Rubrik: Information Worker | Internet | Medienkompetenz 

Manche alte Herren des Zeitmanagement empfehlen: das ganze Technikzeugs ignorieren. Das würde viel Zeit sparen.

Kann man machen, muß man nicht. Man kann auch seine Methoden und Gewohnheiten anpassen, nachdem man ausprobiert (!) hat, ob eine neue Technologie einen persönlichen Nutzen bringt. Das wäre dann die positive Einstellung. Denn es geht nicht darum Zeit zu sparen, sondern darum, Zeit zielführend zu nutzen.

NZZ Online: Nicht mehr abschalten können

“Einfach mal abschalten” ist ein sehr richtiger Tipp. Die Betonung liegt allerdings auf “mal” und nicht darauf, Neues erst gar nicht einzuschalten.

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Geschrieben von Alexander Greisle am 10. Juni 2009, Lizenz
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Rubrik: Informationsgesellschaft | Medienkompetenz 

Anhand aktueller politischer Diskussionen kann man schön sehen, dass die digitale Spaltung mitten durch unsere Gesellschaft geht. Völlig überraschend scheint die Politik der Widerstand gegen das Internet-Sperrgesetz der großen Koalition getroffen zu haben. Dabei hätte man damit angesichts der vergangenen Klagefluten vor dem Bundesverfassungsgericht rechnen können. Schön gesagt bei Spiegel Online

“Dass die Unterzeichner der Petition gegen das Filtergesetz es wagen, Vernunft und Bürgerrechte sogar unter dem Risiko, als Päderastenfreunde gebrandmarkt zu werden, zu verteidigen, ist eine Entwicklung, die es eigentlich zu feiern gälte. Hier setzen sich Menschen für sinnvolle Gesetze und demokratische Grundprinzipien ein, teils schamloser öffentlicher Diffamierung zum Trotz. Das passt besser zum 60. Geburtstag des Grundgesetzes als jede Sonntagsrede.”

Dass das Internet kein rechtsfreier Raum ist – warum sollte es das auch sein, es ist ja kein Paralleluniversum – zeigt auch die Tatsache, dass hier um die Prinzipien des Grundgesetzes gekämpft wird. Gerade auch solche, die in den letzten Jahren immer mehr abgeschliffen wurden. Grundrechte sind nicht dazu da, dass sie in politischen Diskussionen gegeneinander ausgespielt werden. Sie sind auch nicht dazu da, ihre Grenzen auszutesten. Sie sind der Rahmen, in dem sich die Gestaltung zu bewegen hat.

Es geht aktuell darum, ob es reicht, in einem Anfall von Aktionismus durchsichtige Deckmäntelchen mit kaum absehbaren Nebenwirkungen über Perverses zu hängen oder ob man wirklich etwas tut.

Im konkreten Fall: Anstelle einer unkontrollierbaren Internet-Sperrinfrastruktur wäre der rechtsstaatliche Weg, dessen Mittel effizient einsetzen: Den Schmutz entfernen – anstatt ihn unter den Teppich zu kehren. Dazu braucht es weder eine Gesetzesflut noch staatliche Sperrinfrastrukturen noch polemische Diskussionen. Das kann man einfach tun, sogar sehr erfolgreich.

Wenn das aus Ressourcen- (z.B. knappe Planstellen und/oder fehlendes Wissen) oder Verfahrensgründen (z.B. lahmarschige internationale Rechtshilfe) staatlicherseits nicht gut genug möglich sein sollte, dann führt die aktuelle Diskussion erst recht ins Leere. Dann müssen wir über gesellschaftliche, oder vielleicht eher: politische, Prioritäten diskutieren.

Um nochmal den Bogen zu spannen: Was ist das Internet? Es ist eine Infrastruktur, eine Technologie. Nicht grundsätzlich gut, nicht grundsätzlich böse. Letztlich nichts weiter als eine Art Straßennetz, aber doch mit wesentlichen Unterschieden: Durch das Netz wird vieles enorm schnell und öffentlich diskutiert. Quasi eine Volksabstimmung mit den Füßen. Wie wollen wir als Gesellschaft damit umgehen?

