Rubrik: Informationsgesellschaft 

Was wohl mit den traditionellen Medien passiert, wenn Google sie aus den Trefferlisten streicht oder nach hinten verbannt? Was wohl mit Spiegel und Co. passiert, wenn sie in der Onlinediskussion der digitalen Generationen nicht mehr berücksichtigt werden?

Hubert Burda fordert in der FAZ ein neues Leistungsschutzrecht für Verlage: Wir werden schleichend enteignet.

Würde ich jetzt aus eben jenem Artikel zitieren, dann könnte nach den Vorstellungen von Herrn Burda vielleicht schon aus dem reinen Zitat eine kommerzielle Nutzung und damit eine Zahlungsverpflichtung entstehen. In bester alter Tradition sollte es dafür natürlich auch eine Art Gema geben. Mit diesem Leistungsschutzrecht, so die Idee, würden die Leistungen der Schaffenden und natürlich die wirtschaftlichen Interessen der Verlage und Medienunternehmen besser gewürdigt.

Das kann man so sehen. Ich wage aber zu bezweifeln, dass Herr Burda damit das erreichen würde, was er will. Warum?

  1. Es würden im Netz noch schneller neue substituierende Angebote entstehen. Diese Entwicklung läuft ohnehin schon, sie würde beschleunigt.
  2. Digitale Generationen lesen ohnehin kaum noch Zeitungen und auch TV ist out. Die Konsequenz: Wenn sich beide durch Leistungsschutzrechte im Internet selbst aussperren, dann verschwinden sie komplett aus der Wahrnehmung der potenziellen Kunden. Ob das eine kluge unternehmerische Strategie ist?

Natürlich sind das unsichere, meinungsgeprägte Prognosen. Über deren Wahrscheinlichkeit haben Sie sicher eine eigene Meinung. Sollten diese so oder so ähnlich eintreten, dann allerdings wären die Ideen von Herrn Burda grandiose Rohrkrepierer.

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Weitere lesenswerte Meinungen dazu bei BWL 2.0, Perlentaucher und medial digital

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Geschrieben von Alexander Greisle am 6. Juli 2009, Lizenz
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Rubrik: Informationsgesellschaft | Internet | Medienkompetenz 

Ganz früher gab es Geschichtenerzähler. Man hockte auf Steinen oder Holzschemeln zusammen und hörte ihnen und dem prasselnden Feuer zu. Danach hatte man viel Zeit, bis der Geschichtenerzähler das nächste Mal kam, um über das Gehörte zu reden.

Dann kamen die Bücher, man sammelte sie in Bibliotheken. Daraufhin erzählten die Geschichtenerzähler, dass der Besucher einer Bibliothek von der Vielfalt erschlagen würde, er sich nicht zurechtfinden und das Wichtige nicht mehr vom Unwichtigen unterschieden könne und überhaupt kämen die Gespräche zu kurz.

Dann haben wir den Umgang mit Büchern und Bibliotheken gelernt.

Dann kamen die Zeitungen, die vergleichsweise recht kurze Informationhäppchen auftischen, dafür aber sehr frisch. Daraufhin erzählten die Büchermenschen, dass der Zeitungsleser von der Vielfalt erschlagen würde, er sich nicht zurechtfinden und das Wichtige nicht mehr vom Unwichtigen unterschieden können würde und überhaupt käme das Tiefgreifende zu kurz.

Dann haben wir den Umgang mit den Zeitschriften gelernt.

Vor kurzem kam dann das Internet, mit ihm kamen Blogs, Wikis, Newsportale und, und, und. Sie sind schnell, vielseitig, manchmal persönlich und es gibt viele davon. Daraufhin erzählten die Zeitungsmenschen, dass das Netzvolk von der Vielfalt überflutet würde, es sich nicht zurechtfinden und das Wichtige nicht mehr vom Unwichtigen unterschieden könne und überhaupt käme die Qualität zu kurz und das Netzvolk würde gar verdummen.

Dann haben wir den Umgang mit dem Internet und dem Web 2.0 gelernt. Geschichtenerzähler, Bücher und Bibliotheken, Fernsehen und Zeitschriften gibt es immer noch. Gut so.

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Geschrieben von Alexander Greisle am 20. August 2008, Lizenz
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Rubrik: Information Worker | Business Development | Medienkompetenz 

Aus zig verschiedenen Medienkanälen berieseln uns jeden Tag unzählige Informationen. Der schiere Overflow. Richtig schwierig, da mit der eigenen Medienarbeit überhaupt erstmal durchzudringen. Darin besteht sicher die erste Herausforderung: Einen Weg zu finden, wie die eigene Information trotzdem wahrgenommen wird.

Das alleine reicht jedoch nicht aus. Taugt die Information nicht, dann ist spätestens der dritte Versuch erfolglos. Es ist also auch eine Qualitätsfrage. Der Gehalt und die Aufmachung von Information muss stimmen. Nur dann werden auch zukünftige Informationen noch aufgenommen werden.

