Oft sehe ich in meiner Arbeit, dass es – insbesondere wenn man intensives Lernen nicht mehr gewohnt ist – schwerfällt, sich den Lernstoff so aufzubereiten, dass man ihn sich gut merken kann. Dabei ist gerade dieser Schritt sehr Erfolg versprechend. Positiver Nebeneffekt: Ein nach den persönlichen Vorlieben aufbereiteter Stoff lässt sich müheloser wiederholen.
Eine Technik dafür ist das Mind Mapping. Mindmaps sind grafische Visualisierungen von Themen- und Lerngebieten. Ein öfters gebrauchtes deutsches Wort ist “Gedanken-/Themenlandkarte”. Wesentlicher Vorteil ist, dass durch das grafische Aufbereiten von Faktenwissen mehrere Gehirnregionen angesprochen werden. So fällt das Lernen leichter.
Ein Beispiel:

Einfaches Beispiel einer Mindmap (erstellt mit der Software iMindMap)
Wie lerne ich Mindmapping?
Florian Rustler, den ich schon lange kenne und schätze, hat einen Mind Mapping-Kurs online. In Videos und Screencasts geht er sehr verständlich auf alle wichtigen Aspekte ein. Aus diesem Kurs ist die folgende Sequenz. Sie zeigt, wie man sich Lernstoff aus Bücher oder Mitschriften mit Hilfe von Mindmaps lerngerecht aufbereitet:
Wichtig: Eine solche Map wächst im Laufe eines Semesters oder einer Lernphase. Sie soll gar nicht am einem Stück in einer finalen Fassung aufgezeichnet werden. Im Gegenteil, durch das laufende Ergänzen wirft man immer wieder einen Blick auf die Map. Ästen können Sie jederzeit um weitere Aspekte erweitern. Nicht zu unterschätzender Nebeneffekt: Sie wiederholen Stoff so quasi automatisch.
Im Kapitel 5 beschreibt Florian, wie man mit Hilfe einer Mindmap ein Thema strukturiert und aufbaut.
Aber das ist ja viel zu viel Aufwand
Ja, es ist Aufwand, aber nicht zu viel. Ganz im Gegenteil spart man sich sogar eine Menge Zeit:
- Die Inhalte prägen sich durch das aktive Erstellen besser ein.
- Die Kombination aus Lesen, Schreiben und Gestalten hilft dem Gehirn auf die Sprünge.
- Anstrengende Texte müssen weniger oft gelesen werden, es genügt der Blick in die Mindmap.
- Beim Wiederholen des Stoffes hat man alles auf einen Blick beisammen.
Ob Sie eine Map auf Papier oder mit einer Software erstellen, ist zweitrangig. Wichtig ist das individuelle Ergebnis. Dabei geht es darum, dass die erarbeitete Map für Sie alleine nützlich ist.
Werkzeuge und Software für den kostenlosen Einstieg
Zum Starten empfehle ich die Variante aus Papier (am besten ein DIN A3-Blatt quer) und bunten Stiften.Gestalterischer Spieltrieb ist ausdrücklich erlaubt.
Für geübte Mindmapper hat Software den Vorteil, dass sich die Maps einfach neu gestalten und umsortieren lassen. Kostenfreie Programme taugen für mehr als den Anfang. Hier eine Auswahl:
- Freemind (der puristische Klassiker, ohne viel Schnickschnack)
- EasyDraw Mindmap (mit vielen Gestaltungsmöglichkeiten; Danke an Stephan List für den Hinweis)
- XMind (eher für den Business-Sektor)
- MindMeister (ein Online-Mindmapper, das gemeinsames Arbeiten an einer Mindmap erlaubt, ideal für Lerngruppen)
Fazit
Mind Mapping ist nichts, um in der letzten Minute auf eine Prüfung zu lernen. Hervorragend eignet es sich für das kontinuierliche Mitlernen – erst recht, wenn man viel Stoff zu bewältigen hat oder sich häufiger in neue Themen einarbeitet.