Hoffentlich wird es Usula von der Leyens ungewollter Verdienst sein, diese Diskussion auf Geschwindigkeit zu bringen. Hoffentlich wenigstens das, denn für etwas anderes ist ihr Internet-Sperrvorstoß nicht ansatzweise zu gebrauchen.

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Geschrieben von Alexander Greisle am 3. Juni 2009, Lizenz
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Rubrik: Datenschutz + Privacy | Informationsgesellschaft | Internet | Medienkompetenz 

Joachim Zischke hat mich für sein Dialogus Magazin zu einem E-Mail-Gespräch über digitale Identitäten eingeladen. Es ging um die eigene digitale Identität im Netz, die Datenspuren, die wir bewußt und unbewußt hinterlassen und die Datensammlung wirtschaftlicher und staatlicher Stellen. Es war ein gutes, anregendes Gespräch, danke Joachim Zischke.

Joachim Zischke: Haben wir überhaupt noch eine Chance, George Orwells Beschreibung einer negativen Utopie oder, wie die anglo-amerikanische Literaturwissenschaft es benennt, einer dystopischen Gesellschaft nicht Wirklichkeit werden zu lassen?

Alexander Greisle: Warum nicht? Lassen Sie uns das Thema optimistisch angehen. Wahrscheinlich ist es so, dass es uns in ein paar Jahren suspekt vorkommen wird, wenn wir über eine Person nichts im Internet finden. Der Begriff der Privatsphäre, wie wir ihn noch vor fünf oder zehn Jahren hatten, der ist überholt. Ich bin aber auch überzeugt, dass die Vorstellung einer Gesellschaft ohne Privatsphäre nicht eintreten wird. Das Leben ist nicht schwarz-weiß, sondern besteht aus Graustufen.

Wir müssen aber etwas dafür tun. Wie hell das Grau wird, das können wir schon ein Stück weit selbst beeinflussen, [...]

Sie können das Interview komplett nachlesen im Dialogus Magazin – Du und Deine digitale Identität.

Es gibt dort noch einige weitere lesens- und nachdenkenswerte Artikel rund um das Thema. Viel Spaß beim Schmökern.

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Geschrieben von Alexander Greisle am 2. Oktober 2008, Lizenz
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Rubrik: Informationsgesellschaft | Medienkompetenz 

Kennt man ja. Man ist wahlweise in einem Gespräch, einem Telefonat, einem Meeting, beim gemeinsamen Essen. Plötzlich klingelt beim Gegenüber das Telefon. Manche werden hektisch, andere sind schon ganz abgebrüht. Und dann der kurze, spannende Moment: Geht er ran oder drückt er weg?

Man liest ab und zu, dass das Wegdrücken dem Anrufer gegenüber unhöflich sein. Mag sein, allerdings muß man sich schon entscheiden: Den Anruf anzunehmen ist mindestens ebenso unhöflich, den aktuellen Gesprächspartnern gegenüber.

Mich nervt es tierisch, wenn ich im Gespräch bin und dann der Coitus interruptus kommt: “Warte mal kurz, muß da ganz schnell rangehen”. Die frechere Variante: “Du, darf ich mal kurz?” – um direkt nach dem “ich” ranzugehen.

Als ob das aktuelle Gespräch nicht wichtig wäre, als ob man als Gegenüber keine Rolle spielt, als ob man Luft wäre.

Wegdrücken ist nicht unhöflich, rangehen ist es. Egal, wer dran ist. Denn Mailboxen und Anruferlisten wurden bereits erfunden. Meine Meinung: Als Anrufer kann ich nicht erwarten, dass der Angerufene alles stehen und liegen lässt. Als höflicher Anrufer komme ich erst gar nicht auf die Idee, das zu erwarten.

Als Krönung sollte man dann nach dem Coitus interruptus wenigstens den wichtig wirkenden Satz ins Mikro haspeln: “Du, ich kann gerade nicht. Rufe dich nachher zurück.”

