Rubrik: Wirtschaft 

Ein lesenswertes Interview mit dem Menschen Bill Gates gibts im aktuellen Cicero, Juli 2006 ab Seite 102.

Cicero: Apropos, was halten Sie von China?
Bill Gates: Ich mag dieses Land sehr, aber ich muss gestehen, dass es mich auch ein wenig einschüchtert. Dort gibt es Energie und Kreativität in einem Ausmaß wie nirgendwo anders auf der Welt, und ich glaube nicht, dass unsere Unternehmer und Politiker sich dessen ausreichend bewusst sind. China wird schon sehr bald ein gefürchteter Konkurrent der Vereinigten Staaten sein. Nun sind wir aber leider immer weniger wetbewerbsfähig. Wir müssen einen Weg finden, um wieder die Energie zurückzugewinnen, die unser Land gegen Ende des 19. Jahrhunderts hatte.
(Quelle: Cicero)

Der letzte Satz entscheidend. Staatliche Innovations- und Wirtschaftsprogramme sind gut und wichtig. Ohne die Energie und Aufbruchstimmung (wie Ende des 19. Jahrhundert in den USA oder den Nachkriegsjahren in Deutschland) sind diese Programme nichts.

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Geschrieben von Alexander Greisle am 1. Juli 2006, Lizenz
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Rubrik: Service 

Ein interessanter Bericht im Handelsblatt beschreibt, wie westliche Unternehmen durch den Wandel vom Produkt zum Lösungsanbieter einen strategischen Vorteil von 5 bis 10 Jahres gegenüber China und dem Osten erreichen können.

Zentrales Element: Ein umfassendes Serviceangebot, nicht als Add-on zu den Produkten, sondern als strategisches Geschäftsfeld. Lesenswert.

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Geschrieben von Alexander Greisle am 28. Juni 2006, Lizenz
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Rubrik: Innovation 

Thomson Scientific hat eine Studie zur weltweiten Verteilung der Budgets für Forschung und Entwicklung veröffentlicht:

  • China: 48,15%
  • Indien: 24,07%
  • USA: 21,69%
  • Europa: 20,99%

Für die zugrundeliegende Studie wurden von April bis Mai 2006 165 Führungskräfte aus dem Raum Asien-Pazifik befragt. 37% der Teilnehmer kamen aus China. Nun mag man aufgrund dieses Scopes der Studie etwas skeptisch sein. Jedoch ist die Studie damit auch nicht gefärbter als solche, die mit dem gleichen Thema in Europa/USA durchgeführt werden. Und: Die nackten Zahlenverteilung ist nicht die Kernaussage, die dahinter steht.

Wir sollten uns darauf einstellen, dass die Zeiten, in denen China hauptsächlich bereits bestehendes für kleinstes Geld reproduziert hat, vorbei sind. Chinas Selbstverständnis hat sich gewandelt. Und es steht wohl zu erwarten, dass diese Wandlung genauso rasant vorangetrieben wird wie die wirtschaftliche Entwicklung im letzten Jahrzehnt. Das zeigt auch die Einschätzung der teilnehmenden Unternehmen, dass die aktive Unterstützung von F+E-Aktivitäten durch die chinesischen Regierung den grössten Wert für China darstellt.

Das Statement von Vin Caraher, President und CEO von Thomson Scientific, trifft das neue Selbstverständnis ziemlich gut:

“Es ist klar, dass China sich schnell von einer preiswerten Fertigungsbasis zu einer preiswerten Innovationsbasis hin verschiebt, wo komplizierte F&E-Verfahren, Experimente und Explorationen durchgeführt werden. Im Rahmen dieser Verschiebung nimmt die Bedeutung von geistigem Eigentum für chinesische Unternehmen an Bedeutung zu, da die Unternehmen das geistige Eigentum nutzen, um den Wettbewerbsvorteil auszunutzen.”

