Rubrik: Information Worker | Informationsgesellschaft 


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Geschrieben von Alexander Greisle am 24. Juli 2010, Lizenz
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Rubrik: Internet 
“Soziale Netzwerke wie Twitter sind der Alltagstratsch des Internetzeitalters.” und Alltagstratsch ist “...nicht der Rede wert.”

schreibt das Ärzteblatt als Aufhänger in einem Artikel über Twitter anlässlich einer Falschinformation, die sich darüber verbreitet.

Die Aussage ist doppelt falsch.

Erstens ist es natürlich hoch relevant, wenn ein Medium mit der Reichweite und den Mund-zu-Mund-Verbreitungsmechanismen wie Twitter eine Falschmeldung verbreitet. Gerade in einer reputationsintensiven Branche wie der Medizin würde man gut daran tun, mit den Mitteln des jeweiligen Mediums zu reagieren und die Dinge richtig zu stellen. Eine (nicht gerade konstruktive) Meldung in einem Fachorgan wie dem Ärzteblatt ist sicher nicht der adäquate Weg dazu.

Zweitens sind Alltagsgepräche nicht “nicht der Rede wert”. Sehen wir uns andere Orte von Alltagstratsch an:

Kaffeeküchen: Dort fließen im Gespräch wertvolle Informationen etwa zur politischen Großwetterlage in der Firma. Man nennt das Flurfunk, weiß über den Gerüchtefaktor und ist sich einig, dass das ein wertvoller Karrierefaktor ist.

Raucherecken: Raucher zählen gewöhnlich zu den bestinformierten Menschen in Unternehmen. Informelle Gespräche und schnelle, spontane Besprechungen sorgen für Effizienz – genauso wie in den Kaffeeküchen.

Sonntagsspaziergang mit Bekannten: “Du, ich überlege, mir einen neuen Akkubohrschrauber zu kaufen. Du hast doch so ein neues Gerät von Bosch, wie zufrieden bist Du denn damit?” Das ist nicht “nicht der Rede wert” – die Empfehlung ist kaufentscheidend.

Kneipenabend mit Freunden: “Mensch, meine Krankenkasse will jetzt 96 Euro mehr im Jahr von mir haben. Frechheit.” – “Echt, meine nicht” – “Bei welcher bist Du denn?” – “Bei der XYZ” – “Zufrieden?” – “Ja, die übernehmen ohne Probleme und ich nutze ausserdem noch das UVW-Programm von denen.” – “Mensch, das könnte ich auch brauchen. Kannst Du mir mal deren Webseite mailen?”

Alltagstratsch ist alles andere als unrelevant. Und wenn Twitter der Alltagstratsch des Netzes ist, dann ist Twitter hoch relevant.

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Geschrieben von Alexander Greisle am 1. April 2010, Lizenz
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Rubrik: Neue Arbeitsformen | Informationsgesellschaft 

So, jetzt ist es also passiert. Nach der Generation X gehöre ich wohl dazu) und der Generation Y, den Digital Natives (da fühle ich mich auch noch ein bischen zugehörig) betritt nun die Generation Z die Bühne. Und da werde ich mich beim besten Willen nicht mehr reindefinieren können. Es sind die nach 1990 Geborenen, die die Bits und Bytes quasi mit der Digital Immigrants-Muttermilch aufgesogen haben. Die dänische Trendforscherin Marianne Levinsen hat sie entdeckt und Markus Albers macht in der aktuellen brandeins darauf aufmerksam. Der Gedanke liegt nahe, dass Z nach Y kommt und so mit der neuen Generation der Trend weiter ausgebaut wird.

Nun wissen wir aber alle, dass das Leben – und darum geht es, nicht um einen Trend – nicht gerade verläuft. Zu Trends gibt es Gegentrends, Aufwärts- und Abwärtsbewegungen reihen sich aneinander, als Reaktion auf Wachstumsentwicklungen wird Entschleunigung gefordert.

Bleiben wir einstweilen bei den Generationenbezeichnungen. Ein Gegenentwurf zur Generation X war die Generation Golf – die einen eher progressiv, die anderen eher konservativ. Auch in der Generation der Digital Natives ist es nicht so, dass das Alter automatisch eine Zugehörigkeit impliziert. Wer an Hochschulen tätig ist erkennt durchaus, dass nicht jede/r Skype, Web 2.0 und Google Docs inhaliert hat, geschweige denn ein passables Word-Dokument hin bekommt (ok, letzteres ist keine Generationenfrage ;-).

Die ersten Protagonisten der Generation Z sind gerade mit der Berufsausbildung fertig oder stehen in ein paar Jahren mit Studienabschlüssen vor den Unternehmenstüren. Wird die Generation Z die Fortführung der Digital Natives sein? Oder wird sie sich eher zum Gegenentwurf entwickeln? Und wenn nicht die Generation Z, welche Gruppe dann?