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Geschrieben von Alexander Greisle am 10. September 2008, Lizenz
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Rubrik: Informationsgesellschaft | Internet | Medienkompetenz 

Ganz früher gab es Geschichtenerzähler. Man hockte auf Steinen oder Holzschemeln zusammen und hörte ihnen und dem prasselnden Feuer zu. Danach hatte man viel Zeit, bis der Geschichtenerzähler das nächste Mal kam, um über das Gehörte zu reden.

Dann kamen die Bücher, man sammelte sie in Bibliotheken. Daraufhin erzählten die Geschichtenerzähler, dass der Besucher einer Bibliothek von der Vielfalt erschlagen würde, er sich nicht zurechtfinden und das Wichtige nicht mehr vom Unwichtigen unterschieden könne und überhaupt kämen die Gespräche zu kurz.

Dann haben wir den Umgang mit Büchern und Bibliotheken gelernt.

Dann kamen die Zeitungen, die vergleichsweise recht kurze Informationhäppchen auftischen, dafür aber sehr frisch. Daraufhin erzählten die Büchermenschen, dass der Zeitungsleser von der Vielfalt erschlagen würde, er sich nicht zurechtfinden und das Wichtige nicht mehr vom Unwichtigen unterschieden können würde und überhaupt käme das Tiefgreifende zu kurz.

Dann haben wir den Umgang mit den Zeitschriften gelernt.

Vor kurzem kam dann das Internet, mit ihm kamen Blogs, Wikis, Newsportale und, und, und. Sie sind schnell, vielseitig, manchmal persönlich und es gibt viele davon. Daraufhin erzählten die Zeitungsmenschen, dass das Netzvolk von der Vielfalt überflutet würde, es sich nicht zurechtfinden und das Wichtige nicht mehr vom Unwichtigen unterschieden könne und überhaupt käme die Qualität zu kurz und das Netzvolk würde gar verdummen.

Dann haben wir den Umgang mit dem Internet und dem Web 2.0 gelernt. Geschichtenerzähler, Bücher und Bibliotheken, Fernsehen und Zeitschriften gibt es immer noch. Gut so.

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Geschrieben von Alexander Greisle am 20. August 2008, Lizenz
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Rubrik: Datenschutz + Privacy | Informationsgesellschaft | Medienkompetenz 

Ein handfester Telekom-Skandal und weitere Unternehmen, die im Zuge dessen in Verdacht stehen. Vorratsdatenspeicherung, zunehmende Videoüberwachung allerorten, Terrorangst der Politiker. Google hat erklärtermaßen zum Ziel, die Nutzer so gut zu kennen, dass Lebensempfehlungen gegeben werden können. Die Liste lässt sich fast endlos fortsetzen.

Zweifellos: Der Datenschutz – vor kurzem noch als Spaßbremse verschrien – erlebt ein fulminantes Comeback.

Ich will mal versuchen, meine Gedanken hierzu in einen halbwegs gut strukturierten Text zu schreiben. Vielleicht bringen Sie ja etwas Zeit mit?

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Geschrieben von Alexander Greisle am 21. Juni 2008, Lizenz
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Rubrik: Internet | Medienkompetenz 

Gerade im Workshop zu Weblogs kam auf die Eingangsfrage “Was stellen Sie sich denn unter einem Weblog vor?” eine interessante, gemeinsame Definition aus dem Teilnehmerkreis:

“Weblogs sind Schreibarbeit, die man kommentieren kann, in einem System, das man nicht genau kennt und bei dem man die Beiträge abonnieren kann.”

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Geschrieben von Alexander Greisle am 3. April 2008, Lizenz
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Rubrik: Informationsgesellschaft | Medienkompetenz 

Getting Things Done – Früh übt sich… titelt Jochen Mai und weist darauf hin, dass es im Prinzip gut ist, wenn Kinder früh die zugrunde legenden Gedanken verinnerlichen. Natürlich auf die richtige Art und Weise.

Ein nachdenkenwerter Anstoß, wie ich meine. Könnte der schulische und berufliche Erfolg von Kindern aus “besseren Kreisen” (was immer das sein mag) auch damit zusammenhängen, dass diese von früh auf mit solchen Verhaltensweisen in Berührung gekommen sind und diese im Alltag abgeschaut und übernommen haben? Ausnahmen bestätigen die Regel?

