Rubrik: Neue Arbeitsformen | Informationsgesellschaft 

Eine interessante Debatte mit unterschiedlichen Stimmen und Statements hat das lesenswerte neue Online-Magazin TheEuropean gestartet.

Ein sehr lesenswerter Beitrag von Hanno Burmester trägt den Titel Arbeit ist nicht gleich Arbeit und beschäftigt sich unter anderem mit der Frage, dass nicht-schöpferische Arbeit bisher unseren Wohlstand gesichert hat, diese aber auf dem absteigenden Ast ist.

Derzeit sind bei der Debatte ausserdem mit von der Partie: Ursula von der Leyen, die Ihre Ansichten des Wandels der Arbeit beschreibt und ich mit den Innenansichten eines New Workers.

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Geschrieben von Alexander Greisle am 17. Februar 2010, Lizenz
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Rubrik: Information Worker | Informationsgesellschaft 

Das Blog der Harvard Business Review ist eins derjenigen, die völlig zu unrecht in meinem Feedreader ein machmal ignoriertes Dasein fristen. Der Grund: Leicht verdauliches Fast-Food für den Informationshunger zwischendurch findet man da kaum. Irgendwie passt das auch zum Thema.

Denn deshalb habe ich gerade erst den empfehlenswerten Artikel von Tom Davenport gelesen: Why We Don’t Care About Information Overload. Darin frägt er sich, warum wir eigentlich nichts gegen die Informationsüberflutung unternehmen, wenn wir doch so unter ihr stöhnen. Eine gute Frage, finden Sie nicht?

Tom Davenport findet darauf drei Antworten:

  1. die immerwährende Hoffnung, im Informationsstrom etwas neues, relevantes, supertolles zu entdecken und so der Langeweile des Alltags zu entkommen.
  2. die Trägheit, seine Strukturen zu überdenken und zu ändern. Funktioniert ja alles. Irgendwie.
  3. dass wir unserer eigenen Aufmerksamkeitsökonomie so wenig Bedeutung beimessen. Die wenigsten Menschen sind lt. Davenport bereit, die notwendige Achtsamkeit in die Steuerung ihrer Aufmerksamkeit aufzubringen. Müssen wir wirklich alles mitbekommen?

Welcher der drei ist Ihr Favorit? Was wäre der erste, spürbare Schritt um für Sie etwas zu verbessern?

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Geschrieben von Alexander Greisle am 15. Januar 2010, Lizenz
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Rubrik: Information Worker | Informationsgesellschaft 

Jetzt schreibe ich doch noch was zur Schirrmacher-Diskussion. Was kurzes, praktisches, nichts philosophisch-gesellschaftliches. Versprochen, wegen Ihrer Fokussierung.

Auf eine Diskussion auf der isarrunde antwortet Frank Schirrmacher:

“Multitasking, wie Nicholas Carr zu Recht schreibt, ist deshalb ein Problem, weil wir im Informationszeitalter gezwungen sind, nur noch zu multitasken.”

Das zeigt doch sehr schön den Holzweg. Wie weit sind wir gekommen, wenn wir “gezwungen” sind zu multitasken? Wer zwingt uns zum Info-Masochismus? Outlook? Microsoft? Gar Bill Gates persönlich? Der liebe Gott? Oder doch nur wir persönlich, jeder für sich?

“Der Einwand, schalte doch deine Geräte ab ist [...] abwegig [...]”

Irrtum. Genauso einfach ist es. Denn “Ausschalten” ist erst in zweiter Konsequenz ein technischer Vorgang. Hauptsächlich ist Ausschalten ist eine bewußte, selbstbestimmte Entscheidung. Nicht mehr, nicht weniger, und doch genau der Kern. Natürlich, jetzt kann man einwenden, das sei so als einem Raucher zu erklären, er müsse doch nur die Zigarette weglegen. Ja, stimmt. Wenn es wie Entzug anmutet, dann wird es höchste Zeit.

Persönliches Informationsmanagement ist das Wiedergewinnen der Selbstbestimmtheit.

Wer sich von der Informations- und Kommunikationsvielfalt überlastet sieht, sollte den schwarzen Peter nicht der Technik geben. Die ist so gut wie das, was wir daraus machen. Am besten beginnt man, ganz wie im richtigen Leben, auch hier mit dem Kehren vor der eigenen Haustür: Was sind meine Prioritäten? Was will ich wirklich wirklich? Wer und was hilft mir dabei?

Diese Überlegungen helfen sehr dabei, eine Schneise in die Informationsfülle zu schlagen. Und: Hat man das für sich klar gezogen – allerdings ist das ein andauernder Prozess, keine einmalige Aktion -, dann kann man loslassen, ganz intuitiv.

