E-Book-Reader. Wachsende Vielfalt und der Bedarf nach neuen Geschäftsmodellen.
Interessante Bücher immer dabei, neue Funktionalitäten rund um das Lesen, bequem neuen Lesestoff beziehen, sofort und überall. E-Book-Reader versprechen eine neue Welt des Lesens und ich bin mir sicher, dass sie in den nächsten Jahren nicht nur die technikaffine Internet-Generation überzeugen werden. Wie immer bei neuen Medien liegt der Charme nicht darin, alte Gewohnheiten auf neue Medien zu übertragen…
Kommende Gerätevielfalt
Amazon gebührt die Ehre, den Hype ausgelöst zu haben und E-Book-Reader in das Interesse einer breiteren Öffentlichkeit gebracht zu haben. Leider gibt es den Kindle in Good Old Germany derzeit nicht zu kaufen. Das Gadget-Blog Crunchgear spekuliert derweil bereits über den Vorstellungstermin der Version 2 des Amazon Kindle.
Der zweite große Name ist Sony mit dem PRS-505. Statt langer Worte ein Video über das Sony-Gerät:
Für 499 bis 599 € können die Reader von iRex mit dem etwas seltsam auszusprechenden Namen iLiad bei libri.de auch in Deutschland bestellt werden. Aufgrund des hohen Preises im Moment wohl nur für Early Adopter interessant. Durch die sich abzeichnende Vielfalt wird sich der Preis aber nicht mehr lange auf diesem Niveau halten können.
Noch nicht verfügbar, aber ursprünglich mal für 2009 angekündigt ist das Gerät von Plastic Logic. Es wird in Dresden gefertigt. Es war mal die Rede davon, dass im Januar 2009 Preise und Verfügbarkeit bekannt gegeben werden sollen. Jedenfalls hat es das Gerät schon mit einem interessanten Bericht auf CNN geschafft:
Im Sommer 2009 soll ein E-Book-Reader des Berliner Startups txtr auf den Markt kommen. Für das formatoffene Gerät wird es eine Internet-Plattform geben, auf welcher die Leser online seine Bücher beziehen kann. Parallel soll ein Social Network online gehen, auf welchem die Leser Texte miteinander tauschen, eigene Beiträge veröffentlichen und kommentieren können. Ein interessanter Ansatz der zeigt, dass das Medium Buch in der digitalen Welt deutlich mehr sein kann als “nur lesen”.
Die Hardware ist die eine Seite der Medaille, der Content der andere. Physikalischer Besitz ist im Internet nicht relativ und damit für E-Books das falsche Geschäftsmodell, hier liegt für die Content-Anbieter (noch “Verlage” genannt) der entscheidende Unterschied:
Geschäftsmodelle für Verlage
Ob E-Book-Reader das Buch komplett verdrängen? Irgendwann und vielleicht genauso, wie die DVD das Kino verdrängt hat: gar nicht. Denn beide Medien haben ihre spezifischen Vorteile und Einsatzgebiete. Gut für alle: Wieder ein traditioneller Markt, der durch neue Technologien belebt und umgekrempelt wird. Eins lehrt die Erfahrung, unter anderem aus dem Musik-CD-Markt: Wer sich als traditioneller Anbieter am Buchmarkt mit Abwehrgefechten aufhält, der verliert die nachwachsende Kundengeneration.
Oder andersherum: Wer gute Angebote macht und gute Geschäftsmodelle rund um das Lesen bietet, dessen Chancen steigen enorm. Ich denke, neue Ansätze rund um das “Erlebnis Buch”, egal in welcher Form dieses vorliegt, werden entscheidend sein. Vielleicht bekommt auch das alte Modell der Bibliotheken und Leseclubs eine ganz neue Relevanz, wenn auch Online?
Mein Wunsch: Eine Bibliotheksflatrate in Verbindung mit einem E-Book-Reader mit permanentem Online-Zugang wäre für alle Power-Reader eine hoch interessante Angelegenheit. Kombiniert mit flexiblen Zugriffsmöglichkeiten auf Bücher und Buchkapitel und einer Plattform für Diskussionen und Ergänzungen rund um das Gelesene – schöne neue Welt.
Ich bin gespannt, ob und welche neuen Erkenntnisse die kommende Cebit hinsichtlich der E-Book-Reader bringt. Die nächsten Monate werden spannend.
Weiterlesen: E-Book
Geschrieben von Alexander Greisle am 29. Januar 2009, Lizenz
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 Übrigens,
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