Dann wäre die spanndene Frage, wie man diesen Punkt auf geeignete Art in die Erziehung und Ausbildung integriert um eine höhere Chancengleichheit hin zu bekommen. Gerne so, dass “Kind sein” noch ohne ausgefuchsten Organizer möglich ist.

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Geschrieben von Alexander Greisle am 21. September 2007, Lizenz
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Rubrik: Information Worker | Medienkompetenz 

Ich kann es nicht mehr hören. “Bankrott der E-Mail”, “Mail-Verstopfung”, “E-Mail-Hölle”. Ein paar Schlagwörter aus aktuellen Diskussionen rund um die gute, alte E-Mail. Offensichtlich hat das Medium E-Mail ein paar Pupertätsprobleme. Aber wieso schimpfen wir auf die E-Mail? Wollen wir wirklich dem Medium die Schuld in die Schuhe schieben?

Alles erledigen wir über E-Mail – egal ob geeignet oder nicht.

E-Mail eignet sich nicht als Ersatz für Chat, E-Mail ist (k)ein aufregendes Werbemedium, E-Mail ist kein sonderlich geschicktes Werkzeug um gemeinsam an Dokumenten zu arbeiten, E-Mail ist keine Brülltüte kein Megaphon, E-Mail ist kein persönliches Gespräch.

E-Mail ist ein Geschäftsbrief, und eine Möglichkeit, sich schnell asynchron abzustimmen.

Löst es unsere Kommunikations- und Effizienzprobleme mit möglichst markigen Headlines das Ende der E-Mail zu beschwören? Nein, es löst die Probleme nicht. Denn: (weiterlesen…)

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Geschrieben von Alexander Greisle am 19. September 2007, Lizenz
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Rubrik: Datenschutz + Privacy | Informationsgesellschaft | Medienkompetenz 

Derzeit gibt es in der Internet-Szene zwei Dinge, die wie das Kraut aus dem Boden schießen und einen gewissen Hype-Faktor haben: Social Networks, bei denen der Hype schon wieder etwas abflaut, und Personen-Suchmaschinen. TechCrunch spricht sogar schon von einem War of the People Search. Für die persönliche Reputation, nicht nur Online, tun sich jedenfalls neue Dimensionen auf.

Personen-Suchmaschinen sind vertikale Suchdienste, die sich im Gegensatz zu den herkömmlichen Diensten auf ein Rechercheziel spezialisiert haben. Wie es der Name vermuten lässt, auf die Suche nach Fakten zu Personen. Das erledigen sie mehr oder weniger tief und manchmal auch brauchbar.

Bei den verschiedenen (Test-)berichten im Netz sollte man sich im Moment noch nicht zu sehr blenden lassen. Denn klar, es lässt sich über George W. Bush und andere Promis sehr schnell einiges finden. Zapft man, wie z.B. Spock, die Wikipedia-Einträge an, dann entstehen mächtig aussehende Profile. Man bekommt einen Eindruck davon, was möglich wäre. Die Frage ist, ob dadurch die wirklich interessanten Informationen besser zugänglich werden.

Hinzu kommt: Häufig werden die Einträge und Profile zunächst von der jeweiligen Person selbst mit den gewünschten Details gepflegt. Damit sind die nachfolgend aufgeführten Tools nicht nur Suchmaschinen sondern auch hervorragende Werkzeuge um die Treffer herkömmlicher Suchmaschinen, und damit die eigene Reputation, etwas zu steuern.

Doch nun zur Kurzvorstellung mit Screenshots einiger Personen-Suchmaschinen, die sich im Anwendungsprofil durchaus unterscheiden. Im weiteren möchte ich Spock, ZoomInfo, Pipl, Wink, Stalkerati, Yoname und Peekyou kurz charakterisieren. Ein weiteres Tool, Paterva Evolution, zeigt, dass zukünftig mit modernen Technologien noch sehr viel mehr möglich sein wird.

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Geschrieben von Alexander Greisle am 9. August 2007, Lizenz
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