Grund zur Schwarzmalerei besteht sicher nicht. Wir sollten aber nicht den Kopf in den Sand stecken sondern statt dessen entsprechend proaktiv handeln.

Quelle: prnewswire

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Geschrieben von Alexander Greisle am 18. Mai 2006, Lizenz
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Rubrik: Technologien | Informationsgesellschaft 

Die NZZ berichtet über die Pläne Singapurs, eine flächendeckende Versorgung mit einem breitbandigen Wireless-Netzwerk zu versorgen. Hintergrund ist die Erkenntnis, dass Singapur als Land ohne Rohstoffe auf das Wissen seiner Menschen angewiesen ist, um weiterhin erfolgreich zu sein.

“Gemäss Leong Keng Thai galt immer das Prinzip, dass die Infrastruktur des Landes nie Engpässe aufweisen sollte, die das Wirtschaftswachstum behindern.”
(Quelle: NZZ)

Ein Satz über den es lohnt, einen Moment nachzudenken. Insbesondere im Zusammenhang mit der Informationsinfrastruktur.

Techologisch soll das Netz in Singapur mit dem hundertfachen der heutigen Übertragungsleistungen an den Start gehen. Natürlich kann man kritisch fragen, ob es denn ein solcher “technologischer Overkill” sein muß. Darauf hat Leong Keng Thai, Leiter der Infocomm Development Authority, eine klare Meinung:

“Die Grenzen der Informationstechnologie seien heute in erster Linie in den Köpfen der Menschen auszumachen. Seine Aufgabe sei es, sicherzustellen, dass es auf dem Spielplatz der Kommunikation keine Engpässe gebe.” (Quelle: ebenda)

Weitere Informationen zu Singapurs Next Generation National Broadband Network (Next Gen NBN): http://www.ida.gov.sg/idaweb/broadband/index.jsp

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Geschrieben von Alexander Greisle am 3. Mai 2006, Lizenz
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Rubrik: Innovation | Service | Business Development 

Den Wettbewerb über den Preis zu führen ist für Unternehmen der westlichen Industrieländer hartes Brot. Den Preiskampf mit Billiglohnländern werden wir zwangsläufig verlieren. Vermeiden wir also dieses Schlachtfeld und suchen uns eines, das wir besser beherrschen. Was wir brauchen ist eine neue Kultur der Innovation in unterschiedlichen Bereichen, bei Produkten genauso wie bei Dienstleistungen und Services.

Wie Frank Gens sagt: Wir müssen unsere Fähigkeiten zur Innovation wieder neu entdecken und beleben.

“It’s clear that companies that operate in the developed economies are not going to win a battle of labor-rate arbitrage with competitors in India or China or other emerging economies. The only way they’re going to be successful is to reinvigorate their ability to out-innovate their global competitors.” (Frank Gens, IDC eXchange)

Arbeiten wir weiter dran.

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Geschrieben von Alexander Greisle am 28. April 2006, Lizenz
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Rubrik: Informationsgesellschaft 

Na ja, zumindest für die Männer in Deutschland. Eine Studie der Univerity of California, San Diego hat das Geschlechterverhältnis in den Computerwissenschaften verglichen. Es gibt ein “kleines” Mißverhältnis, allerdings von Land zu Land unterschiedlich. Und etwas überraschend in machen Platzierungen:

     1. Türkei (1,79 Männer : 1 Frau)
     2. Irland (1,84 : 1)
     3. Südkorea (1,92 : 1)
     4. Schweden (1,85 : 1)
     5. USA (2,10 : 1)
     ...
     ...
     19. Deutschland (5,58 : 1)
     ...

In meinem aktuellen Kurs im Studiengang Informationstechnik/Informatik an der Berufsakademie Stuttgart steht das Verhältnis 17 : 1.

