Vor einigen Jahren versuchte ein Personalleiter in einem Unternehmen, in dem ich gearbeitet habe, einigen Mitarbeiterinnen den Job in einem der unternehmseigenen Call-Center schmackhaft zu machen. Sein Argument:
“Wenn Sie im Call-Center Feierabend machen, dann haben Sie alles erledigt. Das ist ein tolles Gefühl. Hier und heute haben Sie jeden Abend noch viele Dinge offen, das belastet. Im Call-Center gehen Sie mit dem guten Gefühl einer leeren To-Do-Liste nach Hause.”
Und in der Tat, da ist was Wahres dran. Wahrscheinlich wurden Sie heute auch wieder von Aufgaben aus den unterschiedlichsten Quellen überrollt: E-Mail, Telefon, Handy, “Laufkundschaft”, Chat, Inspirationen aus dem Netz und so weiter. Ihre Prioritäten waren obsolet, kaum hatten Sie sie gesetzt. Der klassische Eisenhower scheitert heute nicht nur daran, dass wir alle nicht amerikanischer Präsident sind, sondern auch an der Vielfalt und der Geschwindigkeit.

Einen Ausweg aus diesem Dilemma zeigt die 25.000 $-Methode. Grundlage sind Ihre persönlichen Ziele und eine einfache Überlegung:
Wenn morgen völlig unerwartet Ihre komplette IT und Telefoninfrastruktur ausfallen würde und Sie dadurch nur eine einzige Aufgabe erledigen könnten, welche wäre das? Fangen Sie mit dieser Aufgabe an und erledigen Sie sie.
Wenn Sie dann noch Zeit für eine weitere Aufgabe hätten, welche wäre das? Erledigen Sie diese sofort danach. Planen Sie für die dritt- und viertwichtigste genauso, bis Sie die Aufgaben für den Tag durch haben.
So bekommen Sie eine praktische, kurze Liste. Alles auf Ihrer Aufgabenliste schaffen Sie ohnehin nicht. So ist das heutzutage. Übrigens lässt sich das ideal mit der Kartentechnik für die tägliche To-Do-Liste umsetzen.
Mit dem skizzierten Vorgehen der 25.000 Dollar-Methode ist das aber nicht tragisch, denn Sie haben die wichtigsten Dinge erledigt. Sie sind Ihren Zielen trotz allen Widrigkeiten ein gutes Stück näher gekommen.
Versuchen Sie es mal. Ich habe gute Erfahrungen mit diesem einfachen Vorgehen gemacht.
P.S.: Der Name der Methoden geht auf eine Geschichte zurück. In dieser hat ein Unternehmensberater diesen Tipp einem Industriemagnaten gegeben mit der Bitte, ihn nach eigenem Gusto zu entlohnen. Darauf hin hat der Berater nach einiger Zeit einen Scheck über 25.000 $ erhalten. Und jetzt kommt der Standard-Gag jedes Trainers bei dieser Methode: Ich gebe Ihnen gerne meine Kontonummer.