60 % der Unternehmen haben bereits Tools zum Beschwerdemanagement installiert, weitere 25 % denken darüber nach, die Reklamationen strukturiert zu bearbeiten. Das ist das Ergebnis einer Studie von Materna, die das CIO Magazin heute veröffentlicht hat.
Noch nicht so verbreitet ist nach persönliches Beobachtungen die Erkenntnis, dass Reklamationen mehr sind als abzuarbeitende Fälle. Das bestätigt auch die Materna-Studie: Nur rund ein Drittel der Studienteilnehmer denkt an die weiteren Potenziale. Geschweige denn, dass die Integration der Reklamationsbearbeitung in den Prozessen und Tools weit fortgeschritten ist. Weder Marketing und Vertrieb noch die Einkaufsabteilung oder die Produktentwicklung erfährt etwas vom wohl gehüteten Geheimnis. Ein Zusammenhang mit der Rechtfertigungskultur in vielen Unternehmen ist nicht von der Hand zu weisen.
Dabei liegt gerade in dieser Integration der wichtigste Benefit für die Unternehmensentwicklung. Zum einen in der Chance, mit dem Kunden in den aufschlußreichen Dialog zu kommen, zum anderen in den Impulsen für die Weiterentwicklung der Produkte und Prozesse. Als hervorragende Basis für Marketing-Aktivitäten – natürlich erst, nachdem der Reklamationsgrund zur vollen Kundenzufriedenheit abgestellt wurde – werden Reklamationen von den wenigsten Firmen erkannt.
Trotzdem: Es geht voran. Der Anfang ist und wird in immer mehr Unternehmen gemacht.
Hoffentlich entwickelt sich das Verständnis nicht ähnlich wie beim Customer-Relationship-Management, aka CRM. Dort lag der Fokus bei der Einführung der Software-Tools vor allem auf dem “Management” und nicht auf dem “Customer-Relationship”. Denn es geht nicht um das Verwalten von Reklamationen sondern um das intelligente Nutzen für die Weiterentwicklung des Unternehmens.