Vergiß Selbstdisziplin. Erfolgreiche Gewohnheiten bringen Dich voran. Ein provokanter Buchtitel von Jörg Weisner, der vielen Tipps von Zeitmanagementexperten den Wind aus den Segeln nimmt. Statt sich krampfhaft in Selbstdiziplin zu versuchen schlägt Jörg Weisner ein bestechend einfaches, eher spielerisches Vorgehen vor. Basierend auf einem Armband…

Alexander Greisle: Hallo Jörg. Wieviele Gewohnheiten hast Du selbst schon geändert?

Jörg Weisner: Gute Frage. Ich bin inzwischen bei meiner 11. Challenge. Das verrät mir schon jeden Tag ein Blick auf mein Armband. Es sind aber nicht genau 10 Gewohnheiten, weil ich mir am Anfang Gelassenheit zweimal nach einander vorgenommen hatte. Ich schätze 8. Was mich in nachhinein überrascht hat, ist wie viel man innerhalb eines Jahres ändern kann.

Am Anfang dachte ich: „Nur eine Gewohnheit in 21 Tagen, das bringt dauert doch viel zu lange. Ich will doch viel mehr verändern.“ Im Rückblick ist es aber erstaunlich, wie schnell die Zeit vergeht. Und wie schnell sich die Gewohnheiten summieren. Selbst wenn ich mir die eine oder andere Gewohnheit in einer zweiten Challenge noch eimal vornehme.

Alexander Greisle: In Deinem Buch beschreibst Du einen sehr pragmatischen Weg, wie man erfolgreich Gewohnheiten entwickeln kann und hältst ein leidenschaftliches Plädoyer gegen die Forderung nach mehr Selbstdisziplin. Wie kam es denn zur Idee zu diesem Buch?

Jörg Weisner: Die Idee mit dem Armband und den YuKoN Elementen kam mir in der Sauna. Am Anfang ging es mir nur um Gelassenheit. Und zuerst auch mit Hilfe meiner Uhr, in Ermangelung eines Armbandes. Das war schwierig.

Mit den Elementen und der Möglichkeit, mir jeden Tag bewusst zu machen, wie weit ich es schon geschafft habe, wurde es dann viel leichter. Es brachte mir dann so viel Spaß, dass ich mir überlegte, was ich noch ändern könnte.

Die Idee zu dem Buch kam mir Anfang September. Ich leitete ein Zwei-Tagesseminar in Stuttgart und wachte so gegen 03.00 Uhr auf, weil mir eine gute Idee einfiel, wie ich die Inhalte den Teilnehmern viel nachhaltiger vermitteln konnte. Nachdem ich mir diese Idee aufgeschrieben hatte, kam mir die Idee aus meinen Erfahrungen mit dem Aufbau von Gewohnheiten ein Buch zu schreiben.

Ich entwarf sofort auf dem Rechner eine Mindmap dazu. Als die fertig war, war es kurz nach 05.00 Uhr. Ich konnte vor Aufregung nicht mehr schlafen und bin dann im Schloßpark joggen gegangen. Es war dunkel und regnete, das störte mich aber überhaupt nicht.

Alexander Greisle: Ein bischen Selbstdisziplin brauchts aber schon, um das Verändern seiner Gewohnheiten durchzuziehen, oder? Kannst Du kurz erklären, wie das YuKoN-Arband dabei hilft?

Jörg Weisner: Ich glaube, dass Selbstdiszpiplin über das Bewusstsein läuft. 95 % unserer Handlungen laufen aber unbewusst ab. Aus diesem Grund haben wir oft das Gefühl, zu wenig Selbstdisziplin zu haben. Ganz anders ist das mit Gewohnheiten. Die laufen weitgehend unbewusst ab, weil sie uns eben zur Gewohnheit geworden sind.

Wenn ich mir eine Gewohnheit für den genannten Zeitraum von 21 Tage vornehme und diese neue Verhaltensweise jeden Tag anwende, besteht eine große Chance, dass ich nach diesen drei Wochen diese Verhaltensweise so weit in mein Leben integriert habe, dass sie schon weitgehend unbewusst abläuft. Und genau darum geht es mir mit dieser YuKoN Methode.

Vielen hilft es in dieser Phase, sich jeden Tag vor Augen zu führen, wie weit sie es schon gebracht haben. Hier hilft dann ein Blick auf das Armband. Ich meine damit ein Armband, auf das ich für jeden Tag, an dem ich es geschafft habe, die neue Gewohnheit umzusetzen, ein neues Element aufziehe.