Es ist sicher eine gute Idee, sich bei seiner eigenen PR- und Medienarbeit im Vorfeld darüber Gedanken zu machen, wie die jeweilige Zielgruppe die Qualität der Informationen – egal in welchem Medium – bewerten wird.

Der erste Blick eines aufmerksamen Lesers oder Hörers wird in jedem Fall der Quelle gelten. (weiterlesen…)

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Geschrieben von Alexander Greisle am 17. Februar 2007, Lizenz
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Rubrik: Internet | Business Development 

An die Werbeanzeigen von Google hat man sich inzwischen gewöhnt. Sie sind sogar sehr nützlich, gelangt man darüber doch häufig auf sehr relevante Seiten zu seiner Suche. Wenn Sie selbst Werbung mit AdWords machen, sollten Sie einige Dinge beachten. Jojo hat einen ausführlichen Text zu Googles Neuerungen bei der Qualitätsbewertung von Adwords geschrieben: Infos zum Google AdWords Qualitätsfaktor

Die wichtigsten Punkte zur positiven Beeinflussung dieses Qualitätsfaktors:

  • Klickrate, also die Anzahl der Klicks auf die jeweilige Anzeige.
  • Anzeigentext, der die gesuchten Keywords bzw. thematisch sehr nahestehende beinhalten sollte.
  • Qualität der Landing Page, also der Seite, auf die die Anzeige verweist. Diese sollte möglichst exakt in Inhalt und Begrifflichkeit auf die Anzeige passen.

Wie immer macht Google um die konkreten Faktoren ein großes Geheimnis. Nicht zu unrecht, da dieser Algorithmus die Qualität maßgeblich beeinflußt und damit einen USP darstellt. Damit hat die SEO-Gemeinde neben dem Ranking der Suchergebnisliste ein zweites Feld zum austoben.

Es steckt Arbeit drin. Gut für den Suchenden, wenn dadurch bessere Treffer angezeigt werden.

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Geschrieben von Alexander Greisle am 6. Dezember 2006, Lizenz
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Rubrik: Information Worker | Medienkompetenz 

Dass das Internet für die Recherche von Fachinformation inzwischen eine sehr wichtige Rolle spielt ist keine neue Erkenntnis. Mit steigender Informationsfülle, selbst bei ausgeklügelten Recherchen, nimmt das Problem der Qualitätsbewertung weiter zu. Und so tauchte auch in einem Workshop, den ich letzte Woche gehalten habe, recht schnell wieder diese Frage auf.

Vor einiger Zeit hatte ich hier im Blog fünf Kriterien zur Evalutation von Information der Cornell University vorgestellt und ergänzt (siehe Glaubwürdigkeit und Qualität von Information). Zusammengefasst werden diese fünf Punkte adressiert:

  • Quelle der Information
  • Sorgfalt bei der Erstellung und Präsentation
  • Objektivität
  • Aktualität
  • Aufbereitung

Im Zuge der Vorbereitung des Workshops habe ich diese nochmals etwas überarbeitet und in eine Mindmap gebracht:

Mindmap zur Qualität von Information aus dem Internet
(Download als pdf, ca. 19 kb)

Zwei Punkte sind bei der Anwendung dieser Mindmap wichtig:

  1. Diese Checkliste ist nur hilfreich, wenn man sein aktuelles Informationsziel kennt. So werden z.B. für eine wissenschaftliche Recherche einige Punkte eine höhere Relevanz haben und auch die Bewertung strenger und penibler sein als bei einem allgemeinen Informationswunsch. Als Beispiel mag mal wieder Wikipedia herhalten. Für den täglichen Gebrauch sehr zu empfehlen, für die Verwendung in wissenschaftlichen Arbeiten aus verschiedenen Gründen nur als Einstieg und nicht als Quellenzitat geeignet.
  2. Diese Checkliste ist eine Hilfestellung und hat bewußt keine Skalierungen oder gar Bewertungsvorschläge. Sie kann und soll keine stur anzuwendende Metrik sein.

Wie geht es Ihnen bei der Bewertung von Informationen im Internet? Nutzen Sie andere oder zusätzliche Kriterien?

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Geschrieben von Alexander Greisle am 11. November 2006, Lizenz
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Rubrik: Information Worker 

Halt!

Spicken Sie mal nicht nach unten. Überlegen Sie kurz, wie Sie die drei nachfolgenden Fragen für sich bewerten. :

  1. Alles in allem, halten Sie die Fülle der Ihnen bei Ihrer Arbeit zu Verfügung stehenden Informationen für angemessen? (Quantität)
    (Skala: 1 = überhaupt nicht … 7 = in vollem Umfang)
  2. Wie Beurteilen sie den Zweitaufwand für den Zugriff auf Informationen, die für Ihre Aufgabenerfüllung notwendig sind?
    (Skala: 1 = viel zu hoch … 7 = angemessen)
  3. Alles in allem, wie oft haben Sie das Gefühl bei Ihrer Arbeit über die richtigen Informationen zur Erfüllung Ihrer Arbeitsaufgaben zu verfügen? (Qualität)
    (Skala: 1 = sehr selten … 7 = eigentlich immer)

Jetzt summieren Sie Ihre Werte und teilen das Ergebnis durch 3. Was kommt raus?

