…kommt von der Datenschutzbeauftragten der Stadt Moers, Frau Sabine Meinke-Henn. Im Interview mit dem Online-Magazin DerWesten geht es um Videoüberwachung, im speziellen um geplante Videoüberwachung in Schulen. Frau Meinke-Henn meint, dass man selbstbestimmt in der Entscheidung ist, ob man videoüberwacht wird:
bq. “Wenn zum Beispiel die Fahrradständer bewacht werden, weil den Schülern ständig die Räder geklaut werden, ist jedem selbst überlassen, ob er sich filmen lässt. Wer nicht aufs Band möchte, muss sich eben überlegen, ob er mit dem Rad zur Schule kommt.” (Quelle: DerWesten)
Alles nicht so schlimm, meint die so betitelte “Datenschutzbeauftragte”, frei nach dem Motto “Pech gehabt”:
“Meinke-Henn: Naja, wenn ich jetzt gedankenverloren auf dem Schulhof stehe und in der Nase bohre, kann ich auch Pech haben. Aber auch hier gilt eben, dass ich ein Stück weit selbstverantwortlich bin. Die überwachten Ecken sind zudem gut sichtbar gekennzeichnet. Und selbst das Nasebohren muss niemandem auffallen, obwohl es aufgezeichnet wurde.” (ebenda)
Begreifen Sie es halt nicht als Einschränkung Ihrer persönlichen Freiheit, wenn Sie nicht mehr in der Nase bohren oder mit dem Rad fahren können, weil Sie nicht gefilmt werden wollen. Begreifen Sie es lieber als Freiheit, dass Sie nicht mit dem Rad fahren müssen.
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Da fällt mir ein dazu:
Krieg ist Frieden, Unwissenheit ist Stärke, Freiheit ist Sklaverei…
lang wirds wohl nicht mehr dauern, bis uns sowas erzählt wird.
Wenns nicht so traurig wäre, könnte man fast schon lachen. Irgendwann darf ich dann wohl froh sein, in meiner Wohnung bleiben zu müssen, weil draußen jeder Quadratzentimeter überwacht wird.
Manchen Menschen sollte man vor Interviews nochmal ganz deutlich erklären:
1. Frage anhören
2. Über die Frage nachdenken
3. Antwort überlegen
4. Nochmal über die Antwort nachdenken
5. Reden
Weil wirklich ernst kann sie das nicht gemeint haben?!
@Martin: Wirds das in gewisser Weise nicht schon? Offensichtlich muß man nur genug mit Angst arbeiten, schon bekommt man die wundersamsten Dinge durch, von denen wir meinten, sie nach 1945 und spätestens nach 1989 hinter uns gelassen zu haben.
@Dennis: Punkt 5 ist optional
Moers liegt doch gar nicht in Bayern…
Ich dachte, nur die Bayern hätten solche Ideen.
Jetzt greift das um sich wie ein Virus.
Es ist immer das gleiche Dilemma: Niemand fragt sich mehr, WARUM die Fahrräder geklaut werden, sondern sofort ist klar: Da muss eine Videoüberwachung hin. So pflastern wir nach und nach die Republik voll mit elektronischen Augen. Stecken immer mehr Geld in Argwohn, Misstrauen und Überwachung. Anstatt Strukturen aufzubauen und fördern, die Vertrauen schaffen und belohnen.