Auf diese Weise sehe ich ständig, wie weit ich schon voran gekommen bin. Wenn ich es an einem Tag nicht schaffe, nehme ich alle Elemente wieder runter und fange von vorne an. Allein dieses Gefühl, alle Elemente “zu verlieren” motiviert mich zusätzlich. Und ich kann mich für jeden Tag, an dem ich es geschafft habe, die neue Gewohnheit aufzubauen, durch ein zusätzliches Element belohnen.

Die Chancen die neue Gewohnheit dann auch tatsächlich erfolgreich aufzubauen, steigen mit dieser Methode deutlich.

Alexander Greisle: Eine Klasse Sache finde ich die Kooperation mit Teno, deren YuKoN-Armband Du als Motivations- und Monitoringtool vorschlägst. Ein schönes Beispiel, was zwischen Bloggern an Kooperation möglich ist und warum sich Blogs lohnen. Wie hat Jürgen Heinz denn auf Deine Idee reagiert?

Jörg Weisner: Ich glaube er hat überhaupt nicht verstanden worum es mir ging. Ich rief ihn an und erzählte ihm von der Idee. Er war freundlich wie immer, hörte zu und war auch bereit, mir für einen Test das Armband und ein paar Elemente zu schicken. Als ich auflegte, war ich aber ziemlich sicher, dass ich meine Idee noch nicht so richtig rüberbringen konnte. Ich war wohl wieder einmal zu schnell und hatte ihn einfach überrumpelt.

Das machte aber nichts, Ich wollte zunächst ja auch erst einmal selbst testen, ob und wie meine Idee in der Praxis funktioniert.

Alexander Greisle: Offensichtlich hat ihn das überzeugt ;-). Begleitend zum Buch hast Du das Social Network Erfolgreiche Gewohnheiten im Internet für Deine Leser eingerichtet. Das ist nicht nur aus Vermarktungssicht eine gute Idee, sondern schaft einen nicht zu unterschätzenden Mehrwert für die Leser. Wie hat denn der Verlag auf diese Idee reagiert? Und wie ist Dein erstes Fazit?

Jörg Weisner: Natürlich war die Idee auch für den OG-Verlag neu. Sie fanden die Idee aber super und stehen voll dahinter. Wir sind natürlich absolut überrascht und begeistert von der ersten Resonanz. Ich hatte einige Zeit geschwankt ob ich ein normales Blog zu dem Buch aufmache oder eben so ein Social Network. Was, wenn sich keine Mitglieder anmelden? Ein Netzwerk mit nur drei bis fünf Mitgliedern ist nicht so prickelnd.

Ich fand aber die Möglichkeiten, die so ein Netzwerk gerade für die Mitglieder bietet, so überzeugend, dass ich das Wagnis eingegangen bin. Und war dann natürlich total begeistert, als sich die ersten Mitglieder angemeldet haben. Nach nicht einmal einer Woche hatten wir schon über 100 Mitglieder. Heute, drei Wochen nach dem Start, sind es über 350 Mitglieder. Einfach phantastisch.

Alexander Greisle: Was für einzelne gut ist, kann für Teams ja nicht schlecht sein. Mein Thema sind die neuen Arbeitsweisen. Da ist viel Gewohnheit und so überlege ich, wie man Dein Konzept auf Teamgewohnheiten anwenden kann. Vielleicht hast Du Dir da ja auch schon Gedanken gemacht?

Jörg Weisner: Ja habe ich. Du weisst, als Trainer und Business Coach führe ich hauptsächlich Seminare und Workshops für Unternehmen durch. Natürlich habe ich mir immer wieder überlegt, welchen Nutzen die YuKoN Methode für diese Zielgruppe bringen könnte.

Wichtig ist natürlich, dass zunächst einmal jeder einzelne für sich entscheidet, welche erfolgreichen Gewohnheiten sie oder er aufbauen möchte. Wenn sich dann allerdings mehre Menschen in einem Team gegenseitig unterstützen, wird das die Wirkung noch einmal enorm verstärken.

Das Tolle an dem Armband ist ja, dass es nicht nur für mich sichtbar ist, sondern auch für die anderen. Also werden sich mich fragen, wieweit bist Du denn? Wie viele Tage hast Du noch nach, bis Du deine laufen Challenge erreicht hast. Und sie werden sicherlich den einen oder anderen Vorschlag für weitere erfolgreiche Gewohnheiten haben.

Alexander Greisle: Lieber Jörg, ganz herzlichen Dank für die Anregungen im Buch und die spannenden Antworten!

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Geschrieben von Alexander Greisle am 11. Januar 2009, Lizenz
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