P.S.: Aus den 68’ern ist auch was ordentliches geworden, obwohl sie nackig in Woodstock mit einem Joint in der Hand getanzt haben. Wird mit den informationsverrauschten Internetkids genauso sein.

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Geschrieben von Alexander Greisle am 22. Dezember 2009, Lizenz
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Rubrik: Informationsgesellschaft | Internet 

A Day in the Internet
Created by Online Education, via Richard Gutjahr auf Twitter

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Geschrieben von Alexander Greisle am 11. Dezember 2009, Lizenz
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Rubrik: Information Worker | Informationsgesellschaft 
“Ein gutes Mittel gegen die Managerkrankheit:
Stecke mehr Zeit in deine Arbeit als Arbeit in deine Zeit.”

Friedrich Dürrenmatt

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Geschrieben von Alexander Greisle am 6. Oktober 2009, Lizenz
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Rubrik: Neue Arbeitsformen | Informationsgesellschaft 
“Is your critical mind eager to change the world? Do you think there are new and better ways to work and live?”

Kein geringer Anspruch, den sich die sechs Initiatoren von Palomar5 da gesetzt haben. Das spannende Format – 30 Digital Natives arbeiten sechs Wochen am Stück gemeinsam an ihren Visionen zum Leben und Arbeiten in der Zukunft – verspricht viel. Sie merken, ich bin gerade sehr begeistert:

Wer sechs Wochen vor Ort intensiv an den Zukunftsthemen arbeiten will, der kann sich hier bewerben.

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Geschrieben von Alexander Greisle am 7. August 2009, Lizenz
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Rubrik: Neue Arbeitsformen | Informationsgesellschaft 

Ab und an kann man lesen, dass die Digital Natives die Ureinwohner des Internet seien. Ein schönes Bild, aber falsch. Die Ureinwohner des Internet haben mit Gopher statt dem WWW gearbeiten, dort mit der oft zickigen Veronica noch richtig gesucht statt schnell mal “gegoogelt”, sie haben Filesharing mit FTP betrieben und sie haben Jakob Nielsen als Usability-Guru des Internet verehrt.

Digital Natives sind mit dem Internet aufgewachsen, integrieren die vielen Möglichkeiten wie selbstverständlich in den Lebensalltag. Sie kämen niemals auf die Idee, das Internet als irgendein mehr oder weniger seltsames “Add-on zum realen Leben” zu sehen. Und Digital Natives finden immer noch kursierende Umfragen über die Nutzungshäufigkeit des Internet (“< 1x die Woche, 1x pro Woche, Mehrmals pro Woche (Wow!), 1x pro Tag, Mehrmals pro Tag”) reichlich abstrus.

Das führt dazu, dass sich die vielfältigen Kommunikations-, Zusammenarbeits- und Informationsmöglichkeiten auch in den Arbeitsalltag wie selbstverständlich einfügen. Das nun alleine unter Software- und Technikgesichtspunkten zu sehen springt viel zu kurz. Es geht hier um eine Veränderung der Arbeitskultur: (weiterlesen…)

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Geschrieben von Alexander Greisle am 9. Juli 2009, Lizenz
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Rubrik: Informationsgesellschaft 

Was wohl mit den traditionellen Medien passiert, wenn Google sie aus den Trefferlisten streicht oder nach hinten verbannt? Was wohl mit Spiegel und Co. passiert, wenn sie in der Onlinediskussion der digitalen Generationen nicht mehr berücksichtigt werden?

Hubert Burda fordert in der FAZ ein neues Leistungsschutzrecht für Verlage: Wir werden schleichend enteignet.

Würde ich jetzt aus eben jenem Artikel zitieren, dann könnte nach den Vorstellungen von Herrn Burda vielleicht schon aus dem reinen Zitat eine kommerzielle Nutzung und damit eine Zahlungsverpflichtung entstehen. In bester alter Tradition sollte es dafür natürlich auch eine Art Gema geben. Mit diesem Leistungsschutzrecht, so die Idee, würden die Leistungen der Schaffenden und natürlich die wirtschaftlichen Interessen der Verlage und Medienunternehmen besser gewürdigt.

Das kann man so sehen. Ich wage aber zu bezweifeln, dass Herr Burda damit das erreichen würde, was er will. Warum?

  1. Es würden im Netz noch schneller neue substituierende Angebote entstehen. Diese Entwicklung läuft ohnehin schon, sie würde beschleunigt.
  2. Digitale Generationen lesen ohnehin kaum noch Zeitungen und auch TV ist out. Die Konsequenz: Wenn sich beide durch Leistungsschutzrechte im Internet selbst aussperren, dann verschwinden sie komplett aus der Wahrnehmung der potenziellen Kunden. Ob das eine kluge unternehmerische Strategie ist?