Neben den Aspekten der Studienwahl und der Arbeit in den Kursen stellen sich weitergehende Fragen. Angenommen, IT ist in Zukunft wirklich so bestimmend wie häufig postuliert wird: Ist dann eine derartige Einseitigkeit nicht gefährlich? Und wie sieht das tägliche Zusammenarbeiten in den IT-lastigen Abteilungen und Firmen aus, wenn die Führungs- und Sozialeigenschaften der Frauen nur gering bis gar nicht vorhanden sind?

Statistik via Technology Review 01/2006, S. 30

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Geschrieben von Alexander Greisle am 9. Januar 2006, Lizenz
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Rubrik: Technologien | Informationsgesellschaft 

“South Korea plans to spend $25 billion on New Songdo, the world’s largest ‘ubiquitous city,’ with computers linking home life and life on its streets. Construction, 40 miles from Seoul, is to be done in 2014.”
Quelle: NYT, siehe Link unten

Was genau macht nun so eine “Ubiquitous City”? Im wesentlichen spielen alle wichtigen Informationssysteme zusammen. Vom Einwohneramt und den städtischen Informationssystemen über die Systeme von Ärzten und Krankenhäusern bis hin zu Systemen in Unternehmen und Regierung. Diese tauschen Daten über Rechner, die sozusagen allgegenwärtig installiert sind (= Ubiquitous Computing).

Damit lassen sich nun viele sinnvolle Dienste realisieren: Von neuen, vollautomatischen E-Payment-Diensten in Geschäften über die nutzungsabhängige Bürgersteig- und Strassenmaut und die Müllabrechnung für öffentliche Mülleimer bis hin zu automatischen Notfallbenachrichtigungen.

Beängstigend? Ja, schon “ein bischen”.

“In the West, ubiquitous computing is a controversial idea that raises privacy concerns and the specter of a surveillance society. (They’ll know whether I recycled my Coke bottle?!) But in Asia the concept is viewed as an opportunity to show off technological prowess and attract foreign investment. [...]
Mr. Kim, formerly a design leader at Yahoo, said the city’s high-tech infrastructure will be a giant test bed for new technologies, and the city itself will exemplify a digital way of life, what he calls ‘U-life’. ‘U-life will become its own brand, its own lifestyle,’ Mr. Kim said.”

Nur so ein Gedanke: Was passiert eigentlich, wenn jemand die öffentlichen Mülleimer nicht verwendet, weil das Reinwerfen von Müll ja automatisch berechnet wird? Nun, dann wird vielleicht über den Sensor im Gras des Parks die ID-Nummer des Danebenwerfers ausgelesen und er bekommt automatisch die Strafe abgebucht und das Punktekonto in der Stadtsünderkartei wird um eins erhöht.

Andererseits: Einige der Ideen haben durchaus ihren Charme. Unfallopfer, ältere Alleinstehende, öffentliche Ordnung, Pay-per-use für die Finazierung der öffentlichen Infrastruktur. Man kommt bei etwas Nachdenken schon auf ein paar interessante Szenarien. Also wie immer bei neuen Technologien: Kritisch, aber chancenorientiert.

Und in diesem Fall unter striktem, unabhängig überwachten Datenschutz. Dieser wird bei zukünftigen Entwicklungen eine immer zentralere Rolle spielen. Auch wenn RFID beim Bundesamt für Datenschutz nocht nicht angekommen ist.

“New Songdo sounds like it will be one big Petri dish for understanding how people want to use technology,” said B. J. Fogg, the director of the Persuasive Technology Lab at Stanford University.

Der Autor des Originalartikels hat sicher Recht wenn er schreibt, dass ein solches Experiment besser in Asien als “im Westen” statt findet. Es verspricht in jedem Fall spannende Erkenntnisse im Zusammenleben mit einer immer technischeren Welt.

Der Originalartikel der New York Times hat den Titel Korea’s High-Tech Utopia, Where Everything Is Observed (Registrierung erforderlich)

via RiFID Blog

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Geschrieben von Alexander Greisle am 25. Oktober 2005, Lizenz
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