Gibt es ein zurück aus der Digitalisierung? Ich glaube nicht, nur Unterschiede im Umgang damit. Das Bewußtsein darüber, auch in den Unternehmen, wird wichtig. Wird die Generation Z noch individualistischer als die Generation Y? Oder nicht und ist das der Gegenentwurf und nicht die Frage des Digitalisierungsgrades?

Denn eins ist auch klar, wir erfahren es seit einigen Jahren: die zunehmende Digitalisierung hat direkte Auswirkungen auf unsere Lebens- und Arbeitswelt. Es geht darum, egal für welche dieser Generationen, beides intelligenter als heute miteinander zu verschmelzen. Über die Wege dazu werden wir zu diskutieren haben.

P.S.: Was kommt eigentlich nach “Z”?

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Geschrieben von Alexander Greisle am 26. März 2010, Lizenz
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Rubrik: Information Worker | Informationsgesellschaft 

Jetzt schreibe ich doch noch was zur Schirrmacher-Diskussion. Was kurzes, praktisches, nichts philosophisch-gesellschaftliches. Versprochen, wegen Ihrer Fokussierung.

Auf eine Diskussion auf der isarrunde antwortet Frank Schirrmacher:

“Multitasking, wie Nicholas Carr zu Recht schreibt, ist deshalb ein Problem, weil wir im Informationszeitalter gezwungen sind, nur noch zu multitasken.”

Das zeigt doch sehr schön den Holzweg. Wie weit sind wir gekommen, wenn wir “gezwungen” sind zu multitasken? Wer zwingt uns zum Info-Masochismus? Outlook? Microsoft? Gar Bill Gates persönlich? Der liebe Gott? Oder doch nur wir persönlich, jeder für sich?

“Der Einwand, schalte doch deine Geräte ab ist [...] abwegig [...]”

Irrtum. Genauso einfach ist es. Denn “Ausschalten” ist erst in zweiter Konsequenz ein technischer Vorgang. Hauptsächlich ist Ausschalten ist eine bewußte, selbstbestimmte Entscheidung. Nicht mehr, nicht weniger, und doch genau der Kern. Natürlich, jetzt kann man einwenden, das sei so als einem Raucher zu erklären, er müsse doch nur die Zigarette weglegen. Ja, stimmt. Wenn es wie Entzug anmutet, dann wird es höchste Zeit.

Persönliches Informationsmanagement ist das Wiedergewinnen der Selbstbestimmtheit.

Wer sich von der Informations- und Kommunikationsvielfalt überlastet sieht, sollte den schwarzen Peter nicht der Technik geben. Die ist so gut wie das, was wir daraus machen. Am besten beginnt man, ganz wie im richtigen Leben, auch hier mit dem Kehren vor der eigenen Haustür: Was sind meine Prioritäten? Was will ich wirklich wirklich? Wer und was hilft mir dabei?

Diese Überlegungen helfen sehr dabei, eine Schneise in die Informationsfülle zu schlagen. Und: Hat man das für sich klar gezogen – allerdings ist das ein andauernder Prozess, keine einmalige Aktion -, dann kann man loslassen, ganz intuitiv.

P.S.: Aus den 68’ern ist auch was ordentliches geworden, obwohl sie nackig in Woodstock mit einem Joint in der Hand getanzt haben. Wird mit den informationsverrauschten Internetkids genauso sein.

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Geschrieben von Alexander Greisle am 22. Dezember 2009, Lizenz
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Rubrik: Informationsgesellschaft | Internet 

A Day in the Internet
Created by Online Education, via Richard Gutjahr auf Twitter

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Geschrieben von Alexander Greisle am 11. Dezember 2009, Lizenz
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Rubrik: Information Worker 

Schon 2007 hat basex.com eine Studie gemacht, der Titel ist die Conclusio: Information Overload: We have met the enemy and he is us. Stephan Voigt hat dazu, auch schon vor längerer Zeit, einen kleinen Blogbeitrag dazu geschrieben.

Sein Fazit:

“Yes, the enemy is us. We produce the information overload, we interrupt others, we send email with attachments without thinking because it’s easy to do.”

Wenn es so ist, dass jeder von uns selbst am Information Overload schuld ist, dann ist das allerdings sehr positiv. Denn dann können wir selbst etwas dagegen tun.

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Geschrieben von Alexander Greisle am 21. September 2009, Lizenz
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Rubrik: Neue Arbeitsformen | Informationsgesellschaft 
“Is your critical mind eager to change the world? Do you think there are new and better ways to work and live?”

Kein geringer Anspruch, den sich die sechs Initiatoren von Palomar5 da gesetzt haben. Das spannende Format – 30 Digital Natives arbeiten sechs Wochen am Stück gemeinsam an ihren Visionen zum Leben und Arbeiten in der Zukunft – verspricht viel. Sie merken, ich bin gerade sehr begeistert:

Wer sechs Wochen vor Ort intensiv an den Zukunftsthemen arbeiten will, der kann sich hier bewerben.

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Geschrieben von Alexander Greisle am 7. August 2009, Lizenz
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Rubrik: Neue Arbeitsformen | Informationsgesellschaft 

Ab und an kann man lesen, dass die Digital Natives die Ureinwohner des Internet seien. Ein schönes Bild, aber falsch. Die Ureinwohner des Internet haben mit Gopher statt dem WWW gearbeiten, dort mit der oft zickigen Veronica noch richtig gesucht statt schnell mal “gegoogelt”, sie haben Filesharing mit FTP betrieben und sie haben Jakob Nielsen als Usability-Guru des Internet verehrt.

Digital Natives sind mit dem Internet aufgewachsen, integrieren die vielen Möglichkeiten wie selbstverständlich in den Lebensalltag. Sie kämen niemals auf die Idee, das Internet als irgendein mehr oder weniger seltsames “Add-on zum realen Leben” zu sehen. Und Digital Natives finden immer noch kursierende Umfragen über die Nutzungshäufigkeit des Internet (“< 1x die Woche, 1x pro Woche, Mehrmals pro Woche (Wow!), 1x pro Tag, Mehrmals pro Tag”) reichlich abstrus.

Das führt dazu, dass sich die vielfältigen Kommunikations-, Zusammenarbeits- und Informationsmöglichkeiten auch in den Arbeitsalltag wie selbstverständlich einfügen. Das nun alleine unter Software- und Technikgesichtspunkten zu sehen springt viel zu kurz. Es geht hier um eine Veränderung der Arbeitskultur: (weiterlesen…)

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Geschrieben von Alexander Greisle am 9. Juli 2009, Lizenz
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Rubrik: Informationsgesellschaft 

Was wohl mit den traditionellen Medien passiert, wenn Google sie aus den Trefferlisten streicht oder nach hinten verbannt? Was wohl mit Spiegel und Co. passiert, wenn sie in der Onlinediskussion der digitalen Generationen nicht mehr berücksichtigt werden?

Hubert Burda fordert in der FAZ ein neues Leistungsschutzrecht für Verlage: Wir werden schleichend enteignet.

Würde ich jetzt aus eben jenem Artikel zitieren, dann könnte nach den Vorstellungen von Herrn Burda vielleicht schon aus dem reinen Zitat eine kommerzielle Nutzung und damit eine Zahlungsverpflichtung entstehen. In bester alter Tradition sollte es dafür natürlich auch eine Art Gema geben. Mit diesem Leistungsschutzrecht, so die Idee, würden die Leistungen der Schaffenden und natürlich die wirtschaftlichen Interessen der Verlage und Medienunternehmen besser gewürdigt.

Das kann man so sehen. Ich wage aber zu bezweifeln, dass Herr Burda damit das erreichen würde, was er will. Warum?

  1. Es würden im Netz noch schneller neue substituierende Angebote entstehen. Diese Entwicklung läuft ohnehin schon, sie würde beschleunigt.
  2. Digitale Generationen lesen ohnehin kaum noch Zeitungen und auch TV ist out. Die Konsequenz: Wenn sich beide durch Leistungsschutzrechte im Internet selbst aussperren, dann verschwinden sie komplett aus der Wahrnehmung der potenziellen Kunden. Ob das eine kluge unternehmerische Strategie ist?

Natürlich sind das unsichere, meinungsgeprägte Prognosen. Über deren Wahrscheinlichkeit haben Sie sicher eine eigene Meinung. Sollten diese so oder so ähnlich eintreten, dann allerdings wären die Ideen von Herrn Burda grandiose Rohrkrepierer.

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Weitere lesenswerte Meinungen dazu bei BWL 2.0, Perlentaucher und medial digital

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Geschrieben von Alexander Greisle am 6. Juli 2009, Lizenz
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Rubrik: Information Worker | Feuilleton 

Fühlen Sie eine gewisse Verbundenheit mit Zeitgenossen, die verbissen in den Blackberry tippen? Ist Koffein genauso wichtig für Ihr Überleben wie die tägliche Dosis RSS-Feeds? Kommt es Ihnen so vor, als ob Giga- und Terrabyte als Maßgrösse ähnlich antiquiert ist wie eine Diskette (Diskette?)? Der Entzug von E-Mail und Handy ist schlimmer als Zahnschmerz?

Dann leiden Sie vielleicht auch unter dem IOS, dem Information Overload Syndrom. Doch sehen Sie selbst:

Satire schrammt manchmal schon arg nahe an der Realität vorbei…

via Berufung Selbständig

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Geschrieben von Alexander Greisle am 22. Juni 2009, Lizenz
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