Natürlich sind das unsichere, meinungsgeprägte Prognosen. Über deren Wahrscheinlichkeit haben Sie sicher eine eigene Meinung. Sollten diese so oder so ähnlich eintreten, dann allerdings wären die Ideen von Herrn Burda grandiose Rohrkrepierer.

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Weitere lesenswerte Meinungen dazu bei BWL 2.0, Perlentaucher und medial digital

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Geschrieben von Alexander Greisle am 6. Juli 2009, Lizenz
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Rubrik: Informationsgesellschaft 

der Stadtpark wird geschlossen…

Update, wieder gelöscht, stattdessen Verweis auf: Einiges passiert, heute

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Geschrieben von Alexander Greisle am 18. Juni 2009, Lizenz
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Rubrik: Informationsgesellschaft | Medienkompetenz 

Anhand aktueller politischer Diskussionen kann man schön sehen, dass die digitale Spaltung mitten durch unsere Gesellschaft geht. Völlig überraschend scheint die Politik der Widerstand gegen das Internet-Sperrgesetz der großen Koalition getroffen zu haben. Dabei hätte man damit angesichts der vergangenen Klagefluten vor dem Bundesverfassungsgericht rechnen können. Schön gesagt bei Spiegel Online

“Dass die Unterzeichner der Petition gegen das Filtergesetz es wagen, Vernunft und Bürgerrechte sogar unter dem Risiko, als Päderastenfreunde gebrandmarkt zu werden, zu verteidigen, ist eine Entwicklung, die es eigentlich zu feiern gälte. Hier setzen sich Menschen für sinnvolle Gesetze und demokratische Grundprinzipien ein, teils schamloser öffentlicher Diffamierung zum Trotz. Das passt besser zum 60. Geburtstag des Grundgesetzes als jede Sonntagsrede.”

Dass das Internet kein rechtsfreier Raum ist – warum sollte es das auch sein, es ist ja kein Paralleluniversum – zeigt auch die Tatsache, dass hier um die Prinzipien des Grundgesetzes gekämpft wird. Gerade auch solche, die in den letzten Jahren immer mehr abgeschliffen wurden. Grundrechte sind nicht dazu da, dass sie in politischen Diskussionen gegeneinander ausgespielt werden. Sie sind auch nicht dazu da, ihre Grenzen auszutesten. Sie sind der Rahmen, in dem sich die Gestaltung zu bewegen hat.

Es geht aktuell darum, ob es reicht, in einem Anfall von Aktionismus durchsichtige Deckmäntelchen mit kaum absehbaren Nebenwirkungen über Perverses zu hängen oder ob man wirklich etwas tut.

Im konkreten Fall: Anstelle einer unkontrollierbaren Internet-Sperrinfrastruktur wäre der rechtsstaatliche Weg, dessen Mittel effizient einsetzen: Den Schmutz entfernen – anstatt ihn unter den Teppich zu kehren. Dazu braucht es weder eine Gesetzesflut noch staatliche Sperrinfrastrukturen noch polemische Diskussionen. Das kann man einfach tun, sogar sehr erfolgreich.

Wenn das aus Ressourcen- (z.B. knappe Planstellen und/oder fehlendes Wissen) oder Verfahrensgründen (z.B. lahmarschige internationale Rechtshilfe) staatlicherseits nicht gut genug möglich sein sollte, dann führt die aktuelle Diskussion erst recht ins Leere. Dann müssen wir über gesellschaftliche, oder vielleicht eher: politische, Prioritäten diskutieren.

Um nochmal den Bogen zu spannen: Was ist das Internet? Es ist eine Infrastruktur, eine Technologie. Nicht grundsätzlich gut, nicht grundsätzlich böse. Letztlich nichts weiter als eine Art Straßennetz, aber doch mit wesentlichen Unterschieden: Durch das Netz wird vieles enorm schnell und öffentlich diskutiert. Quasi eine Volksabstimmung mit den Füßen. Wie wollen wir als Gesellschaft damit umgehen?

Hoffentlich wird es Usula von der Leyens ungewollter Verdienst sein, diese Diskussion auf Geschwindigkeit zu bringen. Hoffentlich wenigstens das, denn für etwas anderes ist ihr Internet-Sperrvorstoß nicht ansatzweise zu gebrauchen.

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Geschrieben von Alexander Greisle am 3. Juni 2009, Lizenz
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