Die Teilnehmer der Studie zur Information Worker Performance des Fraunhofer IAO haben ihre Information Worker Performance im Durchschnitt so bewertet:

Es gibt also noch was zu tun. Wenn Sie den Schlagworten unterhalb dieses Beitrages folgen oder rechts auf das Thema Informationsarbeit klicken, dann erhalten Sie einige Tipps und Anregungen um noch besser zu werden. Berichten Sie doch, wenn was für Sie dabei war.

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Geschrieben von Alexander Greisle am 25. September 2006, Lizenz
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Rubrik: Information Worker 

Wie viele Treffer bekommen Sie bei Google wenn Sie einen Begriff aus Ihrem Tätigkeitsumfeld eingeben? Wie selektieren Sie die Treffer, d.h. welche lesen Sie genauer und verfolgen die Informationen weiter? Verlassen Sie sich dabei auf Google: Die besten werden schon vorne stehen? Sind Sie sicher, dass die Informationen die Qualität und Authentizität haben, die Sie benötigen?

Ein Ergebnis der Studie zur Information Worker Performance des Fraunhofer IAO (Veröffentlichung demnächst) ist, dass die Transparenz von Information eines der Hauptprobleme der Informationsflut ist. Transparenz meint das Finden, Verstehen und Bewerten von Informationen im Kontext des Zieles der Suche.

Deshalb sind die 5 Kriterien zur Evaluation von Information der Cornell University ein hilfreicher Ansatzpunkt für eine erste Bewertung (aufmerksam geworden im Recherchenblog). In freier Übersetzung und etwas ergänzt:

  1. Quelle: Wer hat die Information verfasst? Wie ist die praktische und theoretische Qualifikation? Welche Ziele werden vermutlich verfolgt? Und wie ist die Reputation (auch hier hilft Google)?
  2. Sorgfalt: Sind Kontaktmöglichkeiten angegeben? Wurde sorgfältig verlinkt bzw. die verwendeten Quellen angegeben? Wie ist Stil und Grammatik?
  3. Objektivität: Welcher Grad an Werbeaktivität steckt dahinter? Werden Argumente abgewägt und diskutiert? Wie detailliert sind die Informationen, auch bezogen auf Art und Zweck des Textes? Werden Meinungen als solche kenntlich gemacht?
  4. Aktualität: Wann wurde die Information veröffentlicht? Wie aktuell ist der Zeitstempel (Vorsicht: Wenn alle Informationen “heute” zuletzt aktualisiert wurden, stimmt auch etwas nicht…)? Gibt es tote Links/Verweise?
  5. Aufbereitung: Wie vollständig sind die Verweise? Wurden wichtige Quellen beachtet? Wie ist die Aufbereitung der Informationen? Entspricht die Art der Aufbereitung und der Sprache der Zielgruppe?

Mit Hilfe dieser Fragen hat man schon einen sehr guten Eindruck über die Information. Und einen guten Einstiegspunkt für weitere Recherchen.

Vielleicht lohnt es sich für Sie, einen Favoriten-Ordner mit besonders guten Recherchequellen und einen mit den für Sie wesentlichen Anlaufstellen und Autoren anzulegen?

Update: Im Beitrag Checkliste: Qualität von Fachinformationen im Internet bewerten habe ich die Kriterien noch etwas überarbeitet und in eine Mindmap gebracht.

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Geschrieben von Alexander Greisle am 20. Februar 2006, Lizenz
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Rubrik: Informationsgesellschaft | Internet 

Teil 2 der Artikelreihe über den Homo Digitas auf CNET wirft nochmals die Frage auf, ob wir durch das Internet und die Informationsflut klüger werden. Und stellt die Überlebensstrategie für den Homo Digitas vor:

  • Die Relevanz und Qualität von Informationen bewerten
  • Das Informationschaos organisieren
  • Die schiere Menge an relevanten Informationen in Wissen umwandeln

Noch wichtiger scheint mir fast der Hinweis, dass Kinder schon früh lernen müssen, mit Informationen umzugehen. Wo lernen Kinder das heute eigentlich? In der (Grund-)Schule? Von den Eltern? Haben letztere (also wir) und unsere Institutionen schon das notwendige Know-How und die notwendige Infrastruktur?

Es scheint einiges zu tun zu geben.

Interessant ist auch die Rolle, die dem Web 2.0 in der Bewältigung der obigen Punkte beigemessen wird:

The good news is that the increasing popularity of blogs and wikis shows people are talking, arguing and forcing one another to think.

Also: Dafür sorgen, dass möglichst viele Menschen möglichst rasch am Social Web teilnehmen können.

(Blogeintrag zum Teil 1)

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Geschrieben von Alexander Greisle am 12. Oktober 2005, Lizenz
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