Prof. Rainer Kuhlen lehrt an der Universität Konstanz Informationswissenschaften. Dabei hat er unter anderem Menschen wie mich hervor gebracht. Lassen wir diesen Fakt einfach unbewertet und konzentrieren wir uns auf das hörenswerte Interview, das Nicole Simon mit ihm geführt hat. Es bietet interessante Aussagen zur Entwicklung des Internet, den Wert von Information und der Freizügigkeit im Umgang damit.
Prof. Kuhlen ist unter anderem sehr aktiv im Thema Urheberrecht und weist nicht nur in diesem Interview darauf hin, dass die “Ware” Information ganz andere Charakteristika hat als traditionelle Güter. Leider werden diese Unterschiede nicht beachtet bei der politischen und wirtschaflichen Ausgestaltung des Marktplatzes für Information.
“Die Banane esse ich, dann ist sie weg. Sie hat mir geschmeckt oder nicht und hat mir einige Kalorien gegeben. Aber als Ware ist sie weg, während das Stück Musik, das ich anhöre, nicht weg ist. Es verbraucht sich nicht, ganz im Gegenteil. Je mehr ein Stück Wissen gebraucht wird, umso mehr Nutzen schafft es. Das ist ein ganz anderer Gutscharakter.” (Prof. Rainer Kuhlen)
Folgt man diesem Gedanken, dann ist seine Anregung naheliegend: Wir brauchen neue Geschäftsmodelle für Wissen und für digitale Produkte, die diesem neuen Gutscharakter entsprechen. Vielmehr müssen wir Geschäftsmodelle entwickeln, die profitabler sind, je freier sie den Umgang mit Informationen machen.
Die X Euro für eine CD oder einem Download sind das jedenfalls nicht. Wie man unschwer an der Zunahme der “alternativen Bezugsquellen” erkennen kann. Und an der langsam wachsenden Erkenntnis, z.B. bei Apple und EMI, dass auch DRM (Digital Rights Management) gescheitert ist.
Ein anderer Gedanke: Texte in Blogs sind für Prof. Kuhlen pragmatische Texte. Das heisst, Texte mit Konsequenzen, mit Handlungsaufforderung und Wirkung. Es wäre schön, wenn Sie in diesem Blog den einen oder anderen Text finden, der das für Sie persönlich in postivstem Sinne erfüllt.