Ganz früher gab es *Geschichtenerzähler*. Man hockte auf Steinen oder Holzschemeln zusammen und hörte ihnen und dem prasselnden Feuer zu. Danach hatte man viel Zeit, bis der Geschichtenerzähler das nächste Mal kam, um über das Gehörte zu reden.
Dann kamen die *Bücher*, man sammelte sie in *Bibliotheken*. Daraufhin erzählten die Geschichtenerzähler, dass der Besucher einer Bibliothek von der Vielfalt erschlagen würde, er sich nicht zurechtfinden und das Wichtige nicht mehr vom Unwichtigen unterschieden könne und überhaupt kämen die Gespräche zu kurz.
Dann haben wir den Umgang mit Büchern und Bibliotheken gelernt.
Dann kamen die *Zeitungen*, die vergleichsweise recht kurze Informationhäppchen auftischen, dafür aber sehr frisch. Daraufhin erzählten die Büchermenschen, dass der Zeitungsleser von der Vielfalt erschlagen würde, er sich nicht zurechtfinden und das Wichtige nicht mehr vom Unwichtigen unterschieden können würde und überhaupt käme das Tiefgreifende zu kurz.
Dann haben wir den Umgang mit den Zeitschriften gelernt.
Vor kurzem kam dann das *Internet*, mit ihm kamen Blogs, Wikis, Newsportale und, und, und. Sie sind schnell, vielseitig, manchmal persönlich und es gibt viele davon. Daraufhin erzählten die Zeitungsmenschen, dass das Netzvolk von der Vielfalt überflutet würde, es sich nicht zurechtfinden und das Wichtige nicht mehr vom Unwichtigen unterschieden könne und überhaupt käme die Qualität zu kurz und das Netzvolk würde gar verdummen.
Dann haben wir den Umgang mit dem Internet und dem Web 2.0 gelernt. Geschichtenerzähler, Bücher und Bibliotheken, Fernsehen und Zeitschriften gibt es immer noch. Gut so.
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August 2008 im Kontext
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[...] Es ist wohl eine Art Lernkurve und eine Frage der Zeit, wie Alexander Greisle [work.innovation] meint: Dann haben wir den Umgang mit den Zeitschriften gelernt. [...]