 03.09.2008 um 08:05 Uhr:
[...] Sieben Gründe gegen das Arbeiten im Büro hat Markus Albers, der Autor des hervorragenden Buches Morgen komm ich später rein im innovativ.in Blog aufgezählt. Recht hat er, alle sind sie richtig. [...]
-
Löschtrupp: Burnout erkennen und eigenverantwortlich vermeiden - work.innovation Blog am 26.09.2008 um 11:23 Uhr:
[...] Laut Titel speziell für IT-Freelancer, im Inhalt hoch relevant für alle Wissens- und Informationsarbeiter, egal ob Selbständig, angestellt oder als Freiangestellter. Es geht darum, wie man Burnout erkennen kann, welche Ursachen dafür verantwortlich sind und vor allem darum, wie man Burnout vermeiden kann. [...]
-
Ein paar Wochen sind wir nun später rein gekommen - Zeit für ein Zwischenfazit. Interview mit Markus Albers. - work.innovation Blog am 07.10.2008 um 11:02 Uhr:
[...] Dass nicht nur Freiberufler sehr selbständig und selbstbestimmt arbeiten können, sondern auch Angestellte, das hat Markus Albers mit seinem Buch Morgen komm ich später rein beschrieben (Besprechung hier im Blog). Er hat dazu die Begriffe der “Freiangestellten” und der “Easy Economy” geprägt. Das Buch ist nun schon einige Wochen erhältlich und hat für einiges Aufsehen und für Diskussionen gesorgt. [...]
-
Die Meconomy - Arbeitswelt der Individualisten - work.innovation Blog am 26.01.2010 um 10:00 Uhr:
[...] Markus Albers, der schon das Buch Morgen komm ich später rein geschrieben hat, hat zehn Thesen aus Diskussionen und Gesprächen abgeleitet: [...]
Ihr Kommentar zu diesem Beitrag: