Rohrkrepierer: Alte Ideen gegen moderne Medienkultur
Was wohl mit den traditionellen Medien passiert, wenn Google sie aus den Trefferlisten streicht oder nach hinten verbannt? Was wohl mit Spiegel und Co. passiert, wenn sie in der Onlinediskussion der digitalen Generationen nicht mehr berücksichtigt werden?
Hubert Burda fordert in der FAZ ein neues Leistungsschutzrecht für Verlage: Wir werden schleichend enteignet.
Würde ich jetzt aus eben jenem Artikel zitieren, dann könnte nach den Vorstellungen von Herrn Burda vielleicht schon aus dem reinen Zitat eine kommerzielle Nutzung und damit eine Zahlungsverpflichtung entstehen. In bester alter Tradition sollte es dafür natürlich auch eine Art Gema geben. Mit diesem Leistungsschutzrecht, so die Idee, würden die Leistungen der Schaffenden und natürlich die wirtschaftlichen Interessen der Verlage und Medienunternehmen besser gewürdigt.
Das kann man so sehen. Ich wage aber zu bezweifeln, dass Herr Burda damit das erreichen würde, was er will. Warum?
- Es würden im Netz noch schneller neue substituierende Angebote entstehen. Diese Entwicklung läuft ohnehin schon, sie würde beschleunigt.
- Digitale Generationen lesen ohnehin kaum noch Zeitungen und auch TV ist out. Die Konsequenz: Wenn sich beide durch Leistungsschutzrechte im Internet selbst aussperren, dann verschwinden sie komplett aus der Wahrnehmung der potenziellen Kunden. Ob das eine kluge unternehmerische Strategie ist?
Natürlich sind das unsichere, meinungsgeprägte Prognosen. Über deren Wahrscheinlichkeit haben Sie sicher eine eigene Meinung. Sollten diese so oder so ähnlich eintreten, dann allerdings wären die Ideen von Herrn Burda grandiose Rohrkrepierer.
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Weitere lesenswerte Meinungen dazu bei BWL 2.0, Perlentaucher und medial digital
Weiterlesen: Homo Digitas, Internet, Innovationskultur, Informationsqualität
Geschrieben von Alexander Greisle am 6. Juli 2009, Lizenz
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An die Werbeanzeigen von Google hat man sich inzwischen gewöhnt. Sie sind sogar sehr nützlich, gelangt man darüber doch häufig auf sehr relevante Seiten zu seiner Suche. Wenn Sie selbst Werbung mit AdWords machen, sollten Sie einige Dinge beachten. Jojo hat einen ausführlichen Text zu Googles Neuerungen bei der Qualitätsbewertung von Adwords geschrieben:
Dass das Internet für die Recherche von Fachinformation inzwischen eine sehr wichtige Rolle spielt ist keine neue Erkenntnis. Mit steigender Informationsfülle, selbst bei ausgeklügelten Recherchen, nimmt das Problem der Qualitätsbewertung weiter zu. Und so tauchte auch in einem Workshop, den ich letzte Woche gehalten habe, recht schnell wieder diese Frage auf.
